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25.05.2012 15:58

Urologie-Ambulanz des Dresdner Uniklinikums bietet modernste Diagnostik im Vorfeld einer OP

Holger Ostermeyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Mit dem in dieser Woche abgeschlossenen Umzug des Ambulanzbereichs der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden in das Haus 27 (Diagnostisch-Internistisch-Neurologisches Zentrum – DINZ), ist nach der Neurologie und der inneren Medizin ab sofort ein weiteres Fachgebiet in Dresdens größtem Krankenhaus-Neubau präsent. Insgesamt bietet die Klinik zehn Spezialsprechstunden an, die das komplette Spektrum der Urologie abdecken.

    Mit dem Einzug übernimmt die Klinik hochmoderne Diagnostikgeräte – unter anderem zur videogestützten Kontrolle der Blasenentleerung (Videourodynamik). In den kommenden Monaten gehen auch der neue Operationstrakt und die vier Stationen der Klinik für Urologie im DINZ in Betrieb. Dann ist die Klinik erstmals in einem Gebäude konzentriert, wodurch die enge Verzahnung der Bereiche die Behandlung weiter optimiert.

    „Als eines der größten universitären urologischen Zentren in Deutschland können wir unsere Patienten künftig in einem hochmodernen Gebäude diagnostizieren, therapieren und pflegen. Von dieser engen Verzahnung profitieren Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen“, sagt Prof. Manfred Wirth, Direktor der Klinik für Urologie. Als erste haben in dieser Woche die Spezialsprechstunden die ersten Patienten in Haus 27 empfangen. Schwerpunkte sind dabei folgende Bereiche: Urologische Onkologie, zu der auch die Zweitmeinungs- und die Studiensprechstunde gehören, die Behandlung benigner, also gutartiger Prostatavergrößerungen, die Inkontinenzbehandlung beider Geschlechter, die Neuro-Urologie, die Kinderurologie, die Steinsprechstunde, die Andrologie und Transplantationssprechstunde.

    In der Regel müssen die Patienten von den niedergelassenen Ärzten zu den Spezialsprechstunden der Klinik überwiesen werden. Neben den niedergelassenen Fachärzten für Urologie arbeitet die Klinik eng mit Frauen- und Kinderärzten, aber auch mit Allgemeinmedizinern zusammen. „Der Besuch der Klinikambulanz ist in vielen Fällen die Vorstufe zu einer Operation. Mit speziellen Untersuchungen und die Beratung des Patienten unterstützen wir ihn bei der Wahl der Therapie“, erklärt Prof. Wirth. Mit dem hochmodernen OP-Trakt im DINZ steht der Klinik für Urologie künftig ein zusätzlicher Operationsraum zur Verfügung. Insgesamt bieten die Urologen alle anerkannten OP-Verfahren an. Neben dem DaVinci, einem OP-Roboter für minimalinvasive Eingriffe nutzen die Operateure verschiedene Laser-Verfahren zur schonenden Behandlung von gutartigen Vergrößerungen der Prostata: „Bei dieser Erkrankung ist keine offene Operation also kein Bauchschnitt mehr notwendig“, erklärt der Klinikdirektor. Bei der kompletten Versorgung des Patienten wird streng auf die Einhaltung aller Standards geachtet. Hierzu wurde ein Qualitätsmanagementsystem etabliert und die Klinik als einzige ihrer Art in Deutschland nach der internationalen Qualitätsnorm DIN ISO 9001:2008 zertifiziert.

    Mit dem DaVinci-OP-Roboter ist beispielsweise auch eine Option für Frauen, die zur Inkontinenz-Sprechstunde kommen. So können mit dem minimal-invasiven Verfahren Senkungen im Bereich des Beckenbodens behoben werden, die Ursache von ungewolltem Urinverlust oder Blasenentleerungsstörungen sein können. Zum Spektrum der Klinikambulanz gehören zudem alle Arten urologischer Krebserkrankungen. Neben dem Prostatakarzinom sind dies Tumore der Blase, der Niere und der Hoden. Gerade bei der letztgenannten Krebserkrankung gibt es besonders hohen Beratungsbedarf. Die Klinik für Urologie bietet deshalb im Rahmen eines bundesweiten Forschungsprojektes als einzige Institution in Sachsen eine Zweitmeinungssprechstunde an, um ein optimales Behandlungsergebnis sicherzustellen.

    Mit dem Umzug der Klinik-Ambulanz werden auch mehrere hochmoderne Untersuchungsgeräte in Betrieb gehen. Eines der Verfahren ist die Video-Urodynamik. Hierbei wird die Blase von Inkontinenzpatienten mit einer kontrastmittelhaltigen Flüssigkeit gefüllt und danach deren Entleerung unter Röntgenstrahlung gefilmt. Damit können die Urologen das Zusammenspiel der Blasenmuskulatur mit dem Schließmuskel beobachten. Oft sind Störungen dieses Mechanismus auf eine neurologische Erkrankung zurückzuführen – anhand der Untersuchungsergebnisse können die Urologen die erfolgversprechendste Therapie bei Blasenentleerungsstörungen ermitteln.

    Kontakt
    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Klinik und Poliklinik für Urologie
    Direktor: Prof. Manfred Wirth
    Tel.: 0351 / 4 58 24 47
    E-Mail: urologie@uniklinikum-dresden.de
    <http://urologie.uniklinikum-dresden.de >

    Hintergrundinformation DINZ
    Das Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum (DINZ) komplettiert den neuen Mittelpunkt des Universitätsklinikums Dresden. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 140 Millionen Euro, welche von Bund, Freistaat Sachsen und Universitätsklinikum finanziert wurden. Es ist das bislang größte Bauvorhaben des Freistaates Sachsen unter der Projektleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für das Universitätsklinikum Dresden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Universitätsklinikum erreicht mit dem DINZ eine neue Qualitätsstufe. Diese technisch hochmoderne Einrichtung sichert dem Universitätsklinikum seine hohe Qualität, Leistungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit. Zugleich werden durch kurze Wege Forschung und Lehre mit der Versorgung der Patienten auf das Engste verknüpft.

    Die Innovationen im DINZ beschränken sich nicht allein auf bauliche und technische Infrastruktur einschließlich einer hochmodernen medizintechnischen Ausstattung: Herzstück des Neubaus ist die völlig neu konzipierte Organisation der Arbeitsabläufe und des damit eng verwobenen Personaleinsatzes. Dieses Konzept soll einen nachhaltigen Impuls für die weitere positive Entwicklung des Universitätsklinikums liefern. Das DINZ bietet Raum für insgesamt 410 Betten und vereint fünf Kliniken und ein Institut, welche bisher auf zehn unterschiedliche Gebäude verteilt waren. In dem Neubau arbeiten die Kliniken für Innere Medizin, Urologie und Neurologie, das Institut für Radiologie, Bereiche der chirurgischen Kliniken sowie der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie unter einem Dach zusammen. Das DINZ wird so Arbeitsort für rund 1.000 Mitarbeiter. Mit der direkten Anbindung des Diagnostisch-Internistisch-Neurologischen Zentrums ans Operative Zentrum und ans Kinder-Frauenzentrum ist die Konzentration des Krankenhausbetriebs abgeschlossen: Dieser Gebäudekomplex bildet die neue Mitte des Universitätsklinikums.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


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