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07.05.2012 20:43

KORREKTUR: Wie lassen sich Risiken bei Schönheitsoperationen minimieren?

Jens Oliver Bonnet Konzernbereich Unternehmenskommunikation/Pressestelle
Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

    Öffentliche Podiumsdiskussion am 11. Mai 2012 im Marriott-Hotel Hamburg

    Hamburg, 7. Mai 2012. Immer häufiger erschüttern Presseberichte über misslungene oder gar tödlich verlaufende Schönheitsoperationen das Vertrauen in die Chirurgen. Bei Krankenversicherungen, Verbraucherschützern und Ärztekammern häufen sich Beschwerden über Behandlungsfehler. Zugleich sind immer mehr Menschen mit ihrem Aussehen unzufrieden und versuchen, mit chirurgischer Hilfe ihrem Schönheitsideal näher zu kommen. Doch wie erkennen an einem plastisch-ästhetischen Eingriff Interessierte, bei welchem der ungezählten Anbieter sie in guten Händen sind?

    Auf einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Freitag, 11. Mai, in Hamburg werden Experten Fragen beantworten und Wege aufzeigen, wie sich Qualität in der Schönheitschirurgie erkennen lässt, um Gefahren zu vermindern und Ergebnisse zu verbessern.

    Der Begriff „Schönheitschirurg“ ist nicht geschützt. Jeder Arzt kann sich Schönheitschirurg nennen – unabhängig von seinem Fachgebiet und seiner Erfahrung. Mit aufwändigen Prospekten und Internetseiten werben Praxen und Institute in beeindruckenden Villen in bester Lage um ihre Kundschaft. Die Qualifikation der behandelnden Ärzte und die Qualität ihrer Arbeit bleiben dabei jedoch meist im Dunkeln, klagte Dr. Klaus Müller, Chefarzt der Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Asklepios Klinik Wandsbek, auf der heutigen Pressekonferenz: „Unabhängige, gesicherte Informationen sind Mangelware.“

    Immer öfter suchten Patientinnen und Patienten nach misslungenen Schönheitsoperationen seine Hilfe, um die unbefriedigenden Ergebnisse soweit möglich zu korrigieren, berichtete der Plastische Chirurg. Ziel der von Müller initiierten Podiumsdiskussion in Hamburg soll es deshalb sein, hier durch Aufklärung über die Hintergründe dieses Marktes vorbeugend tätig zu werden und Interessenten zu zeigen, wie sich die Qualität Ästhetischer Chirurgen beurteilen und erkennen lässt. Worauf kommt es dabei an?

    Initiativen für mehr Transparenz und Qualität

    Ein hilfreicher Ansatz zu mehr Transparenz und verlässlichen Daten kommt aus der Schweiz: Seit 2006 prüft die unabhängige Initiative ACREDIS Fachärzte anhand von mehr als 300 Kriterien. Diese Prüfung gelte als europaweit strengste, erklärt ACREDIS-Gründer und -Geschäftsführer Stephan Haegeli: „Nur wer die Prüfung besteht und für die jeweils gewünschte Operation überdurchschnittlich hohe Fallzahlen sowie eine fortlaufend hohe Patientenzufriedenheit vorweisen kann, wird den Patienten auf www.acredis.com empfohlen.“ Damit leisteten die zertifizierten Fachärzte Pionierarbeit, so Haegeli: „Sie gewähren ACREDIS und den Patienten erstmalig und freiwillig einen umfassenden Einblick in ihre Arbeitsweise und Qualität.“

    Auch die Hamburger Ärztekammer hat sich des Themas angenommen und erarbeitet derzeit weiter gehende Qualitätsstandards und -indikatoren für die Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. „Es geht darum, die Einhaltung von Mindeststandards in der Handhabung von Operationen, Interventionen und Behandlungen zu sichern“, sagte Dr. Annemarie Jungbluth, Leiterin der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg. Dieses Qualitätskonzept solle strukturelle Daten sowie die Sicherung von Prozessabläufen umfassen. Allerdings seien die Überlegungen hierzu noch nicht abgeschlossen. Wünschenswert sei auch die Einbeziehung des Patienten in ein Feedbacksystem. Zwar sei die Ergebnisqualität im Bereich der Schönheitschirurgie sicher nur sehr schwer ermittelbar, da hier naturgemäß besonders subjektive Wertungen einfließen.

