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19.12.2011 13:52

Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt des Bonner Universitätsklinikums zum Pankreaskarzinom

Johannes Seiler Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Wissenschaftler unter Federführung der Bonner Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie erforschen eine neuartige Therapie gegen Bauchspeicheldrüsentumore. Die Forscher wollen einen Signalweg unterbrechen, der das Wachstum des Krebsgeschwürs ankurbelt. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit 313.414 Euro.

    Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind tückisch. Sie werden meist spät entdeckt, weil sie zunächst kaum Beschwerden machen. Nur etwa zehn bis 15 Prozent der Pankreastumore – wie sie medizinisch genannt werden – können zum Zeitpunkt der Diagnose noch durch eine Operation entfernt werden. „Das Pankreaskarzinom stellt die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland dar und zeichnet sich durch eine ausgesprochen ungünstige Prognose und weitgehende Resistenz gegenüber fast allen derzeit verfügbaren Therapieoptionen aus“, sagt Dr. med. Georg Feldmann, der an Bonner Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie (Direktor: Prof. Dr. med. Peter Brossart) die Arbeitsgruppe „translationale Therapieforschung“ leitet.

    Gen-Knockdown stoppt das Krebswachstum

    Die Forscher suchen nach neuartigen Ansätzen, das Tumorwachstum in der Bauchspeicheldrüse zu unterbinden. „Die Cyclin-abhängige Kinase 5 ist ein Enzym, das an der Ausbreitung von Pankreastumoren beteiligt ist“, berichtet Dr. Feldmann. „Damit ist sie ein potenzielles Ziel für die Therapieforschung.“ Anhand von Gewebeproben und an Mäusen untersuchen die Wissenschaftler nun, wie sich das Enzym, das für das Wachstum der Krebszellen mit verantwortlich ist, ausschalten lässt. Zwei Wege kommen dafür in Frage: Die Cyclin-abhängige Kinase 5 lässt sich mit bestimmten Medikamenten hemmen. Außerdem wollen die Wissenschaftler das Gen ausschalten, das den Bauplan für das Enzym enthält. „Wir gehen davon aus, dass sich damit das weitere Wachstum des Pankreaskarzinoms stoppen lässt“, sagt der Arbeitsgruppenleiter.

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit

    Die Wissenschaftler des Bonner Universitätsklinikums arbeiten hierfür eng mit dem Centrum für Integrierte Onkologie (CIO), einem Verbund der Universitätskliniken Köln und Bonn zur umfassenden Betreuung, Diagnostik und Behandlung von Krebspatienten, zusammen. An dem Projekt sind weitere Kliniken und Institute in Deutschland und im Ausland als Kooperationspartner beteiligt, darunter Dr. med. Lukas C. Heukamp am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Köln und Professor Anirban Maitra an der Johns Hopkins-Universität in Baltimore (USA). „Damit wird die Therapieforschung zum Pankreaskarzinom weiter gestärkt, die einen der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Bonner Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie darstellt“, sagt Dr. Feldmann. Dieser Forschungsschwerpunkt wird bereits im Rahmen zweier weiterer Projekte durch die Deutsche Krebshilfe und die Europäische Union gefördert.

    Kontakt:

    Dr. med. Georg Feldmann
    Medizinische Klinik 3 des
    Universitätsklinikums Bonn
    Tel.: 0228/28722263
    E-Mail: georg.feldmann@uni-bonn.de

    Prof. Dr. med. Peter Brossart
    Medizinische Klinik 3 des
    Universitätsklinikums Bonn
    Tel.: 0228/28722263
    E-Mail: peter.brossart@ukb.uni-bonn.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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