idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
15.05.2012 14:57

Hybrid-Herzkatheterlabor der MHH ermöglicht verbesserte Diagnostik und Therapie

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    Eine der leistungsfähigsten Einheiten Deutschlands nimmt ihren Betrieb auf

    Genauere Diagnosen und Therapie, mehr Sicherheit für die Patienten: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat eines der modernsten und leistungsfähigsten Herzkatheterlabore Deutschlands in Betrieb genommen. „In unserem Hybrid-Labor herrschen Bedingungen wie in einem Operationssaal. Dort können wir aufwändige Eingriffe wie etwa Klappenimplantationen durchführen“, sagte Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, während der Eröffnung. „Damit können wir Herzerkrankungen simultan, also ohne Verzögerung, diagnostizieren und therapieren. Ein gerade bei Notfallpatienten riskanter Transport entfällt.“ Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: „Die Behandlung auch von schwerstkranken Patienten mit komplexen Herzerkrankungen wird noch sicherer, die Dauer verkürzt sich und dank modernster Bildwandlungstechnik sinkt die Strahlenbelastung“, erläuterte Professor Bauersachs. „Die Modernisierung des Herzkatheterlabors stärkt die überregionale Bedeutung der MHH in der Behandlung schwerstkranker Patienten“, betonte Dr. Andreas Tecklenburg, MHH-Vizepräsident, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. Das Land Niedersachsen investierte 1,6 Millionen Euro in den Umbau und die neuen Geräte.

    Ein fast 400 Quadratmeter großer Trakt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie wurde renoviert. Das Herzkatheterlabor verfügt nun über Flachbilddetektoren der neusten Generation, wodurch eine exzellente Bildqualität erreicht wird. „Die Aufnahmen werden dem untersuchenden Kardiologen auf einem 56 Zoll-Flachbildschirm angezeigt, auf dem sich neben den Durchleuchtungsbildern bis zu neun weitere Signal-Informationen wie Echokardiografieaufnahmen, intravaskuläre Ultraschallbilder oder Computertomographiebilder anzeigen lassen“, erläuterte Professor Bauersachs. Diese Bildinformationen sowie neuste Softwaretools zur Analyse und dreidimensionalen Darstellung der Herzkranzgefäße und Herzklappen unterstützen den Kardiologen bei seiner Arbeit und erhöhen die Sicherheit der Untersuchung. „Diese Vorteile kommen insbesondere bei der Behandlung komplexer Koronarstenosen, bei minimal-invasiven Herzklappeneingriffen mittels Katheter oder dem Verschluss von Herzscheidewand-Defekten zum Tragen“, sagte der Klinikdirektor. Da für manche dieser komplexen Eingriffe eine Narkose notwendig sei, halte das neue Hybrid-Katheterlabor auch eine komplette Anästhesie-Einheit vor¬ – wie in einem Operationssaal. Für die Vorbereitung der Patienten sowie die Betreuung nach dem Einriff steht ein hochmoderner Überwachungsraum zur Verfügung.

    Im vergangenen Jahr wurden in der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie 3300 Herzkatheter-Untersuchungen durchgeführt, mit dem neuen Hybrid-Katheterlabor sollen die Fallzahlen, insbesondere bei den komplex-interventionellen Therapieverfahren, weiter steigen. PD Dr. Julian Widder, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie und Leiter des Herzkatheterlabors, zählte eine Reihe von Diagnostiken und Therapien auf, die im neuen Labor durchgeführt werden – wie Herzkatheteruntersuchungen (Linksherzkatheter, Rechtsherzkatheter), intravaskulärer Ultraschall (IVUS), Messung der koronaren Flussreserve (pressure wire), optische Kohärenztomographie (OCT), Endo-Myokard-Biopsien oder Nierenarterienablation bei Bluthochdruck. „Dank der neuen Hybrid-Technik können wir minimal-invasive Eingriffe, die früher nur operativ gemacht werden konnten, nun noch sicherer vornehmen“, erklärte PD Dr. Widder, „wie etwa Herzklappeneingriffe per Katheter, transfemoralen Aortenklappenersatz, perkutane Mitralklappenraffung (MitraClip) sowie Pulmonalklappenersatz oder PFO- und ASD-Verschlüsse.“ Auch die Diagnostik und interventionelle Therapie bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern wird dank des neuen Labors verbessert.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Johann Bauersachs, bauersachs-johann@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-3840.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).