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14.03.2012 11:58

Personalisierte Medizin – der Patient als Nutznießer oder Opfer?

Ulrike Florian Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Ethikrat

    Jahrestagung des Deutschen Ethikrates

    Donnerstag, 24. Mai 2012, 10:00 bis 17:30 Uhr
    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal
    Markgrafenstraße 38
    10117 Berlin
    (U2 Hausvogteiplatz, U6 Französische Straße oder Stadtmitte)

    Anmeldung erforderlich bis 20. Mai 2012 unter www.ethikrat.org.

    Für Hörgeschädigte steht während der Veranstaltung eine Simultanmitschrift zur Verfügung.

    Die Veranstaltung wurde durch die Ärztekammer Berlin als ärztliche Fortbildungsveranstaltung mit 8 Punkten zertifiziert.

    Zum Thema

    Die Entwicklung und Anwendung von Medikamenten und Therapien erfolgte bisher nach dem Prinzip „one fits all“ überwiegend für recht große Gruppen von Patienten. Die sogenannte personalisierte Medizin führt aufgrund neuer Erkenntnisse über genetische Profile und Biomarker zu einem weitaus differenzierteren Vorgehen. Menschen mit scheinbar derselben Erkrankung reagieren zum Beispiel aufgrund ihrer individuellen Merkmale höchst unterschiedlich auf ein und dasselbe Medikament: Wird bei dem einen trotz hoher Dosierung gar kein Nutzen erzielt, profitiert ein anderer mit großer Wahrscheinlichkeit schon bei geringer Dosierung.

    Zunehmende Kenntnisse über individuelle Unterschiede auf molekularer Ebene nähren die Hoffnung auf gezielte und effektive Behandlungsstrategien unter Vermeidung belastender Nebenwirkungen.

    So begrüßenswert dies ist, so laut sind auch die Zweifel und Fragen:Nutzt die personalisierte Medizin dem Patienten und welche Pflichten bringt sie für Patient und Arzt mit sich?

    - Kann in Zukunft jeder Patient die wirksamste Therapie erhalten?
    - Bewirkt die personalisierte Medizin einen Wandel des Arzt-Patienten-Verhältnisses?
    - Wie wird sich die personalisierte Medizin voraussichtlich auf die Gesundheitskosten auswirken? Wird das Solidarsystem der Krankenversicherung davon überfordert?
    - Welche Herausforderungen ergeben sich für die pharmazeutische Forschung?

    Mit seiner Jahrestagung möchte der Deutsche Ethikrat ethische und gesellschaftliche Fragen der personalisierten Medizin in den Blick nehmen und dabei den Patienten in den Mittelpunkt stellen. Drängende Fragen zukünftiger medizinischer Versorgung werden vor dem Hintergrund des derzeitigen Forschungsstandes mit Medizinern, Natur- und Geisteswissenschaftlern, Vertretern der Patienten und der Wirtschaft sowie mit der Öffentlichkeit diskutiert.

    Programm

    Einführung

    10:00
    Begrüßung

    10:15
    Personalisierte Medizin – zum Stand der Forschung
    Prof. Dr. rer. nat. Heyo Karl Kroemer, Pharmakologisches Institut, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald

    10:45
    Diskussion mit dem Publikum

    Der Patient und der Arzt

    11:00
    Personalisierte Medizin aus Sicht des Patienten – Nutzen oder Überforderung?
    Prof. Dr. rer. nat. Barbara Prainsack, Centre for Biomedicine & Society (CBAS), Brunel University, London

    11:20
    Personalisierte Medizin – neue Anforderungen an den Arzt?
    Prof. Dr. med. Jürgen Wolf, Centrum für Integrierte Onkologie (CIO), Universitätsklinik Köln

    11:40
    Diskussion mit dem Publikum

    12:00
    Mittagspause

    Der Patient und die gesellschaftliche Solidarität

    13:00
    Patientennutzen um jeden Preis?
    Hardy Müller, Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Hamburg

    13:20
    Personalisierte Medizin – Ende der Solidarität?
    Prof. Dr. med. Dr. phil. Heiner Raspe, Akademisches Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (aZBV), Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

    13:40
    Diskussion mit dem Publikum

    Der Patient in der personalisierten Medizin – Forschungsstrategien im Wandel

    14:00
    Personalisierte Medizin als Herausforderung für die Pharmaindustrie
    Dr. rer. nat. Hagen Pfundner, Geschäftsführer der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen

    14:20
    Evidenzbasierung und personalisierte Medizin – ein Widerspruch?
    Prof. Dr. med. Jürgen Windeler, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln

    14:40
    Diskussion mit dem Publikum

    15:00
    Kaffeepause

    Der Patient der Zukunft – Nutznießer oder Opfer personalisierter Medizin?

    15:30
    Podium und Diskussion mit dem Publikum
    Prof. Dr. med. Daniela Steinberger, bio.logis Zentrum für Humangenetik, Frankfurt a. M.
    Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
    Wolfram-Arnim Candidus, Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e. V., Berlin
    Prof. Dr. med. Dr. h. c. Manfred Dietel, Institut für Pathologie der Charité, Humboldt-Universität zu Berlin

    17:20
    Schlusswort

    17:30
    Ende


    Weitere Informationen:

    http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/jahrestagungen/personalisierte-medizin


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Philosophie / Ethik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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