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24.11.2011 10:45

Basler Forscher entdecken Gedächtnismolekül

lic. phil. Hans Syfrig Fongione Kommunikation & Marketing
Universität Basel

    Auf der Suche nach den genetischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses sind Wissenschaftler der Universität Basel auf ein neues Gen mit bisher unbekannter Funktion gestossen, dem sie eine wichtige Rolle für die intakte Funktion des menschlichen Gedächtnisse zuschreiben. Die Ergebnisse ihrer Studie sind in der aktuellen Online-Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals «Molecular Psychiatry» publiziert.

    Erst seit wenigen Jahren ist es möglich, detailliertes Wissen über die Wichtigkeit von Genen für das menschliche Gedächtnis zu erlangen. Dies ist das Forschungsgebiet von Andreas Papassotiropoulos und Dominique de Quervain, Professoren an der Fakultät für Psychologie und am Biozentrum der Universität Basel sowie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK). Die Forscher haben in früheren Arbeiten bereits nachweisen können, dass Gene, die einfache Formen von Gedächtnis bei Tieren steuern, auch beim menschlichen Gedächtnis eine wichtige Rolle spielen.

    Nun haben die beiden Basler Wissenschaftler zusammen mit ihren Teams eine breit angelegte, genomweite Analyse durchgeführt, um gedächtnisrelevante Gene des Menschen zu identifizieren. Anstatt sich auf tierexperimentelle Daten zu stützen, untersuchten sie das gesamte menschliche Genom in der Hoffnung, bisher unbekannte Gene und Mechanismen zu entdecken. Dabei sind sie auf das Gen CTNNBL1 gestossen, dem die beiden Forscher nun eine wichtige Rolle für die intakte Funktion des menschlichen Gedächtnisses zuschreiben, weil es hochsignifikant mit der Gedächtnisleistung korreliert.

    Dank neuester Gen-Chip-Technologie waren die Forscher in der Lage, fast zwei Millionen Stellen des menschlichen Genoms zu untersuchen. Diese hohe Auflösung ermöglicht es, neue genetische Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses zu entdecken, wie im Fall von CTNNBL1. Mit Hilfe funktioneller Bildgebung konnten sie zudem zeigen, dass das neu entdeckte Gen die Hirnaktivität in gedächtnisrelevanten Regionen des Gehirns steuert. Als nächstes sind weitere Studien geplant, um mehr über dieses Gen und seine Rolle in der Informationsspeicherung herauszufinden.

    Neurobiologische Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses
    Das Projekt «Neurobiologische Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses» wird von Prof. Dominique de Quervain, Direktor der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften, und von Prof. Andreas Papassotiropoulos, Direktor der Abteilung Molekulare Neurowissenschaften der Universität Basel, geleitet und vom Schweizerischen Nationalfonds, der EU und universitären und privaten Stiftungen gefördert. Das Projekt umfasst mehrere tausend Versuchsteilnehmer und Patienten, und die eingesetzten Methoden reichen von molekulargenetischen Studien bis hin zu bildgebenden Verfahren und klinisch-pharmakologischen Studien. Zu den Zielen des Projektes gehören die Identifizierung von neurobiologischen und molekularen Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses und die gezielte Entwicklung neuer Therapiestrategien zur Behandlung von Gedächtnisstörungen.

    Originalbeitrag
    Papassotiropoulos A., Stefanova E., Vogler C., Gschwind L., Ackermann S., Spalek K., Rasch B., Heck A., Aerni A., Hanser E., Demougin P., Huynh KD., Luechinger R., Klarhöfer M., Novakovic I., Kostic V., Boesiger P., Scheffler K. und de Quervain DJ.
    A genome-wide survey and functional brain imaging study identify CTNNBL1 as a memory-related gene.
    Mol Psychiatry. 2011 Nov 22. doi: 10.1038/mp.2011.148. [Epub ahead of print]

    Weitere Auskünfte
    Prof. Dr. Andreas Papassotiropoulos, Universität Basel, Tel: 061 267 05 99, E-Mail: andreas.papas@unibas.ch
    Prof. Dr. Dominique de Quervain, Universität Basel, Tel. 061 267 02 37, E-Mail: dominique.dequervain@unibas.ch


    Weitere Informationen:

    http://www.unibas.ch/index.cfm?uuid=D06D80810A7BBF16489AF9CA9484D5C0&type=se...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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