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11.04.2012 09:45

Unterschiedliche Forschungsmethoden - ein gemeinsames Thema: Das Gehirn

Stephanie Bertenbreiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

    Beim Girls’ Day am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik bekommen 16 Mädchen einen Einblick in die Forschungswelt rund um das Gehirn

    Am 26. April öffnet das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik seine Türen für die „Girls” der Region. In den vergangen Wochen konnten sich Mädchen ab der 10. Klasse im Gleichstellungsbüro der Stadt Tübingen anmelden. Während des Girls’ Days am MPI für biologische Kybernetik geben Forscherinnen und Forscher Einblicke in ihre Arbeitswelt. In kurzen Vorträgen, Demonstrationen und kleinen Experimenten, bei denen auch die Schülerinnen selbst mitmachen dürfen, zeigen wir den Mädchen, wie das menschliche Gehirn, aber auch unser Verhalten und unsere Wahrnehmung erforscht wird. Wir stellen unsere Forschungsschwerpunkte vor und die Schülerinnen erfahren, wie mittels innovativster Technologie, spannende Fragen zum Thema Gehirn und Wahrnehmung untersucht werden. Schwingende Roboterarme, die einen durch die Luft wirbeln und virtuelle Realitäten, die unsere Wahrnehmung täuschen, gehören genauso zu unserem Alltag wie bildgebende Verfahren, die uns zeigen wie und wann unterschiedliche Gehirnregionen aktiv sind.

    Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPI-BC) beschäftigt sich mit der Signal- und Informationsverarbeitung im Gehirn. Wie gelingt es unserem Gehirn, Gegenstände, Gesichter und Geräusche zu erkennen und zu lernen? Ein komplexes Thema benötigt ein Team mit vielfältigen Kompetenzen. Momentan arbeiten etwa 170 Wissenschaftler aus über 40 Ländern am MPI-BC - darunter Biologen, Chemiker, (Bio-)Informatiker, Ingenieure, Mathematiker, Mediziner, Physiker und Psychologen. Alles Berufe, welche die Mädchen am Girls’Day 2012 kennenlernen werden. Nach einem kurzen Einführungsvortrag werden den „Girls“ in kleinen Gruppen Experimente vorgestellt.

    Einer der geplanten Versuche ist eine Demonstration von „Fitts’ Gesetz“, ein Modell der menschlichen Bewegung. Es besagt, dass die Zeit, die man braucht um ein Ziel zu erreichen eine Funktion ist, die auf der Distanz zum Ziel und der Zielgröße basiert. Dieses Gesetz funktioniert sehr gut, wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt, aber wird es auch funktionieren, wenn man statt dem Arm, den ganzen Körper bewegt? Die Mädchen werden mit dem CyberMotion Simulator, einem Bewegungssimulator für Flugzeuge und Helikopter, versuchen von einem Punkt so schnell und so präzise wie möglich zu einem anderen Ziel zu kommen. Kurzum: Anstatt nur den Finger oder den Arm zu bewegen, müssen sie einen ganzen Roboterarm und damit ihren eigenen Körper bewegen.

    Außerdem bekommen die Mädchen unsere Magnetresonanztomografen zu sehen. Die Methoden der Magnetresonanztomografie (MRT) sind heute aus der medizinischen Diagnostik nicht mehr weg zu denken. Am MPI-BC gilt ein Schwerpunkt der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT), mit der man aktive Gehirnregionen visualisieren kann. Hierfür stehen den Wissenschaftlern neben dem 3,0 Tesla MRT-System auch zwei Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographiesysteme mit 9,4 und 16,4 Tesla zur Verfügung. Eine Versuchsperson wird demonstrieren, welche Bereiche in ihrem Gehirn (Motorcortex) aktiv sind, wenn sie beispielsweise mit dem Fuß wackelt. Die Mädchen können das live am Bildschirm miterleben.

    Darüber hinaus bekommen die Mädchen einen Einblick in die Forschung in der virtuellen Realität, sehen wie man Gehirnregionen stimulieren kann und können beim gemeinsamen Mittagessen und beim abschließenden Vesper ihre Erfahrungen austauschen und die bisher gewonnen Eindrücke auf sich wirken lassen. Wir freuen uns auf einen ereignisreichen Tag.

    Weitere Informationen: http://www.kyb.tuebingen.mpg.de

    Der Girls Day:
    Trotz der besseren Schulabschlüsse entscheiden sich Mädchen noch immer überproportional häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer und schöpfen damit ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Gerade in technischen Betrieben fehlt jedoch zunehmend qualifizierter Nachwuchs. Der Girls’ Day ist ein jährlich stattfindender Aktionstag, der speziell Mädchen und Frauen motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Er soll damit dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den sogenannten „Männerberufen“ zu erhöhen und damit den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der Industrie zu verringern.

    Mehr Informationen: http://www.girls-day.de

    Kontakt:
    Elvira Fischer (stellv. Gleichstellungsbeauftragte)
    Tel.: 07071 601-1659
    E-Mail: elvira.fischer@tuebingen.mpg.de

    Stephanie Bertenbreiter (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
    Tel.: 07071 601-1792
    E-Mail: presse-kyb@tuebingen.mpg.de

    Anmeldung:
    Stabsstelle Gleichstellung und Integration Tübingen
    Tel.: 07071/204-1471
    E-Mail: prak002@tuebingen.de

    Druckfähige Bilder erhalten Sie von der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.

    Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


    Weitere Informationen:

    http://www.kyb.tuebingen.mpg.de - Weitere Informationen über das MPI für biologische Kybernetik
    http://www.girls-day.de - Mehr Informationen zum Girls' Day


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, jedermann
    Biologie, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


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