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14.03.2012 14:24

Erfolgreiche Premiere des ABC-Workshops am NMI

Dr. Nadja Gugeler Pressestelle
NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

    Gelungene Verbindung der Themen Mikrostrukturanalytik,
    Beschichtungstechnologien und Klebtechnik

    Auf dem Veranstaltungsprogramm des NMI Reutlingen, das bisher vor allem für den
    Wissenstransfer medizinischer Themenstellungen bekannt ist, stand am 6.März 2012 zum
    ersten Mal ein Workshop zum Thema Analytics-Bonding-Coating. Der sogenannte ABC Workshop
    unter Leitung von Dr.-Ing. Astrid Wagner und Steffen Lutz berichtete über Analytik,
    Oberflächenvorbehandlung/-Beschichtung und Klebtechnik in der praktischen Anwendung.
    Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Wirtschaft informierten im Rahmen der 3
    Themenschwerpunkte über moderne Analysemethoden für die Charakterisierung von
    modifizierten Werkstoffoberflächen, über zukunftsweisende Beschichtungsmethoden und
    Kleben als innovatives Fügeverfahren. An der erfolgreichen Premiere des ABC-Workshops
    nahmen über 70 Fachleute aus den Bereichen Medizintechnik, Elektrotechnik und Automotive
    teil.

    „Für das Verbinden und Fügen von Materialien und Materialkombinationen spielt die
    Klebtechnologie und damit auch die Oberflächenanalytik und Beschichtungstechnologie eine
    immer wichtigere Rolle“, unterstrich Prof. Dr. Hugo Hämmerle, Leiter des NMI Reutlingen, in
    seiner Begrüßung die Bedeutung des Themas. „Wir sehen hier großes Potenzial für
    Qualitätsoptimierungen und Kosteneinsparungen in den verschiedensten Industriebereichen.
    Das Kleben bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Werkstoffe stoffschlüssig bei nahezu
    vollständigem Erhalt der Werkstoffeigenschaften zu verbinden. Dies macht das Kleben zu einer
    wichtigen Zukunftstechnologie, mit der wir uns in unserem Geschäftsfeld Oberflächen- und
    Grenzflächentechnologie intensiv befassen. Die große Teilnehmerzahl für unseren 1. ABCWorkshop
    bestätigt unsere Einschätzung dieses Themas.“

    Oberflächenanalytik – Schlüssel zu verbesserter Qualität und neuen Produkteigenschaften

    Die Oberfläche bzw. der sogenannte oberflächennahe Bereich von Werkstoffen entscheidet
    über die meisten Werkstoff- und Verbindungseigenschaften. Ihre Kenntnis im Verlauf des
    Fertigungsprozesses ist daher von entscheidender Bedeutung für die Fertigung einer
    zuverlässigen Klebeverbindung. Die Oberflächenanalytik, d.h. die immer präzisere Kontrolle von
    physikalisch-chemischen Eigenschaften und die Strukturierung auf immer kleinerer Skala, ist
    damit ein wesentlicher Schlüssel zu verbesserter Qualität und neuen Produkteigenschaften. Der
    ABC-Workshop präsentierte diesen Themenschwerpunkt zu Beginn des Vortragsprogramms
    mit zwei Beiträgen aus dem NMI: In einem Übersichtsvortrag stellte Steffen Lutz, Projektleiter
    im Bereich Materialentwicklung und -prüfung am NMI, die verschiedenen Methoden der
    Mikrostrukturanalytik vor und wies auf ihre Bedeutung als unverzichtbares Hilfsmittel für die
    Forschung und Entwicklung, für die Prozesskontrolle und Qualitätssicherung sowie zur Klärung
    von Schadensfällen hin. Eine ergänzende Methode zur Prüfung modifizierter Werkstoffoberflächen
    stellte Karin Gerlach, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe
    Grenzflächen- und Mikrostrukturanalytik des NMI, in ihrem Vortrag zur Untersuchung der
    Nanohärte vor. Sie beschrieb die instrumentierte Eindringprüfung zur Härtemessung dünner
    Schichten und kleiner Oberflächenbereiche mit hoher Ortsauflösung. Die Prüfung bietet wichtige
    Materialkennwerte und erlaubt Aussagen über Haftfestigkeit und Bruchverhalten einzelner
    Schichten. Sie eignet sich daher besonders zur Charakterisierung von Werkstoffoberflächen,
    die durch Bearbeitung, Beschichtung oder durch chemische Verfahren modifiziert wurden.

