idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
09.12.2011 13:10

Hörsysteme der Zukunft: DFG fördert Oldenburger Forschergruppe „Individualisierte Hörakustik“

Dr. Corinna Dahm-Brey Presse und Kommunikation
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

    Oldenburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Oldenburger Forschergruppe „Individualisierte Hörakustik“ in den kommenden drei Jahren mit 2,1 Millionen Euro. Das gab die DFG heute bekannt. Wissenschaftlicher Sprecher ist Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter der Abteilung Medizinische Physik an der Universität Oldenburg. In der Forschergruppe haben sich zehn WissenschaftlerInnen der Universität, des Kompetenzzentrums HörTech und der Jade Hochschule zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel: ein „Hören für alle“, auch in akustisch anspruchsvollen Situationen.

    „Mit ihrer Entscheidung würdigt die DFG die herausragenden Leistungen der Oldenburger Hörforschung. Die jetzt bewilligte Forschergruppe wird mit ihren Arbeiten zum Wohl von Hörgeschädigten die nationale und internationale Bedeutung der Universität Oldenburg im Bereich der Hörforschung weiter ausbauen“, betont Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.

    „In Deutschland steigt die Zahl hörgeschädigter Menschen stetig. Inzwischen ist nahezu jeder fünfte betroffen“, sagt der Physiker und Mediziner Kollmeier. Im täglichen Leben störten Lärm oder Nachhall den Austausch zwischen Zuhörer und Sprecher oft erheblich. „Mit Methoden der Akustik, der Psychoakustik und der Signalverarbeitung wollen wir diese grundlegenden Schwierigkeiten lösen.“

    „Störquellen-Problem“ nennt man die Trennung zwischen gewünschtem Nutzschall und unerwünschtem Lärm. Dieses Problem tritt vor allem in akustisch anspruchsvollen Situationen auf, beispielsweise in einem belebten Café. „Die bisherige Signalverarbeitungstechnik von Hörgeräten ist längst noch nicht so leistungsfähig wie das gesunde menschliche Gehör und lässt sich auch noch nicht ausreichend auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer anpassen“, erklärt Kollmeier, und fügt hinzu: „Wir streben ganz neue Wege bei der Schalldarbietung an, entweder mit räumlich abstrahlenden Lautsprecher-Anordnungen oder direkt im Gehörgang mit ‚Antischall‘.“

    Um zu besseren Lösungen in der Hörtechnik zu gelangen, wollen die WissenschaftlerInnen in den nächsten Jahren Hörmodelle und Algorithmen erforschen, die in Prototypen für zukünftige Hörsysteme einfließen. Das Ziel: Die akustische Wahrnehmung in möglichst vielen Situationen für eine große Zahl von individuellen Nutzerprofilen vorhersagbar und steuerbar zu machen, um sie dadurch zu optimieren. „Mit der Forschergruppe ist es uns gelungen, die neuberufenen Kollegen der angewandten Physik in einem gemeinsamen Verbundprojekt so einzubinden, dass wir dem gemeinsamen Ziel ‚Hören für alle‘ deutlich näher kommen können“, freut sich Kollmeier über die Förderung durch die DFG. „Das ist eine gute Voraussetzung für unsere Bewerbung im Exzellenzcluster-Wettbewerb.“ Gemeinsam mit HörforscherInnen aus Hannover beteiligten sich im laufenden Wettbewerb Oldenburger WissenschaftlerInnen an der Exzellenzinitiative 2011 mit dem Exzellenzcluster-Antrag „Hearing4all“. Die Förderentscheidung fällt im Juni 2012.

    Kontakt: Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Institut für Physik, Tel.: 0441/798-5477, E-Mail: birger.kollmeier@uni-oldenburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.physik.uni-oldenburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).