idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
19.12.2011 12:45

Ergebnisse der weltweit größten Studie zu Thrombozyten in NATURE veröffentlicht

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Täglich Milliarden Blutplättchen - Greifswalder SHIP-Studie hilft, die Bedeutung von Genveränderungen für die Bildung und Funktion von Blutplättchen zu verstehen

    In der Zeitschrift NATURE, einer der renommiertesten Wissenschaftsorgane, sind im Dezember die Ergebnisse* der bislang weltweit größten Studie zu Thrombozyten veröffentlicht worden. Blutplättchen (Thrombozyten) sind von großer Bedeutung in der Medizin.

    Eine verminderte Zahl an Blutplättchen kann zu Blutungen führen. Blutplättchen sind aber auch an der Entstehung von Herzinfarkt und Schlaganfall beteiligt. „Die umfassende Analyse ist in einer beispiellosen internationalen Zusammenarbeit entstanden. Erneut wurden dabei die Daten der Gesundheitsstudie SHIP (Study of Health in Pomerania) genutzt, um die Bedeutung von Genveränderungen für die Bildung und Funktion von Blutplättchen zu verstehen“, sagte der Greifswalder Transfusionsmediziner und Gerinnungsexperte Prof. Andreas Greinacher.

    124 Forscher aus 13 Ländern Europas und Asiens haben über drei Jahre zusammen gearbeitet und durch die Untersuchung der Gene von 68.000 Probanden und Patienten entscheidende Informationen über das Zusammenspiel der Eiweißbausteine in Thrombozyten erhalten. Aus der Greifswalder Universität waren die Wissenschaftler Prof. Matthias Nauck, Prof. Uwe Völker, Dr. Alexander Teumer und Dr. Sebastian Baumeister sowie Prof. Andreas Greinacher beteiligt.

    „Wir wollten herausfinden, welche Gene die Größe und die Anzahl der Thrombozyten im Blut bestimmen und wollten verstehen, wie diese Gene zusammenspielen, damit der Körper täglich die Milliarden von Blutplättchen bildet. Das erlaubt uns, neue Ziele für Medikamente gegen Herzinfarkt und Schlaganfall zu definieren“, erläuterte Greinacher. Die Greifswalder haben als Partner der international besten Forschergruppen fast zehn Prozent aller genetischen Untersuchungen der aktuellen Untersuchung durchgeführt. „Wir konnten die bei Menschen identifizierten Gene, die für die Thrombozytenbildung verantwortlich sind, auch im Zebrafisch und in der Fruchtfliege finden. Das zeigt, dass diese Gene bereits früh in der Evolution aufgetreten sind und sich seitdem in allen neuen Lebewesen gehalten haben. Damit haben diese Gene eine bedeutende biologische Funktion.“ Eines der neu identifizierten Gene ist beispielsweise für die Aufnahme von Eisen verantwortlich. Eisenmangel stellt ein weltweit sehr verbreitetes Gesundheitsproblem dar. „Diese Studie hat die Wissenschaft einen großen Schritt vorangebracht.“ Die Greifswalder Wissenschaftler möchten auch ihren Dank an die Teilnehmer der SHIP-Studie in Greifswald und Vorpommern ausdrücken, die diese Ergebnisse erst möglich gemacht haben.

    *Weitere Informationen
    “New gene functions in megakaryopoiesis and platelet formation”
    http://www.nature.com/nature/journal/v480/n7376/full/nature10659.html (http://www.nature.com)
    Nature 480, Pages 201–208, Date published: 8 December 2011, doi: 10.1038/nature10659

    Universitätsmedizin Greifswald
    Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin
    Abteilung Transfusionsmedizin
    Leiter: Prof. Dr. med. Andreas Greinacher
    Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
    T +49 3834 86-54 82
    E greinach@uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).