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14.05.2012 06:00

Unimedizin Greifswald beteiligt sich an der ersten großen deutschlandweiten COPD-Studie

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Teilnehmer gesucht - Lungenkranke können von der Studie profitieren

    Die Universitätsmedizin Greifswald beteiligt sich unter Federführung der Klinik für Innere Medizin B an der ersten übergreifenden großen Studie COSYCONET in Deutschland. Gesucht werden Patienten, bei denen eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) festgestellt wurde, aber auch Raucher, die unter Symptomen wie chronischem Husten, Auswurf und Atemnot leiden. Die freiwilligen Teilnehmer sollten 40 Jahre oder älter sein. „Deutschlandweit sollen 3.500 Patienten für die Studie gewonnen werden“, sagte der Greifswalder Projektleiter, Privatdozent Dr. Sven Gläser.

    Unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden in Deutschland etwa vier Millionen Menschen, Tendenz steigend. COPD ist eine Lungenerkrankung, bei der Patienten nach und nach die Fähigkeit zum Atmen verlieren. Sie ist durch zunehmend verstopfte beziehungsweise verengte Bronchien oder durch ein überblähtes Lungengewebe gekennzeichnet. Auch in der Unimedizin Greifswald ist die am weitesten verbreitete Lungenerkrankung und weltweit vierthäufigste Todesursache ein Forschungsschwerpunkt.

    „Die COPD wird heute längst nicht mehr als eine reine Erkrankung der Lunge betrachtet. Die meisten Patienten leiden gleichzeitig unter anderen Krankheiten wie beispielsweise Herzschwäche, Diabetes, Osteoporose oder Krebs“, so der Greifswalder Experte. „Diese Begleiterkrankungen stellen uns bei der Behandlung von Patienten mit COPD diagnostisch und therapeutisch vor große Herausforderungen.“

    In der Studie COSYCONET werden deshalb Daten zur COPD und den verschiedenen Begleiterkrankungen gesammelt. Innerhalb eines Zeitraumes von 18 Monaten werden die Teilnehmer insgesamt dreimal gründlich untersucht. Festgestellt werden dabei der allgemeine Gesundheitszustand, der Schweregrad und die Entwicklung der COPD sowie der Zusammenhang mit bestehenden Begleiterkrankungen. Finanziert wird diese Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
    „Von den Ergebnissen versprechen wir uns neuartige und praxistaugliche Konzepte für die Vorbeugung, Diagnostik, Verlaufskontrolle und Therapie“, betonte Gläser. „Insofern würden wir uns über eine rege Teilnahme von Betroffenen freuen.“

    Interessierte Patienten können sich in der Klinik für Innere Medizin B unter den Telefonnummern 03834-86 800 70 und 0151-121 54 392, alternativ auch unter
    der E-Mail cosyconet@uni-greifswald.de melden.

    Die Teilnehmer profitieren von den verschiedenen Untersuchungen, die mit modernsten Methoden erfolgen. Die Ergebnisse stehen nicht nur den Wissenschaftlern, sondern auch unmittelbar den Patienten zur Verfügung. Der betreuende Lungenfacharzt oder Hausarzt kann diese Befunde in die Therapie mit einfließen lassen.

    Es handelt sich bei der deutschlandweiten Untersuchung um eine langfristig angelegte Beobachtungsstudie mit Verlaufskontrolle. Neue Medikamente werden im Rahmen der Studie nicht erprobt.

    Weitere Informationen

    Um welches medizinische Problem geht es?

    In Deutschland existiert bislang keine Datenbasis, die es ermöglicht, den Verlauf der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung im Detail zu untersuchen. Experten vermuten, dass bei Entstehung und Verlauf der COPD sowohl lokale als auch systemische entzündliche Prozesse eine Rolle spielen.
    Auch die Tatsache, dass COPD häufig zusammen mit anderen Erkrankungen, beispielsweise des Herz-Kreislaufsystems, auftritt, bedarf einer näheren Untersuchung. Es ist nämlich nicht klar, in welcher Weise der Verlauf der COPD von diesen anderen Erkrankungen abhängt oder sogar durch sie bestimmt ist.

    Wie ist die Studie aufgebaut?

    Über Deutschland verteilt beteiligen sich mehr als 25 Studienzentren, in denen die Untersuchungen erfolgen. Die dort erhobenen Daten werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und später nach bestimmten Fragestellungen ausgewertet. Bis Ende des Jahres 2013 werden Patienten aufgenommen.

    Fragen zur Studie?

    Patientenhotline des Kompetenznetzes Asthma und COPD
    Montag bis Freitag, von 10.00 bis 15.00 Uhr
    Tel. 06421-58 61 015

    Internetseite „Kompetenznetz Asthma und COPD“
    http://www.asconet.net

    Kontakt zum Greifswalder Studienzentrum
    Tel. 03834-86 800 70 oder 0151-121 54 392
    Mail: cosyconet@uni-greifswald.de

    Universitätsmedizin Greifswald
    Zentrum für Innere Medizin
    Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
    Neubau, Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
    Direktor: Prof. Dr. Stephan Felix
    Projektleiter: PD Dr. Sven Gläser
    T +49 3834 86-800 70
    E sven.glaeser@uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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