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12.12.2011 14:23

Dupuytren'sche Beugekontraktur der Hand im Wandel: Neue, nicht-operative Behandlung

Philipp Kressirer Kommunikation und Medien
Klinikum der Universität München

    Im Mai 2011 wurde in Deutschland durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BefArM) ein neues Medikament zur nicht-operativen Behandlung des Morbus Dupuytren zugelassen (mikrobielle Kollagenase aus Clostridium histolyticum). Die Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie (Chefarzt: Prof. Dr. med. Riccardo Giunta) am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eine der ersten in Deutschland, die das neue Behandlungsverfahren anwenden. Mittlerweile liegen Erfahrungen mit mehr als 35 Anwendungen vor.

    Im Mai 2011 wurde in Deutschland durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BefArM) ein neues Medikament zur nicht-operativen Behandlung des Morbus Dupuytren zugelassen (mikrobielle Kollagenase aus Clostridium histolyticum). Die Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie (Chefarzt: Prof. Dr. med. Riccardo Giunta) am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eine der ersten in Deutschland, die das neue Behandlungsverfahren anwenden. Mittlerweile liegen Erfahrungen mit mehr als 35 Anwendungen vor. Die neue Behandlungsoption erweitert die Therapiemöglichkeiten und zeigt sehr gute Erfolge mit geringen Nebenwirkungen. Vorteile sind die ambulante Behandlung und die sehr kurze Rehabilitationszeit, da keine Operationswunden für den Patienten entstehen.

    Der Morbus Dupuytren bewirkt eine fortschreitende Beugekontraktur der Finger, die durch eine zunehmende narbige Veränderung des Bindegewebes in Hohlhand verursacht wird. Durch einen oder mehrere Kontrakturstränge wird die Streckung eines einzelnen oder mehrerer Fingers eingeschränkt. Die Veränderung ist meist nicht schmerzhaft, eine direkte Ursache ist nicht bekannt. Meist besteht eine familiäre Häufung und mehrere Familienmitglieder sind betroffen. Andere chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus werden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Das neue Medikament wird in einem ersten Schritt durch den Handchirurgen in den Kontrakturstrang injiziert. In den darauf folgenden 24 Stunden löst das Enzym Kollagenase das Bindegewebe des Stranges auf. Am Tag nach der Injektion wird in lokaler Anästhesie der Kontrakturstrang unterbrochen („Cord-Breaking“). In einigen Fällen treten Hautrisse auf, die eine kompetente Wundbehandlung erfordern. Eine physiotherapeutische Begleitbehandlung sowie eine Schienenbehandlung zur Nacht in Streckstellung des Fingers sind empfehlenswert.

    Das zugelassene Medikament wird von allen Kassen übernommen. Die ärztliche Leistung wir von den privaten Kassen übernommen. Bei gesetzlich Versicherten ist für die ärztliche Behandlung vorab eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erforderlich.
    Das zusätzliche Behandlungsverfahren findet bei Patienten sehr positiven Zuspruch. Insbesondere gilt dies für die Betroffenen, die auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit einer Operation auf Grund der resultierenden Arbeitsunfähigkeit eher ablehnend gegenüber stehen und die Behandlung lange hinauszögern sowie für Patienten mit direktem Vergleich zwischen Operation und Kollagenase Behandlung. Die ersten Erfahrungen sind für ausgewählte Patienten insgesamt sehr positiv. Im Gegensatz zur Operation verbleibt allerdings der Großteil des Kontrakturstrangs in der Hohlhand. Langzeiterfahrungen in Bezug auf ein Wiederauftreten der Beugekontraktur liegen derzeit noch nicht vor.

    Die Behandlung ist aus unserer Erfahrung an der LMU München gerade für Patienten mit isolierten einzelnen Strängen und einer Beugekontraktur im Grundgelenk besonders attraktiv. Eine Operation empfiehlt sich weiterhin bei ausgedehnten Veränderungen, die mehrere Finger und Gelenke betreffen. Eine individuelle Beratung des Patienten über die verschiedenen Behandlungsoptionen durch den Handchirurgen ist unerlässlich.

    Kontakt:
    Prof. Dr. med. Riccardo Giunta, FACS
    Chefarzt der
    Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie
    Campus Innenstadt und Großhadern der
    Ludwig-Maximilians Universität München
    Pettenkoferstr. 8a, 80336 München
    Tel. +49/89/5160-2697, Fax -4401
    Email r.giunta@med.uni-muenchen.de
    www.plastische-chirurgie-münchen.com

    Klinikum der Universität München
    Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2010 an den Standorten Großhadern und Innenstadt 465.000 Patienten ambulant, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 45 Fachkliniken, Institute und Abteilungen sowie 35 interdisziplinäre Zentren verfügen über mehr als 2.200 Betten. Von insgesamt über 10.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2010 rund 70 Millionen Euro an Drittmitteln verausgabt und ist seit 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
    Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität ist das Klinikum der Universität München an sechs Sonderforschungsbereichen der DFG (SFB 455, 571, 594, 596, 684, 824), an drei Sonderforschungsbereichen-/Transregio (TR 05, TR 22, TR 36), einer Forschergruppe (FOR 535) sowie an drei Graduiertenkollegs (GK 1091 und 1202, SFB-TR 36) beteiligt. Hinzu kommen die drei Exzellenzcluster „Center for Integrated Protein Sciences“ (CIPSM), „Munich Center of Advanced Photonics“ (MAP) und „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM) sowie die Graduiertenschule „Graduate School of Systemic Neurosciences“ (GSN-LMU).
    Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.klinikum.uni-muenchen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.handchirurgie-münchen.com - Homepage der Handchirurgie am LMU-Uniklinikum


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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