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29.11.2011 14:10

Gold, Silber und Bronze für Erfindungen Thüringer Hochschulen

Bettina Wegner Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Ilmenau

    Auf der internationalen Fachmesse „Ideen - Erfindungen - Neuheiten“ iENA 2011 in Nürnberg gewannen Thüringer Hochschulen für Entwicklungen ihrer Wissenschaftler eine Gold-, fünf Silber- und eine Bronzemedaille. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung des PATON | Landespatentzentrum Thüringen wurden die Erfinder heute (29.11.2011) mit den Medaillen und Urkunden geehrt. Die Technische Universität Ilmenau erhielt ein Mal Gold und zwei Mal Silber, die Fachhochschule Jena zwei Mal Silber und ein Mal Bronze und die Bauhaus Universität Weimar zwei Mal Silber.

    Das PATON | Landespatentzentrum Thüringen an der Technischen Universität Ilmenau hatte zur diesjährigen iENA neun Erfindungen von Wissenschaftlern der TU Ilmenau, der Bauhaus Universität Weimar, der Fachhochschule Jena und der Materialforschungs- und Prüfanstalt an der Bauhaus Universität Weimar präsentiert. Das Spektrum der vorgestellten Erfindungen war sehr umfangreich. Die Bauhaus Universität Weimar präsentierte eine Arbeitsschutzorthese, also ein medizinisches Hilfsmittel zur Unterstützung beim Heben schwerer Lasten und ein vereinfachtes Tachymeter zur schnellen und kostengünstigen Vermessung von Räumen. Beide Entwicklungen erhielten ebenso eine Silbermedaille wie das Verfahren zur Messung von Brechzahlgradienten, das die Fachhochschule Jena vorstellte.

    Die Goldmedaille erhielten die Erfinder Prof. Martin Hoffmann, Lars Dittrich und Michael Bertko von der TU Ilmenau für eine neuartige Mikropumpe, die ganz ohne bewegliche mechanische Bauteile auskommt. Auf die bei bekannten Pumpprinzipien notwendige Membran kann bei der neuen Mikropumpe verzichtet werden, da die Oberflächenspannung der zu pumpenden Flüssigkeit als „virtuelle Pumpenmembran“ dient. Der Pumpeffekt wird durch elektrostatische Auslenkung der virtuellen Membran erzielt: Ein elektrisches Feld zwischen Flüssigkeit und nanostrukturierter Oberfläche zieht die Flüssigkeit kurzzeitig in die Nanostrukturen hinein, wodurch das Flüssigkeitsvolumen im entsprechenden Kanalabschnitt vergrößert wird. Schaltet man das elektrische Feld ab, wird die Flüssigkeit wieder aus den Nanostrukturen verdrängt. Die so erzeugte Volumenänderung wird in Verbindung mit Ventilen für einen Pumpeffekt genutzt. Eine solche Mikropumpe könnte künftig in der Pharmazie und Medizintechnik eingesetzt werden, in den Lebenswissenschaften und in der Bio-Mikrofluidik, zum Beispiel bei der Kultivierung von Zellen.

    Die Wissenschaftler der TU Ilmenau Prof. Jens Haueisen, Bernd-Ulrich Seifert und Stefan Schramm erhielten für eine multifunktionale Blende, die in der Augendiagnostik eingesetzt werden kann, eine Silbermedaille. Das entwickelte Gerät verbessert die Erkennung von Lichtstreuung im Auge, die zum Beispiel durch die Augenkrankheit Grauer Star verursacht wird. Derzeit sieht solches Licht nur der Patient selbst, nicht aber der untersuchende Arzt.

    Der Student der Technischen Physik der TU Ilmenau, Felix Fechner, wurde für seinen „Vibraduster“ ebenfalls mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Der Vibraduster ist ein neuartiger Staubsauger, der auch kleinste, tief unter der Faser sitzende Staubpartikel durch hochfrequente Druckluftstöße aus dem Untergrund befreit. Mit der Erfindung kann ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit, insbesondere für Allergiker, geleistet werden.

    Die internationale Fachmesse iENA fand als Forum für die internationale Vermarktung von Erfindungen und neuen Produkten zum 63. Mal statt. In diesem Jahr präsentierten Aussteller aus 30 Nationen über 800 Erfindungen. Die Besucher kamen aus über 40 Nationen der Erde. Mit ihrem hohen Anteil an ausländischen Fachbesuchern konnte die iENA ihre internationale Bedeutung weiter festigen.

    Der Messestand des PATON | Landespatentzentrums Thüringen auf der iENA 2011 dokumentierte die enge Zusammenarbeit zwischen Thüringer Hochschulen und der Industrie. Zur Vermarktung der präsentierten Produkte und Verfahren konnten nationale und internationale Kontakte geknüpft werden. Das PATON stellte nicht nur Erfindungen und Produkte vor, sondern auch seine Aktivitäten rund um Patentverwertung und die eigenen Recherche-, Analyse- und Schulungsleistungen sowie Fördermaßnahmen für Erfinder.

    Kontakt:
    Sabine Milde
    Technische Universität Ilmenau
    PATON - Landespatentzentrum Thüringen
    Telefon 03677 / 69- 4503
    Email: sabine.milde@tu-ilmenau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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