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01.12.2011 09:51

Sensoren mit POF

Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch Marketing und Kommunikation
PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

    Licht zu Erfassung sensorischer Größen bietet zahlreiche Vorteile, z.B. berührungslose Erfassung von Messgrößen, EMV–Verträglichkeit, Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen usw.. Die Kombination mit kostengünstigen Komponenten, wie sie durch Technologien aus dem Bereich der Polymer Optischen Fasern zur Verfügung stehen, ermöglicht die Herstellung innovativer Sensoren. Diese Sensoren auf Basis von Polymer Optischen Fasern waren Schwerpunkt dieses Forums.

    Am 15.11.2011 fand im Innovations- und Gründerzentrum in Wernigerode das Forum „Sensoren mit POF“ statt. Seit seiner Gründung im Jahre 2007 verfügt das ehemalige NEMO Netzwerk POF-LAB über ein Anwendungslabor im IGZ. Das Nemo-Netzwerk wird seit Sommer 2011 unter der Leitung des Kompetenznetzes für Optische Technologien PhotonicNet offiziell weiter geführt. Mit diesem Schritt wurde die Zukunft des POF-Netzwerks sichergestellt.
    Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch, Geschäftsführer der PhotonicNet GmbH, begrüßte die Teilnehmer und stellte kurz die zukünftige Schwerpunktbildung innerhalb des POF-LAB die Sensortechnik mit Polymer Optischen Fasern, vor.

    In seinem Übersichtsvortrag gab Prof. Dr. U. Fischer-Hirchert, Institutsleiter an der Hochschule Harz in Wernigerode, einen Überblick über die Funktionsweise von Polymer Optischen Fasern. Anschließend präsentierte er Anwendungen dieser Technologie in der Medizintechnik und Automotive.

    Einen weiterer aktueller technologischer Megatrend stellen regenerativen Energien dar. Auch hier bieten sich POF Sensoren an, beispielsweise in der Überwachung von Windkraftanlagen. Diese Konzepte stellte Herr Küster, der Geschäftsführer der POFNETZ GmbH aus Scheeßel, vor. Er verwies insbesondere auf den großen Vorteil, den ein Optischer Faser Sensor gegenüber klassischen Kupferleitungen hat. Die optische Faser stellt bei den exponiert stehenden Windkraftanlagen keine Blitzschutzgefährdung dar.

    Zur Herstellung von Spezial Polymer Optischen Fasern fehlt in Deutschland ein geeigneter Faserhersteller. Die großen Hersteller von Polymer Optischen Fasern sind im asiatischen Wirtschaftsraum angesiedelt. Vor diesem Hintergrund war der Vortrag der Herren Cichosch und Schütz von der Technischen Universität Braunschweig von besonderem Interesse. Sie stellten das Projekt SEPOFA „Seltenerddotierte Polymerfaserverstärker“ vor. Teil dieses Vorhabens ist die Umsetzung eines Ziehverfahrens zur Herstellung von Polymerfaserverstärkern. Die Technologie des Ziehens von Polymerfasern wurde an der TU Braunschweig aufgebaut und steht interessierten Herstellern und Entwicklern zur Produktion von Spezialfasern zur Verfügung.

    Ein weiterer Vorteil der optischen Fasersensorik liegt in der gleichzeitigen Bestimmung mehrerer Messgrößen. Herr Lenke stellte Ansätze zur verteilten und polymer optische Fasersensorik und deren Anwendung vor. Eine Anwendung mit der die Fachgruppe Mess- und Prüftechnik Sensorik, die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung aus Berlin beschäftigt, ist die Überwachung sogenannter Geobauten. Beispielsweise kann dies eine Autobahnböschung sein. Um hier steilere Bauformen herstellen zu können, wird in den Boden ein Geotextil eingebracht, welches die entstehenden Zugkräfte ableitet. Um mögliche Bewegungen und Spannungen innerhalb dieser Geotextilienlagen zu erfassen, bieten sich ebenfalls Sensoren auf Basis polymerer optischer Fasern an. Die hiermit erreichten Ergebnisse wurden von Herrn Lenke vorgestellt.

    Dr. Schröder vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) aus Berlin stellte nach der Mittagspause eine flexible optische Bondtechnik mit POF für Sensorik und Kommunikation vor. Durch eine geschickte Anpassung eines Wirebonders können hier mit Wedge- und Ball-Bonds optische Verbindungen von Bauteilen erzeugt werden.

    Das Anwendungszentrum für Optische Polymerfasern (POF-AC) aus Nürnberg hat in den letzten Jahren Ansätze zur Strukturüberwachung mit POF-Sensorik umgesetzt. Diese Systeme wurden von Prof. Dr. Ziemann ebenso wie weitere Anwendungsgebiete vorgestellt. Der umfassende Vortrag bot an dieser Stelle den richtigen Einstieg in die gemeinsame Diskussion über weitere Einsatzgebiete und Marktpotentiale. In der Diskussion stellte sich heraus, dass dieses Thema stärker unterstützt werden sollte. Daher wurde beschlossen, über das POF-LAB einen Arbeitskreis zu organisieren und die Problemstellung bei der Umsetzung und Vermarktung von Sensoren auf Basis der POF gemeinsam zu lösen. Hierzu wird vom POF-LAB auch 2012 wieder eine Veranstaltung zum Thema Sensoren und POF angeboten.

    Die 35 Teilnehmer konnten nach dem Vortragsprogramm noch einen Blick auf die aktuellen Forschungsprojekte von Prof. Fischer-Hirchert an der Hochschule Harz werfen. So stellte Dr. Haupt vom Forschungsprojekt „Hochgeschwindigkeitsnetze über Optische Polymerfasern“ (http://hope.hs-harz.de/) den Messaufbau eines optischen Spektrometers für Wavelength Division Multiplexing, im neu eingerichteten Reinraum der Hochschule Harz, vor. Prof. Fischer-Hirchert zeigte im Anwendungslabor des POF-LAB, wie die vorgestellten Sensorkonzepte für Anwendungen im Bereich des (AAL Ambient Assisted Living) erforscht werden. Hierzu wurde Ende 2010 das an der Hochschule Harz angesiedelte Netzwerk TECLA (Technikunterstützte Pflege-Assistenz-Systeme, http://ufischerhirchert.hs-harz.de/tecla/) gegründet.
    Kontaktanfragen bitte an Dr. Thomas Fahlbusch (fahlbusch@photonicnet.de) oder Prof. Dr. Fischer-Hirchert (ufischerhirchert@hs-harz.de).


    Weitere Informationen:

    http://www.photonicnet.de/Aktuelles/pressemitteilungen/2011/201esensoren-mit-pof...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Elektrotechnik, Geowissenschaften, Maschinenbau, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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