    Coating – Beschichtungstechnologien zur Oberflächenfunktionalisierung

    Der zweite Themenschwerpunkt des ABC-Workshops informierte über die anwendungsoptimierte
    Oberflächenmodifizierung und Möglichkeiten zur Oberflächenreinigung. Prof. Dr.
    Volker Bucher, Professor an der Hochschule Furtwangen und Leiter der Arbeitsgruppe
    Mikromedizintechnik am NMI, stellte hierzu die gängigen Verfahren der Beschichtungstechnologien
    (PVD, PECVD) sowie der Oberflächenfunktionalisierung vor. Anhand zahlreicher
    Beispiele erklärte Bucher, wie mit Plasmaverfahren die Oberfläche passend zu ihrer
    Anwendung optimiert und mit dünnen Schichten eine drastische Änderung der Interaktion mit
    der Umgebung erreicht werden kann. Die Teilnehmer erhielten damit eine wertvolle
    Entscheidungsgrundlage für die Auswahl und den Einsatz innovativer Beschichtungstechnologien.
    Ergänzend berichtete Edwin Büchter, Geschäftsführer der Clean-Lasersysteme
    GmbH Herzogenrath, über den Einsatz der Lasertechnik zur präzisen Bauteilbearbeitung und
    schonenden Formen- und Werkzeugreinigung. Bücher zeigte Trends in der Produktentwicklung
    von Laserstrahl-Reinigungssystemen auf und beschrieb anhand zahlreicher Anwendungsbeispiele
    aus der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt und Automobilindistrie die besondere
    Eignung der Laserstrahlung zur Klebvorbehandlung metallischer und nichtmetallischer
    Oberflächen.

    Bonding – zukunftsweisende Fügetechnologie

    Mit vier Vorträgen lag der Fokus des ABC-Workshops beim Thema Bonding. Unter dem Titel
    „Kleben – eine Herausforderung nicht nur in der Medizintechnik“ gab Dr.-Ing. Astrid Wagner,
    Leiterin der Arbeitsgruppe Kleb- und Prüftechnik am NMI, eine Übersicht über die
    unterschiedlichen industriellen Einsatzgebiete der Klebtechnik. Ein exemplarischer Bericht über
    das Kleben medizinischer Haftklebstoffe und ihre spezielle Prüfgeometrie gab ergänzenden
    Einblick in ihr Arbeitsgebiet. Unter dem Titel „Kleben mit automatisierten Fertigungsgtechniken“
    beschrieb Rainer Schobert von der Firma Polytec PT GmbH Waldbronn, den Prozessablauf von
    der Anlieferung bis zum Endprodukt. Die Einführung der Klebtechnik in der Fertigung erfordere
    eine Überprüfung und Anpassung aller Prozessschritte, um ein optimales Ergebnis in Bezug auf
    Qualität und Kosten zu realisieren.

    Über eine spezifische Anforderung an Klebeverbindungen berichtete Katrin Fuchs,
    Anwendungstechnikerin der Firma Panacol-Elosol GmbH Steinbach, mit ihrem Vortrag über
    leitfähige Klebstoffe für die Verklebung elektronischer Baugruppen. Sie zeigte die Vielzahl der
    Klebstoffe mit leitfähigen Eigenschaften auf und lieferte eine fein abgestufte Unterscheidung in
    generell elektrisch und thermisch leitfähige Klebstoffe und ihre Untertypen. Die Vielfalt
    unterschiedlicher Klebeverbindungen hatte auch der letzte Vortrag des ABC-Workshops zum
    Thema. Unter dem Titel „Klebeverbindungen von elastsich bis hochfest“ berichtete Artur Zanotti,
    Leiter Anwendungstechnik bei Sika Deutschland, über Grundanforderungen an Klebstoffe, über
    Konstruktionsprinzipien und Eigenschaften innovativer Klebeverbindungen sowie über
    Anwendungsbeispiele aus dem Fahrzeugbau und Bauwesen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Chemie, Maschinenbau, Medizin, Werkstoffwissenschaften
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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