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12.06.2012 11:52

Die ersten beiden Pflegewissenschaftler haben an der Universitätsmedizin Greifswald promoviert

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Wissenschaftliche Kooperation zwischen Pflege und Medizin ist zukunftsweisend

    Die Akademisierung der pflegerischen Profession ist derzeit ein hochaktuelles Thema. Angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland und der daraus resultierenden Bedarfe innovativer Qualifikations- und Versorgungsansätze entstanden erstmalig in der 556jährigen Geschichte der Greifswalder Universitätsmedizin pflegewissenschaftlich geprägte Doktorarbeiten.

    „Ich hoffe, dass diese beiden erfolgreich abgeschlossenen Arbeiten ein Vorbild für weitere Dissertationsprojekte aus dem pflegewissenschaftlichen Bereich in der Medizin sind“, sagte der Greifswalder Doktorvater Prof. Wolfgang Hoffmann stolz. Er erachtet die Kooperation zwischen der Pflege und der Medizin als zukunftsweisend und unter den künftig zu erwartenden Versorgungsproblematiken als unumgänglich.

    Auch der Neubrandenburger Dekan, Prof. Roman Frank Oppermann, unterstützt die gemeinsame Forschung beider Professionen. Darüber hinaus betont er, dass mit Blick auf die künftigen Versorgungsentwicklungen bedarfsgerechte Qualifizierungsprojekte notwendig sind. Dies schließt die akademische Aus- und Weiterbildung ein, die nach Ansicht von Oppermann und Hoffmann nur in Kooperation zwischen Medizin und Pflegewissenschaft erfolgreich entwickelt, erprobt, evaluiert und letztlich in das Gesundheitssystem übernommen werden können. Die Arbeiten von Dreier und Rogalski haben hier einen Grundstein gelegt, auf den es aufzubauen gilt.

    Adina Dreier (Foto) entwickelte ein Qualifizierungsmodell für Pflegefachkräfte mit dem Ziel einer qualitätsgesicherten, leitliniengerechten Versorgung von Patienten mit Demenz sowie der Unterstützung des pflegendes Umfeldes. Nach diesem entwickelten Curriculum werden derzeit die ersten acht Pflegefachkräfte im Rahmen der DelpHi-MV Studie (Demenz: lebenswelt- und personenorientierte Hilfe in Mecklenburg-Vorpommern) qualifiziert. Dieses Projekt wird am Teilstandort Rostock/Greifswald des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Kooperation mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifwald umgesetzt.

    Der von Hagen Rogalski angefertigten Dissertationsschrift lag ebenfalls eine Fragestellung der bedarfsgerechten Qualifizierung von Pflegefachkräften zugrunde: die Delegation ärztlicher Tätigkeiten in der häuslichen Versorgung. Die in der Arbeit entwickelte Evaluation der AGnES Qualifizierung von Pflegefachkräften wurde gemeinsam mit den Praxisprojekten im AGnES Projektrahmen (Arztentlastende gemeindenahe e-Health gestützte systemische Intervention) die Grundlage für die Revision des §87 Abs. 2b des fünften Sozialgesetzbuches, wonach «.… ärztlich angeordnete Hilfeleistungen anderer Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2, die in der Häuslichkeit der Patienten in Abwesenheit des Arztes erbracht werden, vergütet werden».

    Beide Promovenden studierten an der Hochschule Neubrandenburg im Studiengang Pflege und Gesundheit und absolvierten anschließend einen Masterstudiengang. Die Promotionen entstanden in einem kooperativen Projekt zwischen dem Institut für Community Medicine der Universität Greifswald und dem Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg. Doktorväter für die beiden Promovenden war Prof. Wolfgang Hoffmann, geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine Greifswald und der Dekan des Fachbereichs Gesundheit, Pflege, Management Prof. Roman Frank Oppermann.

    Dr. rer. med. Adina Dreier sieht in der Qualifikations- und Curriulumsentwicklung auch künftig ihren Forschungsschwerpunkt und freut sich auf die Gewinn bringende Kooperationen zwischen beiden Institutionen. In der Fortentwicklung akademischer Ausbildungsstrukturen für die Pflege sieht Dr. rer. med. Hagen Rogalski sein künftiges wissenschaftliches Arbeitsfeld und betont dabei die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit beider Professionen.

    Universitätsmedizin Greifswald
    Prof. Dr.med. Wolfgang Hoffmann, MPH
    Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungepidemiologie und Community Health
    Ellernholzstraße 1-2, 17487 Greifswald
    T +49 3834 86-77 50
    E wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Personalia, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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