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22.02.2012 10:01

Kehlkopfkrebs stimmschonend operieren

Helena Reinhardt Pressestelle / Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Leipzig AöR

    Europas HNO-Experten treffen sich am UKL zum Operationskurs / Live-OPs demonstrieren neue Techniken

    Etwa 90 HNO-Chirurgen, darunter 30 hochrangige Experten für Kopf-Hals-Tumoren aus ganz Europa, treffen sich vom 29. Februar bis 3. März in Leipzig zum 7. Internationalen HNO-Operationskurs. Im Mittelpunkt des erstmals von der European School of Oncology mitveranstalteten Symposiums stehen stimmschonende Operationstechniken und neue Behandlungsverfahren des Kehlkopf- und Rachenkrebses.

    „Bei der Behandlung von Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich ist eines unserer Ziele, wichtige Funktionen wie Sprechen und Schlucken erhalten zu können“, erklärt Prof. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Leipzig und Initiator des hochkarätigen OP-Kurses. „Dazu stehen uns heute neben immer präziseren Operationstechniken auch neue Methoden der Bestrahlung und Chemotherapie zur Verfügung. Dank dieser Verbindung können wir deutlich häufiger als früher die Schluck- und Sprechfähigkeit unserer Krebspatienten erhalten oder wiederherstellen“, so der HNO-Experte und Vorreiter der konzeptuellen Krebstherapie im HNO-Bereich.

    Jährlich erkranken mehrere tausend Menschen neu an einem Tumor im Kehlkopf- und Rachenbereich. Betroffen von der häufigsten Krebsart im Kopfhalsbereich sind vor allem Männer jenseits der Lebensmitte. Oft ist eine Operation am Kehlkopf, meist verbunden mit dessen Entfernung, die einzige Chance, den Krebs wirksam aufzuhalten. In den letzten Jahren kommen allerdings verstärkt Methoden zum Erhalt des Kehlkopfes oder zumindest wichtiger Bestandteile zum Einsatz. Grundlage dafür ist eine Verbindung unterschiedlicher Therapieverfahren zu einem umfassenden interdisziplinären Konzept.

    Diese Art der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche ist eines der Themen des europaweit einzigartigen Leipziger HNO-Operationskurses, zu dem das UKL gemeinsam mit der IRDC-Academy zum siebenten Mal die Spitzenvertreter der europäischen HNO-Krebschirurgie erwartet. An vier Tagen werden 30 Experten mit 60 Fachärzten ihre Erfahrungen austauschen und neue chirurgische Verfahren vorstellen. Dazu werden am 1. März in einer mehrstündigen Live-Übertragung 10 Operationen am Uniklinikum demonstriert und kommentiert. „Hier werden wir OP-Techniken für einen bestmöglichen Erhalt der entscheidenden Funktionen vorstellen“, so Dietz.

    Im Fokus steht dabei vor allem der Teilerhalt des Kehlkopfes bei erfolgreicher Krebsentfernung. Das gelingt inzwischen immer besser dank des Zusammenspiels der Disziplinen. Dazu gehört auch die Einbeziehung der Phoniatrie bei der Entwicklung von Operationsverfahren. Auf der Grundlage der Funktionsanalysen von Stimmexperten können Chirurgen schonender operieren und den Patienten so häufiger als früher die Sprechfähigkeit erhalten.

    Diesen wichtigen Aspekt wird Prof. Michael Fuchs, Leiter der Sektion für Phoniatrie am UKL, auf dem Symposium vorstellen und vertiefen. Die Stimmtherapie spiele an vielen Stellen eine entscheidende Rolle, „denn selbst wenn der Kehlkopf entfernt werden musste, können unsere Patienten bei der richtigen Begleitung mit Hilfe von Stimmprothesen wieder sprechen“, beschreibt der UKL-Phoniater die verbesserten Möglichkeiten.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Andreas Dietz
    Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.
    Telefon: (03 41) 97 – 2 17 00
    E-Mail: andreas.dietz@uniklinik-leipzig.de

    Prof. Dr. Michael Fuchs
    Leiter der Sektion für Phoniatrie und Audiologie, Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.
    Telefon: (03 41) 97 –2 18 00
    E-Mail: michael.fuchs@uniklinik-leipzig.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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