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14.03.2012 16:50

Leibniz-Einrichtungen in Frankfurt/Main, Köln, Mannheim und Berlin positiv evaluiert

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Pressestelle Berlin
Leibniz-Gemeinschaft

    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat heute zum Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung von vier Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft Bund und Ländern empfohlen, diese Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern. Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin in Köln soll allerdings bereits in vier Jahren erneut evaluiert werden.
    Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt/Main und Berlin, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim, Köln und Berlin sowie das Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) werden - wie auch sonst in der Leibniz-Gemeinschaft üblich - in sieben Jahren erneut überprüft.

    Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. Auf der Grundlage einer schriftlichen Unterlage und eines Besuchs vor Ort erstellen international ausgewiesene Sachverständige einen Bewertungsbericht. Zu ihm nimmt dann das betroffene Haus Stellung, bevor der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine Förderempfehlung mit Hinweisen und Empfehlungen zur Arbeit der Einrichtung in einer Stellungnahme zusammenfasst. Diese dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen einer Leibniz-Einrichtung. Senatsstellungnahme und Bewertungsbericht werden veröffentlicht und stehen auf den Internet-Seiten der Leibniz-Gemeinschaft. Alle beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.

    Die Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:

    Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main und Berlin wird vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft als eines der zentralen Institute der nationalen und internationalen Bildungsinformation und Bildungsforschung beurteilt. Das DIPF habe sich in den vergangenen Jahren sehr positiv und überaus dynamisch entwickelt. Insbesondere sei es dem Institut gelungen, innovative und umfangreiche Projekte einzuwerben. Das Institut beteilige sich an zentralen Leitprojekten der nationalen und internationalen Bildungsinformation und Bildungsforschung. Es sei hervorragend in der Forschungslandschaft vernetzt und kooperiere intensiv mit benachbarten Hochschulen. Der Senat würdigt, dass die in Teilen bereits exzellenten Arbeitsergebnisse des DIPF intensiv rezipiert werden. Er sieht jedoch noch Potential, die internationale Präsenz des Instituts zu verbessern. Nach einer bemerkenswerten Phase des Wachstums stehe das DIPF nunmehr vor der Herausforderung, bei fortschreitender Expansion seine Erfolge nachhaltig zu sichern. Dafür sei das DIPF bestens gerüstet. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, das Institut weiterhin gemeinsam zu fördern.

    Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) in Köln ist innerhalb ihres Kerngeschäfts der Bestandsentwicklung und Volltextversorgung sehr erfolgreich. In der überregionalen Literatur- und Informationsversorgung nehme sie eine unverzichtbare Dienstleistungsfunktion für die bibliothekarische Versorgung nahezu aller deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wahr, so der Senat. Um die Zukunftsfähigkeit der ZB MED nachhaltig zu sichern wird jedoch gleichzeitig die Entwicklung und Umsetzung einer übergeordneten Gesamtstrategie angemahnt. Diese müsse zu einer deutlicheren Profilierung der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten führen und eine Anpassung des Dienstleistungsangebots der Bibliothek an neue Informationsbedarfe zum Ziel haben. Im international hochkompetitiven Bereich der Informationsdienste für die Lebenswissenschaften sei dies eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Damit die ZB MED die für ihre Weiterentwicklung notwendige Autonomie und Gestaltungsfreiheit erhält, empfiehlt der Senat, sie rechtlich zu verselbständigen. Ferner sollen die Kooperationsbeziehungen mit Hochschulen deutlich intensiviert und insbesondere eine regionale Kooperationsstrategie erarbeitet werden, um die wissenschaftlichen Einrichtungen im Großraum Köln/Bonn systematisch einzubinden. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der ZB MED fortzuführen. In vier Jahren soll die Umsetzung der Empfehlungen und die ZB MED insgesamt erneut evaluiert werden.

    GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim, Köln und Berlin erbringt zentrale forschungsbasierte Dienst- und Infrastrukturleistungen für die Sozialwissenschaften. GESIS hält dafür überzeugende, durch Forschung unterstützte Angebote vor. Diese seien aktuell, von hoher Qualität und würden stetig weiterentwickelt. Der Senat empfiehlt GESIS, ein Forschungskonzept zu entwickeln. Gerade Methodenentwicklungen seien wichtig, um die Dienstleistungsangebote in der sich dynamisch entwickelnden Informationswelt kontinuierlich verbessern zu können. Der Senat würdigt, dass GESIS sich als ein professioneller Partner der universitären Forschung und Lehre sowie der Sozialwissenschaften außerhalb von Hochschulen etabliert habe. Das Institut übernehme Kernaufgaben der Sozialwissenschaften, so der Senat, die sich nunmehr auch in einer deutlich verbesserten Nachwuchsförderung manifestierten. Das Engagement des Leibniz-Instituts auf europäischer Ebene sei bemerkenswert. Der Senat betont, dass GESIS in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung genommen habe. GESIS habe notwendige und bei den vergangenen Evaluierungen angemahnte strukturelle und inhaltliche Reformen umgesetzt. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, das Institut weiterhin gemeinsam zu fördern.

    Die Forschungen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin sind, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft, gesellschaftlich hoch relevant. Sie führen zu wesentlichen Erkenntnissen über die Biodiversität von Gewässern und zeigen Möglichkeiten auf, wie diese besser geschützt werden können. Das Institut setze ein anspruchsvolles, konsistentes und fokussiertes Forschungsprogramm um. Das IGB habe in den letzten Jahren einen notwendigen und gleichzeitig sehr erfolgreichen Erneuerungsprozess vollzogen. Unter der exzellenten Leitung des seit Ende 2007 amtierenden Direktors seien wichtige Strukturreformen durchgeführt worden. Das IGB habe neue Infrastrukturen aufgebaut, Kooperationsbeziehungen intensiviert und Drittmittel in beachtlicher Weise gesteigert. Um nun in eine Phase der nachhaltigen Sicherung der wissenschaftlichen Erfolge eintreten zu können, müssten nach Auffassung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft die infrastrukturellen und technischen Voraussetzungen allerdings noch weiter verbessert werden. So seien aufgrund einer kritischen Raumsituation insbesondere bauliche Erweiterungen dringend erforderlich. Außerdem hält es der Leibniz-Senat für notwendig, die Ausstattung des IGB mit Personalmitteln den gestiegenen Anforderungen anzupassen. In Summe bescheinigt der Senat dem IGB die besten Voraussetzungen, um sich zu einem weltweit sichtbaren und in Fragen der Gewässerökologie führenden Forschungsinstitut zu entwickeln. Er empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.

    Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/evaluierung

    Pressekontakt
    Christian Walther
    Leiter Kommunikation
    Tel.: 030 / 20 60 49-42
    Mobil: 0173 / 5 13 56 69
    walther@leibniz-gemeinschaft.de

    Christoph Herbort-von Loeper
    Pressereferent
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
    Mobil: 0174 / 3 10 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung, wissenschaftlicher Infrastrukturen und forschungsbasierter Dienstleistungen. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegt intensive Kooperationen mit den Hochschulen, u.a. über gemeinsame WissenschaftsCampi, und mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Ihre Einrichtungen unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und externalisierten Begutachtungsverfahren. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Daher fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.800 Personen, davon sind ca. 7.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, einschließlich der 3.300 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,4 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 330 Mio. Euro pro Jahr.


    Weitere Informationen:

    http://www.leibniz-gemeinschaft.de
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/evaluierung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Gesellschaft, Medizin, Pädagogik / Bildung, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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