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21.12.2011 11:07

DIVI: Wir brauchen keine neue Leitlinie für die Frühgeborenen-Intensivmedizin

Larissa Vogt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.

    DIVI: Wir brauchen keine neue Leitlinie für die Frühgeborenen-Intensivmedizin
    Experten: Ethische Fragen stärker in Ausbildung verankern
    In der neu entfachten Debatte um die Frühgeborenen-Intensivmedizin bedarf es nach Ansicht der Deutschen Intensiv- und Notfallmediziner der DIVI keiner neuen Leitlinie. „Die aktuelle Leitlinie enthält alles, was für eine verantwortungsvolle medizinische und ethische Entscheidung nötig ist“, sagte DIVI-Präsident Prof. Dr. Michael Quintel am Mittwoch.

    Entscheidend sei, dass Ärzte und Eltern auf der Grundlage der medizinischen Einschätzung in einer vertrauensvollen Kommunikation gemeinsam eine Entscheidung treffen. Aus Sicht der DIVI muss der sensible Umgang mit medizinischen Entscheidungen am Lebensanfang und –ende künftig stärker in der Aus- und Weiterbildung verankert werden.

    Der tragische Fall des verstorbenen Frühgeborenen in Köln zeigt laut Quintel einmal mehr, wie wichtig es ist, Risikoschwangere und Frühgeburten in hochspezialisierten Fachzentren zu behandeln.

    „Die Fachleute vor Ort müssen besonders geschult sein, um verantwortungsvoll, sensibel und professionell mit solchen Grenzsituationen umgehen zu können“, sagte Quintel. Schließlich gehe es darum, dass betroffene Familien mit den Konsequenzen der jeweiligen Entscheidung auch anschließend leben lernen könnten.

    Risikogeburten nur in Spezialzentren
    Der Magdeburger Neonatologe Prof. Dr. Gerhard Jorch verwies in diesem Zusammenhang auf die große Gefahr bei extrem zu früh geborenen Kindern, Langzeitschäden an Hirn, Lunge und Augen davon zu tragen. Umso wichtiger sei es, dass diese Kinder in die richtigen Hände kommen: Spezialisierte Perinatalzentren mit bester personeller und apparativer Ausstattung sowie dokumentierter Ergebnisqualität seien die Voraussetzung, um medizinisch das Bestmögliche zu leisten, sagte Prof. Jorch. „Nur hier können Schwangere korrekt vor der Geburt über die Risiken und Chancen einer Intensivbehandlung von extrem frühgeborenen Kindern aufgeklärt werden. Und nur hier ist unmittelbar auch die beste Behandlung möglich.“ Diese Forderung gehört zu den zentralen Anliegen der Aktion „Mehr gesunde Babys!“, die Jorch im November mit Unterstützung der DIVI ins Leben gerufen hatte. Ziel der Kampagne ist es, täglich zwei Kinderleben zu retten.

    DIVI weltweit einzigartig
    Die 1977 gegründete DIVI ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss aller Fachbereiche, auf deren Zusammenarbeit sich der Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin gründet: Zu den mehr als 1500 Mitgliedern zählen Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten, Kinder- und Jugendmediziner sowie Fachkrankenpfleger und entsprechende Fachgesellschaften – insgesamt bündelt die DIVI damit das Wissen und Engagement von mehr als 30 Fachgesellschaften.

    Akteure und Aktionen:
    - DIVI-Präsident Quintel leitet die Anästhesiologie am Universitätsklinikum Göttingen.
    - Jorch ist Direktor der Universitäts-Kinderklinik in Magdeburg.
    - Die Aktion „Mehr gesunde Babys!“ im Netz unter http://www.rund-ums-baby.de/mehr-gesunde-babys

    Haben Sie Fragen? Gerne vermitteln wir Ihnen unsere Experten für ein ausführlicheres Gespräch zur Frühgeborenen-Intensivmedizin genauso wie zu anderen aktuellen Themen der Intensiv- und Notfallmedizin.

    Kontakt:
    Larissa Vogt
    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.
    Luisenstraße 45
    10117 Berlin
    Tel: 030 4000 5635
    Fax: 030 4000 5637
    Mobil: 0173 619 44 22
    E-Mail: pressestelle@divi-org.de


    Weitere Informationen:

    http://www.divi-org.de - Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.
    http://www.rund-ums-baby.de/mehr-gesunde-babys - die Aktion „Mehr gesunde Babys!“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Recht
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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