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16.04.2012 09:43

Klinische Studie zur neuro-musiktherapeutischen Behandlung von akutem Tinnitus zeigt gute Erfolge

Natascha Schettler-Brox Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V.

    Heidelberg, 16. April 2012 - Im Rahmen einer Studie zur Überprüfung einer neuro-musiktherapeutischen Behandlung von akutem Tinnitus sind die ersten Therapien erfolgreich abgeschlossen.

    Seit Anfang 2011 wird am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg eine neuro-musiktherapeutische Behandlung gegen akuten Tinnitus klinisch überprüft. Diese Therapie findet in Form einer fünftägigen Kompakttherapiewoche (Mo bis Fr) statt und richtet sich gezielt an diejenigen Patienten im Akutstadium ihres Tinnitus, denen die medizinische Erstversorgung nicht ausreichend helfen konnte.

    Nun haben die ersten zehn Studienpatienten die Therapie erfolgreich durchlaufen. Die vorläufigen Behandlungsergebnisse sind sehr vielversprechend. Bei allen zehn Patienten hat sich die subjektive Tinnitusbelastung klinisch bedeutsam um bis zu 82% verringert. Weiterhin gelang es, die täglich kontrollierte Tinnitusfrequenz in der Tonhöhe zu flexibilisieren und die Lautstärke des Ohrgeräusches spürbar zu reduzieren.

    Es werden noch Patienten mit akutem Tinnitus gesucht, die sich für eine Studienteilnahme interessieren. Teilnehmen können Erwachsene ab 18 Jahren, deren Tinnitus seit maximal acht Wochen andauert und die nach der medizinischen Akutbehandlung immer noch stark unter ihrem Tinnitus leiden. Die Studientherapien sind kostenlos, setzen aber die Bereitschaft voraus, umfangreiche Untersuchungen zu durchlaufen. Die Behandlung ist eingebettet in eine umfassende Diagnostik, die unter anderem auch zwei bildgebenede Untersuchungen im Kernspintomographen (MRT) enthält.

    Akuter und chronischer Tinnitus zählen europaweit zu den häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich. Zur Behandlung von akutem Tinnitus, d.h. innerhalb der ersten drei Erkrankungsmonate, stehen zwar verschiedene durchblutungsfördernde sowie entzündungshemmende Medikamente als Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Diese bewirken jedoch nur bei weniger als der Hälfte aller Patienten eine Auflösung oder deutliche Reduzierung der Symptome. Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine Chronifizierung der Ohrgeräusche sehr hoch.

    Informationen und Anmeldung für akut Betroffene (Studienteilnahme):
    Telefon: 06221-79 63 961 montags bis freitags von 09.00 – 12.00 Uhr
    E-Mail: miriam.grapp@dzm-heidelberg.de

    Informationen und Anmeldung für chronische Tinnituspatienten:
    Telefon: 06221-79 63 101, montags, dienstags und donnerstags von 08.30 – 12.30 Uhr, mittwochs von 13.00 – 17.00 Uhr.
    E-Mail: tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de

    Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger In-stitut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Lehre unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation er-krankter Menschen.
    Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

    Abdruck honorarfrei/Belegexemplar erbeten

    Weitere Informationen:
    Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
    (Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
    Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
    Maaßstraße 32/1
    69123 Heidelberg
    Telefon: +49 (6221) 83 38 60
    Telefax: +49 (6221) 83 38 74
    E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de
    Internet: www.dzm-heidelberg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Musik / Theater, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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