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13.06.2012 16:59

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit: Bauvorhaben zur Therapieforschung wird mit über 30 Mi

Sigrid Wolff Referat Öffentlichkeitsarbeit
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

    Der Wissenschaftsrat, das höchste deutsche wissenschaftspolitische Gremium, ermöglicht dem Zentralinstitut einen wichtigen Schritt nach vorne: Er bewertete den Antrag des ZI für ein Zentrum für innovative Psychiatrie- und Psychotherapieforschung (ZIPP) als in sämtlichen Kriterien herausragend und hat das Vorhaben ohne Einschränkung zur Förderung empfohlen. Das Bauvorhaben ZIPP ermöglicht dem ZI einen neuen Ansatz, bessere Therapien psychischer Erkrankungen durch Einsatz modernster Methoden zu erforschen und rasch in die Praxis einzubringen. Mit Beginn 2013 erhält das ZI über einen Zeitraum von fünf Jahren für dieses Vorhaben über 30 Millionen Euro, die zur Hälfte vom Bund und vom Land Baden-Württemberg getragen werden.

    Psychische Störungen gehören weltweit zu den häufigsten, schwersten und kostenintensivsten Erkrankungen und zählen zu den führenden Ursachen für den Verlust von gesunder Lebenszeit, Frühberentungen sowie Arbeitsunfähigkeit. Die vorhandenen Therapien sind in 70% der Fälle nicht oder nur unzureichend wirksam. Trotz Fortschritten in der präklinischen Forschung stagniert zurzeit jedoch die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden. Hier ist ein neuer Ansatz nötig. Dies geschieht im ZIPP durch eine neue Struktur, die engstes Zusammenwirken von modernen Forschungsmethoden mit neuen Therapieansätzen im Bereich psychischer Störungen ermöglicht.

    Im ZIPP erschließen sich die Wissenschaftler des ZI ein neues Arbeitsgebiet, denn durch das neue Raumkonzept und die Schaffung entsprechender technischer Neuausstattung innerhalb des Forschungsneubaus können neue psychotherapeutische und pharmakotherapeutische Ansätze effizient und sicher erprobt werden. Mit dem Vorhaben verbunden ist die Anschaffung mehrerer Großgeräte, darunter ein Hybridgerät aus Positronen-Emissions- und Magnet-Resonanz-Tomographen (PET-MR) und ein Magnetenzephalograph (MEG). Diese Geräte dienen dazu, Hirnstruktur, Hirnfunktion und Informationsverarbeitung mit molekularen Bildgebungsmarkern zu verknüpfen sowie zur Erfassung der Effekte rasch wirksamer therapeutischer Interventionen. Langfristiges Ziel des ZIPP ist es, wissenschaftliche Grundlagen einer maßgeschneiderten Behandlung der Patienten zu entwickeln. Europaweit erstmals im Bereich der Psychiatrie werden hierfür vier Forschungsmodule in ein zusammenhängendes Bauvorhaben integriert: Experimentelle Psychotherapieforschung, Experimentelle Psychopharmakaforschung, eine Bildgebungsplattform und eine Biomarkerplattform.

    Ziel des ZI ist es, mit dem ZIPP ein integratives Organisationsmodell zur engen Verknüpfung von Forschung und Krankenversorgung, das in der körperlichen und organischen Medizin bereits sehr erfolgreich funktioniert, auf den für die nationale Gesundheit hochrelevanten Bereich der psychischen Störungen zu übertragen. Aus den am ZIPP verfolgten Forschungsvorhaben sollen innerhalb von zehn Jahren neue, klinisch einsetzbare Pharmaka, psychotherapeutische Verfahren und prädiktive Biomarker hervorgehen.

    Insgesamt empfahl der Wissenschaftsrat in seinen diesjährigen Empfehlungen zu Forschungsbauten an Hochschulen, von den ursprünglich 19 beantragten Vorhaben neun Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 287 Millionen Euro in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg
    Direktor und Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit
    J5, 68159 Mannheim
    Tel.: 0621 / 1703-2002
    E-Mail: a.meyer-lindenberg@zi-mannheim.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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