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14.12.2011 11:10

Sicherer Zugang zum Herzen

Johannes Scholten Pressestelle
Philipps-Universität Marburg

    Eine Erfindergruppe unter Marburger Leitung hat ein europäisches Patent für ein neuartiges Verfahren erhalten, das eine zuverlässige Fixierung und Manipulation von Geweben ermöglicht. Der so genannte „Attatch-Lifter“ des Teams um Professor Dr. Heinz Rupp und Professor Dr. Bernhard Maisch von der Philipps-Universität kann prinzipiell für jedes ansaugbare Gewebe eingesetzt werden.

    Der operative Einsatz von Vorrichtungen zur Fixierung und therapeutischen Behandlung insbesondere von Geweben, die empfindliche Organe umgeben, ist mit außerordentlich hohen medizintechnischen Anforderungen verbunden. Vor allem im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffes am Herzen, der keine unmittelbare Sichtkontrolle erlaubt, muss eine verlässliche Anheftung und Fixierung von Gewebe unbedingt gewährleistet sein. So kann etwa eine versehentliche Verletzung des Herzmuskels binnen weniger Minuten zum Tod führen.

    Gegenüber den herkömmlichen medizinischen Vorrichtungen verfügt das Marburger Verfahren über eine Reihe von Vorzügen. Während die erfolgreiche Anheftung des Körpergewebes oder Organs an die entsprechende Apparatur bislang nicht sicher erkannt und signalisiert werden konnte, ist es mit dem Attatch-Lifter gelungen, eine deutlich verstärkte und zuverlässige Anheftung eines Gewebes bei gleichzeitig risikoloserer Annäherung der darunterliegenden Bereiche zu realisieren. Dies gilt nicht zuletzt auch für diejenigen Fälle, in welchen das Gewebe entweder vernarbt oder durch Verfettungen stark verdickt ist.

    Als besonders vorteilhaft erweisen sich die Eigenschaften der neu entwickelten Vorrichtung für Konstellationen, bei denen mehrere Gewebe übereinanderliegen oder das äußere Gewebe über einem Organ angeordnet ist. So ermöglicht die Erfindung die Erschließung des Innenraums des äußeren Gewebes und damit beispielsweise den Zugang in den Herzbeutel nach Fixierung und Anhebung des Perikards durch Anheftung an die Vorrichtung. Dabei wird etwa im Falle einer Punktion zugleich der Bereich unterhalb des Gewebes für Manipulationen wie Zu- oder Abführen von Flüssigkeiten oder Materialien eröffnet.

    Der Einsatzbereich des „Attach-Lifters“ ist beträchtlich. Herz-Kreislauferkrankungen sind in den Industrienationen mit Abstand die häufigste Todesursache. Allein in deutschen Krankenhäusern wurden im Jahr 2009 nahezu 350.000 Operationen am Herzen durchgeführt. „Als wichtiges Anwendungsfeld verfolgen wir derzeit die Behandlung einer lebensbedrohlichen akuten Perikardtamponade, die nur mit dem Attach-Lifter am Krankenbett ohne die sonst erforderliche Röntgenkontrolle risikolos durchgeführt werden kann“, erläutert Rupp. „Es ist daher unser Ziel, den Attach-Lifter als Notfallinstrument in entsprechende Kliniken als Einmalgerät einzuführen.“
    (Pressetext: Holger Mauelshagen, http://www.transmit.de)

    Weitere Informationen:
    Ansprechpartner: Professor Dr. Heinz Rupp,
    Schwerpunkt Kardiologie
    Tel.: +49 (6421) 586-2775
    E-Mail: Rupp@staff.uni-marburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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