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24.05.2012 09:55

Die Politik ist gefordert: Versorgungslage psychischer Erkrankungen ernst nehmen

Nicole Siller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

    Das Gesundheitssystem muss sich in Zukunft auf eine wachsende Zahl von Behandlungen psychisch kranker Menschen einstellen. Die Ursachenforschung und Prävention werden immer wichtiger.

    Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass die Behandlung psychischer Erkrankungen das Gesundheitssystem in erheblichem Maße belastet. Mit einem Anteil von 11,3 Prozent an den gesamten Krankheitskosten stehen psychische Erkrankungen mittlerweile auf Platz drei hinter Krankheiten des Herzkreislaufsystems und des Verdauungssystems.

    „Die Fakten liegen auf dem Tisch: Psychische Erkrankungen sind Volkskrankheiten mit enormen Auswirkungen auf den persönlichen Lebensbereich der Betroffenen, aber auch auf das Gesundheits- und Wirtschaftssystem. Laut Hochrechnungen der WHO kommen im Jahr 2030 in den industrialisierten Ländern fünf der zehn mit den stärksten Beeinträchtigungen verbunden Erkrankungen aus dem Bereich der Psychiatrie, etwa Depressionen“, so der DGPPN-Präsident Professor Peter Falkai. „Obwohl Deutschland weltweit als Vorreiter in der psychiatrischen Behandlung gilt, sieht es mit der adäquaten Honorierung psychiatrischer Leistungen schlecht aus, das hat gravierende Auswirkungen auf die Versorgung.“, so Falkai weiter. Bereits heute befindet sich die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung in einer Schieflage: Während in Großstädten sowie in Universitätsstädten die Versorgung gesichert ist, sind ländliche Regionen von einer massiven Unterversorgung betroffen. „Wenn die Politik nicht handelt, wird sich die Situation noch erheblich verschärfen“, warnt Professor Peter Falkai.

    Die DGPPN als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft setzt sich mit Nachdruck für integrierte Versorgungskonzepte und eine Intensivierung der Ursachenforschung zur Entwicklung von Präventionskonzepten ein, um die vorhandenen Ressourcen besser nutzen zu können. „Als im Jahr 2011 die deutschen Zentren der Gesundheitsforschung eingerichtet wurden, fanden psychische Erkrankungen keine Berücksichtigung. Das ist für uns angesichts ihrer Bedeutung nicht nachvollziehbar. Ein eigenes Forschungszentrum für psychische Erkrankungen stellt deshalb das Gebot der Stunde dar“, sagt Professor Peter Falkai.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgppn.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Politik, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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