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19.04.2012 08:58

Impfschutz prüfen: Die Europäische Impfwoche 2012 beginnt

Susanne Glasmacher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Robert Koch-Institut

    Jeder sollte seinen Impfschutz von Zeit zu Zeit überprüfen. „Auch Jugendliche und junge Erwachsene sollten mit ihrem Arzt über die Schließung von Impflücken sprechen“, daran erinnert Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich der am 21. April 2012 beginnenden Europäischen Impfwoche. Gerade die neueren Empfehlungen der Ständigen Impfkommission wie die Masern-Impfung für junge Erwachsene (2010) oder die 2009 ausgesprochen Keuchhusten-Impfempfehlung für Erwachsene (die gemeinsam mit der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphtherie gegeben werden soll) sind noch nicht ausreichend bekannt.

    Im Jahr 2010 hat die STIKO empfohlen, dass alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nur einmal oder noch gar nicht gegen Masern geimpft sind, gegen Masern geimpft werden. In dieser Gruppe gibt es deutliche Impflücken. Außerdem sind die Masernzahlen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Zuletzt hat sich die Zahl der Masernfälle in Deutschland mehr als verdoppelt, von 780 Fällen im Jahr 2010 auf 1.607 Fälle im Jahr 2011. Das entspricht einem Anstieg von 10 auf 20 Fälle pro 1 Million Einwohner. Als Ziel für die angestrebte Eliminierung der Masern gibt die Weltgesundheits-organisation (WHO) das Auftreten von weniger als 1 Fall pro 1 Million Einwohner an.

    Die anstehende Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine und die Olympischen Spiele in London könnten das Risiko für eine Einschleppung von Fällen erhöhen. Dort traten seit Anfang 2012 ausgedehnte Masernausbrüche auf. Unabhängig davon, ob eine Reise zu einem dieser Sportereignissen geplant ist oder nicht, sollten Jugendliche und junge Erwachsene bei unklarem Impfstatus ihren Impfausweis vom Hausarzt kontrollieren lassen und fehlende Impfungen zeitnah nachholen.

    „Masern sind eine der ansteckendsten Erkrankungen, die wir kennen, und sie sind nicht harmlos“, unterstreicht Reinhard Burger. Mehr als ein Viertel der dem RKI übermittelten Erkrankungen musste im Krankenhaus behandelt werden, es gibt auch immer wieder einzelne Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, die mit bleibenden Behinderungen oder gar dem Tod enden können.

    Neben den jungen Erwachsenen gibt es auch bei Jugendlichen deutliche Lücken beim Masernschutz. Für die Jugendlichen gibt es schon länger eine generelle Empfehlung der STIKO, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Lebensjahr nachzuholen. Bei Schulanfängern sind die Impfquoten nicht nur für Masern in den letzten Jahren stetig gestiegen oder auf hohem Niveau nahezu konstant geblieben. Die Daten für das Jahr 2010 werden im Epidemiologischen Bulletin 16/2012 am 23.4. veröffentlicht. Bei Masern hat mit Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland die von der WHO geforderte Impfquote von 95 % für beide Masernimpfungen geschafft.

    Besonderer Aufmerksamkeit bedarf auch die HPV-Impfempfehlung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren. Neuere Daten aus Studien und der weltweiten Anwendung der Impfung in den vergangenen Jahren bestätigen die Studienergebnisse, die der STIKO zur Bewertung der Impfung gegen die Humanen Papillomviren 2007 vorlagen.

    Eine wichtige Impf-Zielgruppe sind auch Personen mit Migrationshintergrund. Daten aus der RKI-Kindergesundheitsstudie KiGGS zeigen, dass die Impfquoten bei neu zugewanderten Kindern für die meisten Impfungen unterdurchschnittlich sind. Daher hat das RKI den aktuellen Impfkalender für Ärzte und Gesundheitsämter in 15 Sprachen erstellt, die auf der RKI-Impfseite unter http://www.rki.de/impfkalender abrufbar sind.

    Weitere Informationen: http://www.rki.de/impfen

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    Herausgeber
    Robert Koch-Institut
    Nordufer 20
    D-13353 Berlin
    http://www.rki.de

    Das Robert Koch-Institut ist
    ein Bundesinstitut im
    Geschäftsbereich des
    Bundesministeriums für Gesundheit

    Pressestelle
    Susanne Glasmacher
    (Pressesprecherin)
    Günther Dettweiler
    (stellv. Pressesprecher)
    Claudia Paape
    Heidi Golisch

    Kontakt
    Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
    Fax: 030.18754 2265
    E-Mail: presse@rki.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


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