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21.12.2011 09:01

Rekord an der MHH: Nahtlose Herzklappe zum 100. Mal implantiert

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    Weltweit höchste Anzahl bei neuartigem Verfahren zum Herzklappenersatz – Geringere Belastung für Patienten durch verkürzte Operationszeit

    Für viele Patienten, die an einer Verkalkung der Aortenklappe leiden, ist ein offen herzchirurgischer Eingriff zu risikoreich. Besonders bei älteren Patienten, die zudem noch unter weiteren Begleiterkrankungen leiden, ist das Risiko des Eingriffs mit kompletter Durchtrennung des Brustbeines und Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine oft zu hoch. Um diesen Hochrisikopatienten dennoch einen lebensrettenden Herzklappenersatz zu ermöglichen, bietet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine schonende Alternative: Die Implantation einer sogenannten nahtlosen Aortenklappe. Dieses Verfahren hat ein Team um Professor Dr. Dr. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG), und Privatdozent Dr. Malakh Shrestha, Leitender Oberarzt der HTTG, am 19. Dezember 2011 bereits zum 100. Mal durchgeführt. Mit der 100. Implantation einer solchen Prothese steht die MHH weltweit an vorderster Stelle.

    Ein großer Vorteil beim Einsatz der nahtlosen Prothesen liegt in der reduzierten Operationszeit: Im Gegensatz zu herkömmlichen Aortenklappenprothesen kann der Chirurg auf eine Fixierung durch zahlreiche Nähte verzichten. „Nachdem wir die verkalkte Herzklappe entfernt haben, führen wir die Prothese ein und falten sie mittels Ballonkatheter auf. Damit entfällt das vergleichsweise zeitintensive Einnähen der Prothese mit bis zu 15 Stichen“, erläutert Professor Haverich. Auch die Zeit, in der das Herz an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden muss, wird so reduziert. Dadurch gewinnen die Herzchirurgen wertvolle Operationsminuten und das Risiko des Eingriffs wird deutlich gesenkt. Seit Dezember 2006 werden die nahtlosen Aortenklappenprothesen implantiert, mittlerweile fast ausschließlich in minimalinvasiver Technik: Das heißt, das Brustbein wird nicht vollständig, sondern nur noch im oberen Viertel durchtrennt. So wird der Heilungsprozess beschleunigt, weil es praktisch nicht mehr zu einer knöchernen Instabilität des Brustbeines kommt. Gleichzeitig erfolgt eine wesentlich schnellere Wundheilung. Auch die Schmerzen nach dem Eingriff, etwa beim Husten, sind geringer.

    Die bisher in der MHH durchgeführten 100 Eingriffe wurden im Rahmen einer multizentrischen, europäischen Studie durchgeführt. In der MHH ist geplant, die in der Zwischenzeit zugelassene nahtlose Aortenklappenprothese ab 2012 bei älteren Patienten, für die ein biologischer Aortenklappenersatz infrage kommt, einzusetzen.

    Weitere Informationen erhalten Sie von Birgit Migge, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit der HTTG-Chirurgie, migge.birgit@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532 9865.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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