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12.01.2012 13:05

Forschung für den Patienten

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Augenklinik Mülheim und Universität Witten/Herdecke zielen auf bestmögliche Versorgung von Augenpatienten ab

    Die Optimierung der Behandlungsergebnisse der Patienten ist ein Kernanliegen der Augenklinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim. Hierzu gehört auch die wissenschaftlich fundierte Bewertung schon bestehender alternativer Versorgungsangebote. Bereits seit Jahren arbeiten die Augenklinik und das Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie der Universität Witten/Herdecke eng zusammen. Die bisher auf Projekte beschränkte Zusammenarbeit wurde nun erweitert: Mit dem am 11. Januar 2012 unterschriebenen Kooperationsvertrag entsteht nun der gemeinsame Forschungsbereich „Patientenorientierte Forschung für die Augenheilkunde“.

    Dieser auf eine Verbesserung der Versorgung von Augenpatienten ausgerichtete Bereich wird mit Unterstützung der Leonhard-Stinnes-Stiftung an der Augenklinik Mülheim angesiedelt und von der Universität Witten/Herdecke wissenschaftsmethodisch unterstützt. Für die Dauer von mindestens fünf Jahren wird er von der Universität mit einer Stiftungsprofessur ausgestattet. Untersucht werden Fragen wie „Von welchem Behandlungsverfahren profitiert ein Augenpatient am meisten?“ „Wie kann seine Sicherheit erhöht werden?“ „Welchen langfristigen Nutzen bieten moderne augenärztliche Eingriffe?“

    „Unsere versorgungswissenschaftliche Zielsetzung wird möglich durch ein umfangreiches und repräsentatives Patientengut seitens der Augenklinik Mülheim und einer ausgewiesenen Forschungserfahrung in der Augenheilkunde seitens des Instituts für Medizinische Biometrie und Epidemiologie“, kommentiert der Chefarzt der Augenklinik, Dr. Cay Christian Lösche die Zusammenarbeit. „Die Augenheilkunde hat sich in den letzten 20 Jahren unglaublich weiter entwickelt. Zum Beispiel können heute Kurzsichtigkeiten durch Laserungen oder auch durch Einbau einer künstlichen Linse ins Auge faktisch behoben werden, der Patient ist danach nicht mehr auf seine Brille angewiesen. Gleichzeitig besteht aber die Frage, wie weit diese noch sehr neuen Therapieangebote seltene, erst mittelfristig erkennbare unerwünschte Nebenwirkungen haben; solche Fragestellungen erfordern Begleituntersuchungen mit hohen Patientenzahlen und einer ausreichenden personellen Untermauerung. Beides wird in der angestrebten Struktur durch die Förderung seitens der Leonhard-Stinnes-Stiftung möglich“, bilanziert der Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Prof. Dr. Frank Krummenauer die Initiative.

    Welche Diagnostik ist in der Betreuung von Patienten mit Makulaerkrankungen sinnvoll? Bringt die Kombination verschiedener Behandlungsverfahren Vorteile bei Gefäßverschlüssen der Netzhaut? Dies sind weitere Fragen, an denen gearbeitet wird. „Der primäre Nutzen dieser innovativen Forschungsstruktur wird für unsere Patienten erwachsen, deren Versorgung wir kritisch hinterfragen und auf der Basis rationaler Untersuchungen optimal ausgestalten können“, resümieren abschließend Lösche und Krummenauer die Perspektive der Leonhard-Stinnes-Stiftungsprofessur zur „Patientenorientieren Forschung für die Augenheilkunde“.

    Die Einrichtung des Forschungsbereiches ist die konsequente Weiterentwicklung einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit der gemeinsamen Arbeitsgruppe von Lösche und Krummenauer. Für ein Projekt, in welchem der Versorgungsbedarf Mülheimer Bürger mit Sehhilfen und augenärztlicher Behandlung beleuchtet wurde, erhielt die Gruppe vor kurzem den Preis der Deutschen Vereinigung der Ophthalmochirurgen. Zudem erhielten die Augenklinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim und das Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie der Universität Witten/Herdecke im Oktober 2010 bei der Jahrestagung der Vereinigung Deutscher Ophthalmo(Augen)-Chirurgen den „goldenen Löwen“ sowie eine Forschungsförderung in Höhe von 2.500 Euro für das beste wissenschaftliche Poster. Auf dem Poster zum Thema „Versorgungsstatus bedürftiger Mitmenschen mit Sehhilfen“ wurden die Ergebnisse einer gemeinsamen Querschnitt-Untersuchung von Besuchern der „Mülheimer-Tafel“ präsentiert. Die Augenklinik hatte den Besuchern der „Mülheimer Tafel“ im Jahr 2009 mehrfach kostenlose augenärztliche Untersuchungen vor Ort angeboten. Das Projekt wurde augenärztlich von Dr. Lösche und methodisch von Prof. Krummenauer geleitet.

    Weitere Informationen bei Prof. Dr. Frank Krummenauer, 02302/926-760, frank.krummenauer@uni-wh.de, und für die Augenklinik Julia Chafik, Tel. 0208 / 309-2560, julia.chafik@evkmh.de

    Über uns:
    Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsbildung.

    Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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