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17.04.2012 14:27

118. Internistenkongress in Wiesbaden endet: 8000 Internisten diskutierten über Gene, Krebs, H

Anna Julia Voormann Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Der 118. Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) in Wiesbaden endet heute. Rund 8000 Teilnehmer besuchten seit Samstag Kurse, Symposien, Vorträge und Workshops. Als Themen wählte Kongresspräsident Prof. Dr. med. Joachim Mössner aus Leipzig in diesem Jahr genetische Diagnostik, Adipositas, Herzinsuffizienz, Multimorbidität im Alter und Krebserkrankungen des Verdauungstraktes. Gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden richtete die DGIM am Samstag erneut einen sehr gut besuchten Patiententag aus. Die DGIM feierte in diesem Jahr ihr 130-jähriges Bestehen. Mit nahezu 22000 Mitgliedern ist sie eine der größten wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland.

    Mit dem Rahmenthema „Krankheit, Gene und Umwelt“ setzte der Vorsitzende der DGIM einen betont wissenschaftlichen Schwerpunkt auf seinem Kongress. Dafür hatte er Leiter medizinischer Sonderforschungsbereiche aus ganz Deutschland zu Vorträgen eingeladen. Sie stellten ihre neuesten Erkenntnisse über Lebererkrankungen, Stammzellen, Organtransplantation und Lungenimmunität vor. Daran anknüpfend thematisierte Mössner die Förderung der medizinischen Wissenschaft in Ostdeutschland: „Auch 22 Jahre nach dem Fall der Mauer besteht eine Kluft zwischen Ost und West, vergleicht man etwa die Anzahl der Sachbeihilfen der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder Sonderforschungsbereiche.“ Niedrige Landeszuschüsse für Forschung und Lehre an medizinischen Fakultäten seien davon abgesehen mitverantwortlich für gesamtdeutsche wissenschaftliche Defizite.

    Dem Ruf auf eine Professur für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie in Leipzig folgte Professor Mössner im Jahr 1993. Gemeinsam mit seinen Leipziger Kollegen veranstaltet damit zum ersten Mal ein Team aus Ostdeutschland einen Internistenkongress. „Dies wäre ohne die Wende 1989 natürlich gar nicht möglich gewesen“, sagt Mössner heute dankbar. Er freut sich deshalb, mit der Ausstellung „Die Friedliche Revolution in Leipzig“ das kulturelle Highlight des Kongresses setzen zu können. Die historische Schau dokumentiert die Aktionen der Leipziger Bürgerrechtler, die in den Jahren 1989/90 offenen Widerstand gegen das SED-Regime leisteten. Sie nimmt in Wiesbaden ihren Ausgang als Wanderausstellung durch Deutschland.

    Mit seinen Hauptthemen machte Professor Mössner auf drängende gesundheitliche Fragen der Industrienationen aufmerksam. Neben genetischen und epigenetischen Themen rückte er eines der großen gesundheitlichen und sozioökonomischen Probleme der industrialisierten Länder in den Fokus: Übergewicht. Die Internisten befassten sich außerdem intensiv mit den häufigen Tumoren des Verdauungstraktes. Jährlich erkranken etwa 430 000 Menschen an Dickdarmskrebs, etwa 200 000 sterben daran. Einzelnen Krankheitsbildern wie Herzinsuffizienz stellte Mössner außerdem die vielfach erkrankten, immer älter werdenden Patienten gegenüber. „Eine Lebensverlängerung Multimorbider allein ohne gleichzeitige Erhaltung der Lebensqualität darf nicht das Ziel sein“, betonte er.

    Ein Ziel des Internistenkongresses ist der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Dem näherte sich das Leipziger Kongressteam nicht nur mit seinem wissenschaftlichen Programm, sondern auch auf direktem Wege: Der Patiententag der DGIM und der Stadt Wiesbaden am Samstag im Rathaus widmete sich allein Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Internistische Experten informierten in kostenlosen Seminaren, Vorträgen und Diskussionen über Nervenleiden, Nieren-, Herz- und Lungenerkrankungen. Gefragt war auf diesem 6. Patiententag vor allem auch das Sonderthema Männergesundheit.

    Der 118. Internistenkongress endet mit dem Wechsel der Präsidentschaft: Für das Jahr 2012/2013 übernimmt Professor Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann, Chefärztin der Klinik Innere Medizin IV der Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Mainz aus Wiesbaden den Vorsitz der DGIM. Sie löst damit Professor Mössner im Amt ab.

    Pressekontakt für Rückfragen:
    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
    Pressestelle
    Anne-Katrin Döbler
    Anna Julia Voormann
    Corinna Spirgat
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-552
    Telefax: 0711 8931-167
    voormann@medizinkommunikation.org


    Weitere Informationen:

    http://www.dgim2012.de - Kongresswebsite zum 118. Internistenkongress
    http://www.dgim.de - Website der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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