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14.05.2012 15:21

Zehn Jahre innovative Herzklappen aus Hannover

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    23 MHH-Patienten feiern mit Professor Haverich im Zoo

    Strahlende Augen und fröhliches Lachen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind im Zoo Hannover durchaus üblich. Am Sonnabend war es dann aber doch eine ganz besondere Gruppe, die sich im Erlebniszoo traf und gemeinsam Spaß hatte: 23 Patienten, die in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine mitwachsende Herzklappe eingesetzt bekommen hatten, haben auf Einladung von Professor Dr. Dr. h.c. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG), in Hannover gefeiert. Grund dafür: Vor zehn Jahren haben er und seine Mitarbeiter dem ersten Patienten eine dieser innovativen Herzklappen eingesetzt. Mehr als 70 Patienten wurden seitdem erfolgreich behandelt. „Unsere Idee einer mitwachsenden Herzklappe ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden“, sagte Professor Haverich, der auch Koordinator des Exzellenzclusters REBIRTH (Von regenerativer Biologie zu rekonstruktiver Therapie) ist. „Auch wir – also unser Tissue-Engineering Konzept, die MHH und der Exzellenzcluster REBIRTH – wachsen mit dieser Innovation.“

    23 der 47 in Deutschland lebenden Patienten im Alter von zwei bis 36 Jahren kamen am Sonnabend anlässlich des zehnjährigen Jubiläums zusammen. Nach einem Frühstück mit den behandelnden Ärzten besuchten die Patienten, die mit ihren Geschwisterkindern, Eltern und Partnern aus ganz Deutschland angereist waren, den hannoverschen Zoo. Nach einem Gruppenbild mit Patienten, Ärzten, Eltern, Freunden und Förderern erkundeten die Gäste den Tierpark. „Für uns Mediziner ist es das Schönste, wenn es unseren Patienten dauerhaft gut geht. Und das konnten wir bei dieser Feier hautnah erleben“, ergänzte Dr. Thomas Breymann, Kinderherzchirurg der HTTG.

    Bei diesen speziellen biologischen Herzklappen handelt es sich um menschliche Spenderklappen, deren Zellen in Speziallabors entfernt werden, sodass nur noch das Gerüst aus der Stützsubstanz Kollagen bleibt. Nach der Implantation werden die Klappen vom Empfängerorganismus besiedelt. Der Vorteil: Diese Herzklappen werden nicht abgestoßen, halten voraussichtlich ein Leben lang und wachsen bei Kindern sogar mit. Und die Patienten müssen höchstwahrscheinlich nicht – wie bei herkömmlichen Herzklappen üblich – erneut operiert werden. Im Sommer startet nun der klinische Teil der europaweiten Studie zu den mitwachsenden Herzklappen (ESPOIR), in der die Eigenschaften der biologischen Herzklappen untersucht werden.

    In dem bisher üblichen Standardverfahren transplantieren Mediziner bei bestimmten Herzleiden mechanische oder biologische Herzklappen. Mechanische Klappen erfordern eine dauerhafte Blutverdünnung, was vor allem bei Kindern und Schwangeren gefährlich ist. Deswegen verwenden Ärzte bei ihnen unbehandelte menschliche oder tierische Herzklappen. Diese degenerieren jedoch nach etwa acht bis zehn Jahren und machen eine erneute Klappen-Implantation erforderlich. Solche Reoperationen werden von Mal zu Mal gefährlicher, und das Risiko zu versterben erhöht sich proportional zu der Zahl der wiederholten Eingriffe.

    Die Veranstaltung wurde unterstützt vom Congress Hotel am Stadtpark und vom Hannover Congress Centrums (HCC).

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Camilla Krause, Exzellenzcluster REBIRTH / Pressearbeit, Telefon (0511) 532-6793, E-Mail krause.camilla@mh-hannover.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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