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16.02.2012 11:43

Reduzierung der Wirkung von Hormonen im Kampf gegen Brust- und Prostatakrebs

Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

    Im Kampf gegen Brust – und Prostatakrebs könnte die Produktionssteigerung von Proteinen, die für den Abbau von Giftstoffen im menschlichen Körper zuständig sind, eine entscheidende Rolle spielen. Davon gehen Forscher der australischen Flinders University in Adelaide aus. Peter Mackenzie, Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität, leitet derzeit eine neuartige Studie, die darauf abzielt, die Versorgung des Körpers mit den so genannten UGT-Enzymen zu verbessern. Bei diesen Enzymen handelt es sich um eine Familie von Proteinen, die fettlösliche Chemikalien aus dem Körper ausscheiden, indem sie diese wasserlöslich machen. Dadurch sind sie weniger giftig und können so leichter über die Nieren ausgeschwemmt werden.

    Viele Medikamente, Vitamine, Umweltschadstoffe und die Steroidhormone Östrogen und Testosteron enthalten fettlösliche Chemikalien. Obgleich diese meist nicht wirklich gefährlich sind, müssen sie dennoch kontrolliert werden, da ein erhöhtes Aufkommen im Körper durchaus giftig sein kann.

    Da Östrogen und Testosteron das Wachstum von Brust- und Prostatakrebs fördern, könnte der Abbau dieser Hormone durch UGT-Enzyme das Krebswachstum hemmen. Die Studie wird die Eigenschaften fünf bestimmter Enzyme untersuchen, die für die Verstoffwechselung von Östrogen und Testosteron verantwortlich sind. Professor Mackenzie möchte so herausfinden, inwiefern die Anzahl dieser Enzyme in Krebszellen erhöht werden kann, um den Hormonspiegel zu senken. Die Forscher hoffen so, den Ausbruch der Krankheit ganz verhindern oder den Krankheitsverlauf zumindest verlangsamen zu können.

    „Das anfängliche Wachstum des Brustkrebs wird durch Östrogen bestimmt. Wenn sich eine Zelle in Krebs umwandelt, trägt Östrogen zur Entwicklung der Krankheit bei. Dies trifft auch auf Prostatakrebs zu, dessen Wachstum durch eine abnormale Androgenwirkung begünstigt wird“, teilte Professor Mackenzie mit.

    Wenn wir die Anzahl der in den Krebszellen entstandenen Enzyme maximieren können, käme es unter Umständen zu einer Verringerung des durch Östrogen und Testosteron begünstigten Wachstums. Und ohne Wachstum können hormonabhängige Krebsformen wie Brust- und Prostatakrebs nicht überleben, so Professor Mackenzie.

    „Leider wird es jedoch noch einige Zeit dauern, bis wir die zugrunde liegenden Mechanismen verstehen und letztlich ein Medikament gefunden haben, das die Anzahl von Enzymen erhöht, ohne giftig zu sein oder das Wachstum der Krebszelle positiv zu beeinflussen.“

    Im Rahmen der dreijährigen Studie werden die Wissenschaftler ebenfalls untersuchen, wie Medikamente effektiver eingesetzt werden können. „Nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben, sollen sie den Körper verlassen, ohne sich anzuhäufen und dem Körper so letztlich gefährlich zu werden“, gibt Professor Mackenzie an. Seit 2011 finanziert der National Health and Medical Research Council die derzeitige Studie mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 571.010 Dollar.

    Weitere Informationen:

    Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
    Pressestelle
    Friedrichstr. 95
    10117 Berlin
    Email: berlin@ranke-heinemann.de
    Tel.: 030-20 96 29 593

    oder

    Prof. Peter Mackenzie
    School of Medicine
    Flinders University, Adelaide
    Tel. +61 8 82045394
    Email: peter.mackenzie@flinders.edu.au

    Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ranke-heinemann.de
    http://www.ranke-heinemann.at
    http://www.ranke-heinemann.tv


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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