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19.03.2012 12:03

Königliches Leiden

Sebastian Hollstein Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Sportmediziner der Universität Jena laden am 24. März zum 2. Hämophilie-Aktionstag ein

    Man nennt sie auch die Krankheit der Könige: die Hämophilie. Diese Gerinnungsstörung des Blutes, von der ausschließlich männliche Kinder und Erwachsene betroffen sind, trat auffällig häufig unter Vertretern europäischer Adelsgeschlechter auf. Grund dafür ist eine Frau. Queen Victoria von Großbritannien (1819-1901) trug den verantwortlichen Genfehler in sich, ohne selbst darunter zu leiden. Über ihre Nachkommen und deren Vermählungen allerdings verbreitete sich die sogenannte Bluterkrankheit in den verschiedenen Adelsgeschlechtern Europas. Ihren Ursprung hat sie aber weitaus früher. Bereits im 5. Jahrhundert gab es „Bluter“, wie der Talmud berichtet.

    Heute leben in Deutschland etwa 6.000 Hämophilie-Patienten. Der Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung am Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena möchte den Erkrankten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es lädt sie und alle Interessierten zum „2. Gesundheits- und Bewegungstag für Patienten mit Hämophilie“ am 24. März ein. Von 9 bis 16 Uhr steht in der Dreifelderhalle in der Seidelstraße 20a vor allem im Mittelpunkt, wie junge Menschen mit Hämophilie mit Bewegungen jeglicher Art umgehen. „Den Betroffenen fällt es wegen möglicher Blutungen in den Gelenken und der Muskulatur oft schwer, körperlichen Aktivitäten nachzugehen“, erklärt Dr. Marco Herbsleb vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Jena das Programm. „Nichtsdestotrotz kann Sport auch unter schwierigen Rahmenbedingungen für sie gesundheitsfördernd sein“, ergänzt der Organisator des Aktionstages. Kinder und Jugendliche könnten so den Auswirkungen der Krankheit im Erwachsenenalter vorbeugen. Allerdings bedarf dies einer professionellen Gesundheitsberatung. Ein solches Konzept wird aktuell gemeinsam von Spezialisten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und dem Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung der Universität Jena entwickelt.

    „Wir bieten eine Plattform zum Erfahrungsaustausch an“, sagt Herbsleb. „Betroffene können ins Gespräch kommen und Spezialisten stehen für Fragen den ganzen Tag bereit.“ Außerdem wollen die Veranstalter mit kurzen Vorträgen vor allem den Eltern Informationen und Erfahrungen weitergeben.

    Doch es soll bei weitem nicht nur geredet werden. Gemeinsam mit der Jenaer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin bieten die Sportwissenschaftler ein Programm zum Mitmachen an. Kinder und Jugendliche können ihre Fitness ausprobieren und Erfahrungen bei zielgerichteten Bewegungsübungen sammeln. Während kleiner interessanter Tests können Erwachsene und Kinder die Möglichkeiten und Grenzen ihres Körpers kennenlernen.

    Die Teilnahme am Aktionstag ist kostenlos. Es empfiehlt sich, Sportsachen mitzubringen. Für Verpflegung ist gesorgt. Eine Anmeldung telefonisch unter 03641 / 945650 oder per E-Mail unter marco.herbsleb[at]uni-jena.de ist notwendig.

    Kontakt:
    Dr. Marco Herbsleb
    Institut für Sportwissenschaft der Universität Jena
    Wöllnitzer Straße 42, 07749 Jena
    Tel.: 03641 / 945650
    E-Mail: marco.herbsleb[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin, Sportwissenschaft
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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