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02.05.2012 14:37

DGKN: Ultraschall verbessert Diagnose bei Karpaltunnelsyndrom - Komplikationen nach OP vermeidbar

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Darmstadt/Freiburg – Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom tritt vor allem bei Menschen auf, die ihre Hand beruflich stark belasten, wie etwa Kassierer/innen oder Fließbandarbeiter/innen. Frauen erkranken etwa dreimal häufiger daran. Ursache sind meist Ödeme oder Entzündungen, die auf die Nerven in der Handwurzel drücken. Selten stecken aber auch Tumoren oder Blutgerinnsel hinter dieser meist schmerzhaften Erkrankung, die fast die Hälfte aller nichttraumatischen Nervenschädigungen ausmacht.

    Erfolgt die Diagnose zu spät, verlieren Betroffene das Gefühl in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Dann muss oft operiert werden. Dabei treten jedoch bei bis zu 20 Prozent Komplikationen auf. Vor allem dann, wenn die Ursache für die Ausfälle vor der OP nicht geklärt wurde, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Würden erfahrene Ärzte elektrophysiologische Verfahren durch Ultraschallbilder ergänzen, könne die Ursache der Beschwerden präzisiert und Operationen besser geplant werden.

    Die Hände schlafen oft ein, die Fingerspitzen kribbeln, brennen oder sind pelzig. Manchmal strahlt der Schmerz des Karpaltunnelsymptoms (KTS) bis in den Oberarm. „Obwohl es sich um einen der häufigsten Nervenschäden handelt, werden Druckschädigungen häufig erst spät erkannt“, sagt Professor Dr. med. Detlef Claus, 1. Sekretär der DGKN, Darmstadt. Denn die Ursachen der Schmerzen werden oft verkannt.

    Beim KTS klemmen meist entzündete und daher angeschwollene Sehnenscheiden einen wichtigen Nerv im Karpalkanal in der Handwurzel ein – den sogenannten Nervus medianus. Ist der Schmerz in den Fingern so stark, dass Betroffene nachts davon aufwachen oder treten Lähmungen in den Fingern auf, befinden sie sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Eine Handschiene oder schmerzlindernde Medikamente reichen dann nicht mehr aus. „Ob eine Operation helfen muss, zeigen dann elektrophysiologische Verfahren wie etwa die Elektroneurographie“, so der DGKN-Experte Claus.

    Jährlich führen Ärzte in Deutschland etwa 300 000 operative Eingriffe durch, um den Medianusnerv im Karpaltunnel zu entlasten. Damit zählt die Dekompression des KTS bundesweit zu den häufigsten Operationen. Allerdings verlaufe diese Operation nur bei etwa 75 Prozent der Fälle sehr gut, sagt Claus. Mitunter lindert der Eingriff die Beschwerden nicht.

    Aktuelle Studien zeigen, dass neben elektrophysiologischen Methoden, hochauflösender Ultraschall hilft, die Ursachen der Beschwerden zu identifizieren. So entdecken erfahrene Untersucher mit Ultraschall etwa Gelenkzysten oder verstopfte Arterien. „Mit diesem Wissen kann der Arzt die Operation gezielter angehen“, erklärt der Neurophysiologe. Auch kann die Ultraschalluntersuchung die Kompression des Nervs direkt sichtbar machen.

    Um die Komplikationen bei Operationen des KTS zu verringern und die Entscheidung einer Therapie zu erleichtern, rät die DGKN daher die klinische Diagnostik durch elektrophysiologische Methoden und Ultraschall des Karpaltunnels zu ergänzen. Wichtig sei jedoch, dass ein erfahrener Untersucher die Neurosonographie durchführe. Eine spezielle Ausbildung für Ärzte bietet die DGKN gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall an.

    Literatur:
    Schelle T, Schneider W. Ist der hochauflösende Ultraschall … Handchir Mikrochir Plast Chir 2011; 43: 313–316
    Wessig C et al. Läsionen peripherer Nerven … Klin Neurophysiol 2011; 42: 231–238

    - Bei Veröffentlichung Beleg erbeten. -

    Kontakt für Journalisten:
    Pressestelle DGKN
    Kathrin Gießelmann
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-981
    Fax: 0711 8931-167
    giesselmann@medizinkommunikation.org


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    Forschungs- / Wissenstransfer
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