    „Die Einbeziehung des Patienten erlaubt jedoch eine Rückmeldung zu Verfahrensstandards, die für eine qualitätsgesicherte Behandlung einzusetzen sind und zu denen sich die freiwillig teilnehmenden Praxen verpflichtet haben“, so Jungbluth. Teil des Konzepts zur Qualitätssicherung seien Basiskriterien wie die Fallzahl, die Versicherung, die Fachkompetenz, das Case-Management sowie der OP-Katalog, der regelmäßig vorgelegt werden muss. So soll eine Positivliste entstehen, in der diejenigen veröffentlicht werden, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Patientinnen und Patienten können sich dann darüber ein Bild verschaffen, wer die Kriterien einhält. „Es ist uns wichtig, dass die Liste regelmäßig überprüft wird. Wir denken hierbei an einen Zeitraum von zwei Jahren“, sagte Jungbluth.

    Wann ist eine Schönheitsoperation der richtige Weg?

    Ausschlaggebend für ein befriedigendes Operationsergebnis ist neben der Frage nach den Quali-tätsstandards der Chirurgen die Motivation des Patienten, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Auch dieses Thema werden die Experten bei der Podiumsdiskussion am 11. Mai ansprechen: Wann ist eine ästhetische Operation tatsächlich ein sinnvoller Weg und wann führt sie in die Irre? Welche Ansprüche an den eigenen Körper sind realistisch, wann droht sich der Wunsch nach Veränderung zu verselbständigen?

    Der Diplom-Psychologe Michael Thiel erlebt nicht nur bei jüngeren Menschen, dass bei ihnen die Optik eine extrem große Rolle einnimmt: „Die Medien zeigen oft irreale Schönheitsideale, bei denen Viele das Gefühl bekommen, dass sie nicht gut genug oder gar minderwertig sind, weil sie diesen vermeintlichen Schönheitsidealen nicht entsprechen. Besonders Jugendliche wollen auch so aussehen wie ihre Stars, weil sie sich dadurch erhoffen, einen besseren Job oder ihren Traumpartner zu bekommen.“ Es werde ihnen vorgegaukelt, dass heutzutage Schönheit einfach und schnell operierbar sei, berichtete Thiel: „Aber das ist weit entfernt von der Realität!“

    Schönheitsoperationen als Ausdruck psychischer Probleme?

    Der Wunsch, seinen eigenen Körper zu verändern, kann auch Symptom einer sogenannten Körperschemastörung sein. Bei dieser Krankheit nehmen die Betroffenen ihren eigenen Körper völlig anders wahr als ihr Umfeld. Ein bekanntes Beispiel dafür sei die Magersucht, erklärte Priv.-Doz. Dr. Aglaja Stirn, Chefärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Asklepios Westklinikum Hamburg. Es gebe aber noch zahlreiche andere Körperschemastörungen und weitere psychische Probleme, die einen Operationswunsch aufkeimen lassen können. „Bei der Körperdysmorphophobie ist diese gestörte Wahrnehmung meist auf ein bestimmtes Körperteil gerichtet, den die Patienten ablehnen und am liebsten loswerden möchten.“ Nicht selten suchten die Betroffenen verzweifelt nach einem Schönheitschirurgen, der ihnen diesen Wunsch erfüllt. Wirklich helfen könne hier aber nur eine spezielle Therapie und kein Skalpell.

    Veranstaltungsort:
    Marriott-Hotel Hamburg, ABC-Straße 52, Salon B
    Freitag, 11. Mai 2012, 18 Uhr

    Es diskutieren:
    • Dr. Klaus Müller, Chefarzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Asklepios Klinik Wandsbek
    • Dr. Annemarie Jungbluth, Ärztekammer Hamburg
    • Elke Huster-Nowack, Behörde für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz
    • Dipl.-Päd. Christoph Kranich, Verbraucherzentrale Hamburg
    • Stephan Haegeli, ACREDIS-Zertifizierungen / Schweiz
    • Priv.-Doz. Dr. Aglaja Stirn, Chefärztin Psychosomatische Medizin, Asklepios Westklinikum
    • Dipl.-Psych. Michael Thiel, Hamburg
    sowie eine Patientin, die von ihrer Motivation zur OP und ihren Erfahrungen berichten wird.

    Moderation: Vera Cordes (bekannt aus dem TV-Gesundheitsmagazin „NDR Visite“)

    Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


    Weitere Informationen:

    http://www.asklepios.com


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung im PDF-Format

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


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