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31.05.2012 10:47

Forschung im Kampf gegen Blutvergiftung nimmt Fahrt auf

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Dieses Jahr findet am 13. September erstmalig der Weltsepsistag statt

    Der Kampf gegen die weit verbreitete Blutvergiftung (Sepsis) rückt auch in Deutschland immer mehr in den Fokus der Forschung. Die Zeitschrift „The Journal oft he American Medical Association“ (JAMA) hat jetzt eine Studie des deutschen Sepsisnetzwerkes (SepNet) veröffentlicht. Die Studie an 600 Patienten mit schwerer Sepsis war unter wesentlicher Beteiligung der Intensivmediziner der Greifswalder Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin in den Jahren 2007 bis 2010 durchgeführt worden.

    Die Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit und mit einer Sterblichkeit bis zu 60 Prozent belastet. Die Wissenschaftler der SepNet-Studiengruppe gingen der Fragestellung nach, ob die Behandlung mit einer Antibiotikakombination Vorteile gegenüber einer Monotherapie (Gabe eines einzigen Antibiotikums) bietet. Im Ergebnis der Studie konnte diese in der klinischen Praxis entscheidende Frage weltweit erstmals für Sepsispatienten beantwortet werden. Es konnte kein Vorteil der Kombinationsbehandlung gefunden werden. „Der Gebrauch von Antibiotika ist ein aktuell viel diskutiertes Problem, da der sinnvolle Einsatz Leben retten kann, ein zu intensiver Gebrauch aber die Züchtung sogenannter multiresistenter Erreger begünstigt“, erläuterte der Greifswalder Sepsisexperte Dr. Matthias Gründling (Foto). Die Greifswalder Forscher waren schon an der 2008 publizierten und international viel beachteten Studie zum gefahrvollen Einsatz von Stärkelösungen in der Sepsis beteiligt.

    Die Greifswalder Intensivmediziner sorgten in Sachen Sepsis in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach für Aufmerksamkeit. So gelang es im Rahmen des Qualitätsmanagementprojektes Sepsisdialog (http://www.sepsisdialog.de) an der Universitätsmedizin Greifswald die Krankenhaussterblichkeit für schwere Sepsis und septischen Schock in den vergangenen Jahren von über 50 Prozent auf rund 35 Prozent zu senken (http://idw-online.de/pages/de/news348226). Erreicht haben die Pflegekräfte und Mediziner diesen deutlichen Fortschritt durch Schulung des Personals und Einführung von Früherkennungsmethoden sowie eine schnellere Erstbehandlung der Erkrankung. Diese Verbesserungen, die schon rund 100 Greifswalder Sepsispatienten das Leben gerettet haben, machen nun auch Schule in ganz Mecklenburg-Vorpommern und sollen in weiteren Krankenhäusern zum Einsatz kommen. „Am Vortag des in diesem Jahr am 13. September erstmals stattfindenden Weltsepsistages treffen sich in Greifswald Pflegekräfte und Intensivmediziner zu einem Workshop, um den Sepsisdialog über Greifswald hinaus zu etablieren“, kündigte Gründling an.

    Weitere Informationen unter http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleID=1163895
    JAMA. 2012;():1-10. doi:10.1001/jama.2012.5833


    Ansprechpartner Unimedizin Greifswald
    Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Direktor: Prof. Dr. med. Michael Wendt
    Qualitätsmanagementprojekt Sepsis: OA Dr. Matthias Gründling
    Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
    T +49 3834 86-58 62
    M +49 173-203 54 46
    E gruendli@uni-greifswald.de
    http://www.sepsisdialog.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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