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09.12.2011 13:10

Ärzte zeigen, wo es leuchten muss

Dr. Andreas Wolff Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Photonische Technologien

    Karlsruhe. Ein internationales Ärztekonsortium hat am Mittwoch, 7. Dezember, in Karlsruhe Forschungsprojekte ausgezeichnet, die mit optischen Technologien Krankheiten besser diagnostizieren bzw. therapieren können. Bei dem wissenschaftlichen Treffen des interdisziplinären Netzwerkes Photonics4Life präsentierten sich 19 europäischen Projekte. Die Ärzte wählten acht Projekte aus, die am aussichtsreichsten in die Klinik integriert werden können. Die Projektleiter werden ihre Siegerprojekte dann europaweit auf mehreren Veranstaltungen vorstellen.

    „Besonders überzeugen konnten uns Arbeiten, die sich bewusst nur auf ein Teilgebiet von Diagnose oder Therapie beschränken, dort dafür aber konkurrenzlose Technologien bereitstellen“, sagte die Leiterin des sechsköpfigen Ärztekonsortiums Prof. Katarina Svanberg vom Medizinischen Laserzentrum in Lund, Schweden. Zu den ausgewählten Projekten gehört beispielsweise eine Kollaboration von schweizerischen und spanischen Forschern, die den Blutfluss von Neugeborenen mit Infrarotlicht beobachten wollen, um die Sauerstoffversorgung ihres Gehirns zu überwachen. Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus Deutschland und Belgien wiederum zeigte seine Arbeiten an einem neuen 3-D-Endoskop, mit dem sich die menschliche Blase genauer als jemals zuvor auf bösartige Wucherungen untersuchen lässt. Deutsche Forscher sind auch einem anderen ausgezeichnetem Projekt beteiligt. Zusammen mit mehreren Gruppen aus Schottland untersuchen sie Möglichkeiten ungewolltes Hintergrundleuchten in der Spektroskopie von Gewebe zu unterdrücken um krankheitsbedingte Gewebeänderungen identifizieren zu können.

    In den folgenden 6 Monaten gehen die ausgewählten Projekte nun die Gelegenheit auf eine „Europatournee“, wie es der Netzwerkkoordinator von Photonics4Life, Professor Jürgen Popp, ausdrückt. „Die Forscher haben hart gearbeitet und vielversprechende Technologien für das Gesundheitswesen erarbeitet. Jetzt werden sie ihre Ergebnisse vorstellen und hoffentlich die Fachwelt begeistern“, so der wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Instituts für Photonische Technologien und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie an der Universität Jena. Die Sieger werden auf medizinischen Konferenzen, beim 3. Internationalen Kongress zur Biophotonik, der ICOB2012, und einer interdisziplinären Sommerschule im Mai 2012 in Halle ihre Arbeiten zeigen können.

    Mit der Beurteilung technologischer Projekte durch Ärzte noch während der Entwicklungsphase, möchte das Netzwerk Photonics4Life dazu beitragen, medizinische Forschung effizienter zu machen. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Ärzte, Wissenschaftler und Technologen enger zusammenarbeiten müssen, um zu neuen Lösungen zu gelangen. Eine große Hürde auf diesem Weg ist die schwache interdisziplinäre Kommunikation zwischen den Beteiligten und die fehlenden Kenntnisse über andere Bereiche der Wissenschaft. Die entscheidenden Forscher zusammenzubringen und besser zu vernetzen, ist das Ziel von Photonics4Life.

    Photonics4Life ist ein Zusammenschluss aus 13 Spitzenforschungseinrichtungen, die zusammen eine europäische Plattform der Biophotonik für Wissenschaft und Industrie etablieren. Ihr Ziel ist es dabei, einen interdisziplinären Rahmen für die Forschung in diesem fragmentierten Bereich bereitzustellen und durch lokale, nationale und europäische Forschungs- und Kommunikations-Aktivitäten zwischen technischen Entwicklern und ärztlichen Anwendern zu stärken. Das Netzwerk bringt dazu seit 2008 mit verschiedenen interdisziplinären Aktivitäten die sonst nur lokal vernetzten Wissenschaftler auf europäischer Ebene zusammen, um die Lücke zwischen den beteiligten Disziplinen des Gesundheitswesens und den optischen Technologien zu schließen. "Interdisziplinäre Treffen wie dieses hier in Karlsruhe sind ein wichtiges Werkzeug, denn sich gegenseitig kennenzulernen, ist der Ausgangspunkt für beiderseitiges Interesse und damit für wissenschaftliche Zusammenarbeit", erklärte Popp abschließend.

    Ihr Ansprechpartner:
    Prof.
    Jürgen Popp
    Wissenschaftlicher Direktor IPHT
    Telefon +49 (0) 3641 206-301
    Telefax +49 (0) 3641 206-499
    juergen.popp@ipht-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.photonics4life.eu
    http://www.ipht-jena.de
    http://www.icob2012.org


    Anhang
    attachment icon Ärzte zeigen, wo es leuchten muss

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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