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07.12.2011 10:52

Humboldt-Forschungspreis für Nobelpreisträger Aaron Ciechanover - Gastgeber MDC

Barbara Bachtler Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

    Dem israelischen Nobelpreisträger Aaron Ciechanover ist jetzt der Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) zuerkannt worden. Sein Gastgeber in Deutschland wird das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch sein, ein Forschungszentrum, das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört. Prof. Ciechanover ist Mediziner und Biologe und forscht an der Medizinischen Fakultät des Israelischen Instituts für Technologie (Technion) in Haifa (Israel). Mit dem Preis werden laut AvH Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, deren grundlegende Arbeiten das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben. Die Auszeichnung ist mit 60 000 Euro dotiert.

    Am MDC arbeitet Prof. Ciechanover insbesondere mit der Forschungsgruppe von Prof. Thomas Sommer zusammen. Dort wird er an gemeinsamen Projekten zur Entsorgung fehlerhafter Proteine arbeiten. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es dem MDC außerdem, seine Kontakte mit israelischen Wissenschaftlern vor allem vom Technion zu vertiefen.

    Prof. Ciechanover ist einer der Entdecker der „Müllabfuhr der Zelle“, des Ubiquitin-Proteasom-Systems. Er hat dafür zusammen mit Avram Hershko und Irwin Rose 2004 den Chemienobelpreis erhalten. Dieses System dient im wesentlichen der Qualitätssicherung in höheren Zellen, also Zellen, die einen Zellkern (Eukaryonten) besitzen. Es entsorgt nicht mehr benötigte oder defekte Proteine. Würden solche Proteine nicht abgebaut, wären schwerwiegende Schädigungen der betroffenen Zellen die Folge. Nur Proteine, die gezielt aussortiert werden müssen, werden mit dem Molekül Ubiquitin markiert und kommen in den Schredder der Zelle, in das Proteasom. Dort werden sie zerhackt und abgebaut. Ubiquitin kommt, wie sein Name besagt, (ubiquitär = überall verbreitet) in Eukaryonten vor.

    Veränderungen in der zellulären Müllabfuhr können zu Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, zu genetisch bedingten Erkrankungen, wie die Zystische Fibrose, sowie zu Erkrankungen des Immunssystems führen. Die Erforschung des Ubiquitin-Proteasom-Systems und die Identifizierung der an dem Abbau von Schlüsselproteinen beteiligten Komponenten hat bereits zur Entwicklung eines neuartigen Medikaments gegen Krebs geführt. Prof. Ciechanover ist davon überzeugt, dass diese Forschungen zu weiteren Medikamenten führen werden, die gezielt nur die an einem Krankheitsprozess beteiligten Proteine angreifen.

    Aaron Ciechanover wurde 1947 in Haifa, Israel, geboren. 1975 promovierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem in Medizin, 1982 folgte seine Promotion am Technion. Er ist außerordentlicher Professor am Zentrum für Krebs und Gefäßbiologie im Rappaport Forschungsinstitut und der Fakultät für Medizin und Forschung des Technion. Bevor er den Nobelpreis bekam, hatte Prof. Ciechanover im Jahr 2000 den Albert Lasker Award und 2003 den Israel Preis erhalten. Er ist Mitglied der Israelischen Akademie der Wissenschaften und Geisteswissenschaften sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (ausländisches Mitglied).

    Barbara Bachtler
    Pressestelle
    Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
    in der Helmholtz-Gemeinschaft
    Robert-Rössle-Straße 10
    13125 Berlin
    Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
    Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
    e-mail: presse@mdc-berlin.de
    http://www.mdc-berlin.de/


    Weitere Informationen:

    http://www.technioncancer.co.il/ResearchGroups.php


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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