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06.02.2012 14:54

DGVS: Fettleber durch Alkoholmissbrauch und ungesunde Ernährung immer häufiger

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Berlin – In der Gesamtbevölkerung leidet etwa jeder vierte Erwachsene an einer „Fettleber“. Bei drei von vier stark Übergewichtigen ist auch die Leber verfettet. Die nicht alkoholische Fettlebererkrankung ist die am stärksten zunehmende Lebererkrankung in Deutschland, warnt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Eine Fettleber sei oftmals Vorbote schwerer Erkrankungen, betonen die Spezialisten der DGVS. Das Spektrum der nicht alkoholischen Fettlebererkrankungen reicht von der „einfachen“ Fettleber über die chronische Fettleberentzündung bis hin zur lebensbedrohlichen Leberzirrhose. Folgen sind auch Leberkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Nicht nur übermäßiger Alkoholkonsum, auch ungesunde Ernährung kann dazu führen, dass sich in der Leber Fett ansammelt. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Menschen in Deutschland sind heute übergewichtig, etwa 15 Prozent gelten als stark übergewichtig oder „adipös“. Neben der alarmierenden Gewichtszunahme verzeichnen Experten höchste Zuwachsraten bei Erkrankungen der Leber: Jeder dritte bis vierte Erwachsene in den USA und Europa könnte Schätzungen zufolge von einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung betroffen sein. „Die Veränderungen in der Leber gleichen denen von Patienten, die Alkohol in schädigenden Mengen konsumieren“, sagt DGVS-Pressesprecher Professor Dr. med. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Mainz.

    Wenn sich in Folge der Fettablagerungen eine fortschreitende Fettleberentzündung ausbildet, sei die Gesundheit ernsthaft bedroht, so Galle. Viele Betroffene zeigen wenig Beschwerden, manchmal kann ein Druckschmerz unterhalb des rechten Rippenbogens auftreten. Im Verlauf deuten eine gelbliche Verfärbung des Augapfels und dunkler Urin auf die Krankheit hin. Gefährlich sind laut DGVS vor allem die Folgeerkrankungen einer solchen Fettleber-„Hepatitis“: Wenn sich abgestorbenes Drüsengewebe der Leber in Bindegewebe umwandelt und vernarbt, kann sich eine unheilbare Leberzirrhose entwickeln. Auch das Risiko, dass sich aus dem Gewebe ein Tumor bildet, steigt. „Die Sterblichkeit von Patienten mit Fettleberentzündung ist im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöht“, betont Experte Galle. Die Entzündungsprozesse schädigten nicht nur die Leber selbst sondern auch Gefäße und Herz: „Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden“.

    Als Hauptursache für die Zunahme der Leberverfettung sehen Experten die Lebensgewohnheiten: Neben Alkohol zählen Übergewicht, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen zu den Ursachen der Fettleber. Zudem können Medikamente und Virusinfektionen verantwortlich sein. Patienten, die unter einer Fettleber leiden, fühlen sich häufig müde und abgeschlagen und klagen über Völlegefühl und Bauchschmerzen. „Die Symptome sind oft unspezifisch und werden selten mit einer Erkrankung der Leber in Zusammenhang gebracht“, warnt Galle. Um Fettlebererkrankungen zu behandeln, empfiehlt der Internist, konsequent die Ursachen anzugehen: Patienten mit einer alkoholischen Fettleber müssten gänzlich auf Alkohol verzichten. In Fällen einer nicht alkoholischen Fettleber helfe oft eine Gewichtsreduktion. Werde das jeweilige Ziel erreicht, könne sich das Organ meist erholen.

    Die DGVS wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Sie fördert heute Forschung im Bereich Verdauung und Stoffwechsel, entwickelt Leitlinien und bietet Fort- und Weiterbildung von Ärzten in Klinik und Praxis an. Regelmäßige Tagungen, die Nachwuchsförderung und internationaler Austausch sind ihr ein besonderes Anliegen.

    Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

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    DGVS Pressestelle
    Anna Julia Voormann
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Berliner Büro im Langenbeck Virchow-Haus:
    Luisenstraße 59
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    Tel: 0711 8931-552
    Fax: 0711 8931-167
    voormann@medizinkommunikation.org
    http://www.dgvs.de


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    Journalisten
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    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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