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10.11.2011 11:27

Bayer und Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung kooperieren

Dr. Katharina Jansen Unternehmenspolitik und Presse - Wissenschaft und Forschung
Bayer AG

    Neu gegründetes Institut erforscht Ursachen und neue Therapien zur Behandlung der Herzmuskelschwäche

    Bayer HealthCare Pharmaceuticals (Bayer) wird mit dem Anfang Oktober 2011 neu eingerichteten Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI.HF) in Graz zusammenarbeiten. Das LBI.HF erforscht schwerpunktmäßig neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche). Im Juni dieses Jahres wurde bereits die Eröffnung des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung gefeiert, das ebenfalls aus einer Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) hervorgegangen ist. Bayer ist bereits einer der Kooperationspartner dieses LBIs und konnte mit der Einrichtung des LBIs für Translationale Herzinsuffizienzforschung nun die Partnerschaft mit der LBG erweitern.

    Unter einer Herzinsuffizienz leiden derzeit mehr als 23 Millionen Menschen weltweit – bei steigender Tendenz. Die Beschwerden der Patienten umfassen häufig zunächst sehr allgemeine Symptome wie Belastungseinschränkung („Leistungsknick“), Abgeschlagenheit und Müdigkeit, aber auch Luftnot, Schwellungen der Beine und Herzrhythmusstörungen. Die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz liegt mit über 50 Prozent innerhalb von
    fünf Jahren höher als bei vielen Krebserkrankungen.

    „Bayer beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit der Forschung auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz, einem Gebiet mit hohem medizinischen Bedarf. Die Kooperation mit dem LBI ergänzt unsere Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Kardiologie hervorragend. Gemeinsam wollen wir neue Therapieoptionen zur Behandlung der Herz-insuffizienz entwickeln“, sagte Dr. Martin Bechem, Leiter der Therapeutischen Forschung Kardiologie und Hämatologie bei Bayer HealthCare Pharmaceuticals. „Die Einrichtung des neuen Ludwig Boltzmann Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung ist für uns ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Forschung.“

    Im LBI.HF arbeiten 18 Wissenschaftler eng mit den Partnern des Instituts zusammen. Neben Bayer HealthCare Pharmaceuticals sind die Medizinische Universität Graz, das Austrian Institute of Technology (AIT), die Karl-Franzens Universität in Graz, die Steiermärkische Gebietskrankenkasse und die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft Partner des neuen Instituts. Das LBI.HF befindet sich im Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung der Medizinischen Universität Graz (MedUni Graz), die über einen Forschungsschwerpunkt „Kardiovaskuläre Forschung“ verfügt. Sie bietet mit über 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in diesem Bereich ein ideales Umfeld für wissenschaftliche Kooperationen und die Einbindung des LBI.HF in internationale Forschungsnetzwerke.

    „Eine besondere Stärke des neuartigen Forschungskonzepts des Ludwig Boltzmann Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung ist die inhaltlich und räumlich enge Verknüpfung der Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung in einem translationalen Institut“, sagte Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske, Leiter des LBIs für Translationale Herzinsuffizienzforschung. „Die Zusammenarbeit akademischer Zentren, industrieller Partner wie Bayer, Krankenversorgungsträgern und Kostenträgern soll eine zielorientierte, effiziente und rasche Realisierung der Forschungs- und Innovationsziele ermöglichen. Die fokussierte Zusammenarbeit von renommierten Grundlagenforschern, anwendungsorientierten Wissenschaftlern und Herzspezialisten mit langjähriger klinischer Erfahrung ermöglicht international kompetitive Forschung, bei der die Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Lebensqualität der Patienten im Mittelpunkt steht.“

    Die Forschungsarbeit am LBI.HF ist in vier Teilprojekte unterteilt. In den ersten beiden sollen die molekularen und zellulären Mechanismen der Herzinsuffizienz und damit verbundener Herzrhythmusstörungen untersucht werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Identifikation von Blut- und Urinbestandteilen als potenzielle Biomarker – sie sollen helfen, die Herzmuskelschwäche bei Risikopatienten frühzeitig zu erkennen und den Krankheits- und Therapieverlauf zu beurteilen. Die anderen Programme untersuchen in Zusammenarbeit mit Herzinsuffizienz-Spezialisten der Klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Graz Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Herzinsuffizienz aufweisen. Am LBI.HF wird zudem ein neues Verfahren der telemedizinischen Betreuung (Übermittlung von Vitalwerten von Zuhause aus) für Patienten mit bereits fortgeschrittener Herzinsuffizienz entwickelt. Das in Zusammenarbeit mit dem AIT entwickelte Verfahren soll ermöglichen, dass ein verschlechterter Gesund¬heitszustand frühzeitig erkannt und durch eine Anpassung der medikamentösen Therapie beeinflusst werden kann.

    Über Herzinsuffizienz
    Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) betrifft derzeit mehr als 23 Millionen Menschen weltweit und jährlich kommen ca. zwei Millionen Neudiagnosen hinzu. Die Beschwerden der Patienten umfassen häufig zunächst sehr allgemeine Symptome wie Belastungseinschränkung („Leistungsknick“), Abgeschlagenheit und Müdigkeit, aber auch Luftnot, Schwellungen der Beine und Herzrhythmusstörungen. Einschränkungen im Alltag und häufige Krankenhausbesuche verringern die Lebensqualität der Betroffenen und sind darüber hinaus ein wesentlicher gesundheitsökonomischer Faktor. Die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz liegt mit über 50% innerhalb von 5 Jahren höher als bei vielen Krebs¬erkrankungen. Die einzige Heilungsmöglichkeit bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist heutzutage die Herztransplantation.

    Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft
    Die 1960 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Träger-organisation für Forschungseinrichtungen in Österreich. Ihre Institute befassen sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Die aus öffentlichen und privaten Mitteln finanzierte LBG untergliedert sich in Institute und Cluster. Sie beschäftigt insgesamt rund 300 Mitarbeiter. Ludwig Boltzmann Institute werden aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit institutionellen Partnerorganisationen.

    Über Bayer HealthCare
    Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit einem Umsatz von rund 16,9 Mrd. Euro (2010) gehört
    Bayer HealthCare, ein Teilkonzern der Bayer AG, zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care sowie Pharmaceuticals. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Bei Bayer HealthCare arbeiten weltweit 55.700 (Stand: 31.12.2010) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern.


    Weitere Informationen:

    http://www.bayer.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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