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15.06.2012 15:42

Universität Jena erfolgreich in der Exzellenzinitiative

Axel Burchardt Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Graduiertenschule zur mikrobiellen Kommunikation (JSMC) wird weitergefördert

    Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze, sind zwar klein, ihr Einfluss auf das Leben und die Prozesse in der Natur ist aber gewaltig: Ohne sie könnten biologische Systeme wie der menschliche Körper oder die Stoffkreisläufe in der Natur nicht funktionieren. Diesen Einfluss erreichen die winzigen Lebewesen durch einen intensiven Informationsaustausch untereinander und mit ihrem Lebensraum. Diese „Sprache der Mikroben“ steht im Mittelpunkt der Graduiertenschule „Jena School for Microbial Communication“ (JSMC) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im November 2007 wurde sie als Projekt der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ausgezeichnet und seither mit insgesamt fünf Millionen Euro gefördert. Und sie wird auch in den kommenden fünf Jahren mit rund zehn Millionen Euro weiter gefördert, wie heute (15.06.) bekanntgegeben wurde. Damit gibt es auch weiterhin ein Exzellenzprojekt in Thüringen.

    „Die JSMC ist das Flaggschiff der Doktorandenausbildung an der Friedrich-Schiller-Universität“, sagt Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke. „Die erneute Förderung zeigt das exzellente Niveau, das an der Universität bei der Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden herrscht und was diese jungen Menschen für die Universität bedeuten: Sie sind ihre Zukunft. Ich freue mich für sie sowie für alle beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.“

    „Wir sind glücklich, dass unser Konzept einer modernen, forschungsorientierten und insbesondere interdisziplinären Graduiertenschule von der hochrangig besetzten internationalen Kommission als richtungsweisend bewertet und erneut mit dem Exzellenzlabel versehen wurde“, sagt Prof. Dr. Axel Brakhage, der Sprecher der JSMC, und ergänzt: „Dieses Urteil belegt, dass die Friedrich-Schiller-Universität und die an der JSMC beteiligten außeruniversitären Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringen.“

    Die weitere Förderung ermöglicht nicht nur die Fortführung der bisherigen erfolgreichen Forschungen und der speziellen Weiterbildung des Nachwuchses. In Zukunft werden drei zentrale Aspekte weiter verstärkt: Die Kooperation mit der Industrie soll über die bereits jetzt fest integrierten zwölf Firmen hinaus ausgebaut werden. Außerdem wird die Internationalisierung verstärkt. So sollen die vielen internationalen Netzwerke der beteiligten Wissenschaftler noch stärker für die Doktoranden nutzbar gemacht werden. Und die JSMC wird für Postdocs geöffnet. „Mit der Weiterförderung haben wir die Möglichkeit, neben der strukturierten Förderung von Doktorandinnen und Doktoranden nun auch die Phase nach der Promotion in den Blick zu nehmen“, sagt Prof. Dr. Erika Kothe. „Damit kann die JSMC auch weiterhin als Rollenmodell für universitäre Strukturen dienen, da die Graduierten-Akademie ihr Programm auch auf Postdocs ausweiten will“, erläutert die Stellvertretende JSMC-Sprecherin und Prorektorin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung.

    Der Erfolg der Exzellenz-Graduiertenschule beruht auf einer engen Vernetzung verschiedener Disziplinen. 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Universität und ihrem Klinikum, sechs außeruniversitären Forschungseinrichtungen und zwölf Firmen sind beteiligt. Wesentlich sind die Leistungen der über 200 Doktoranden, davon mehr als die Hälfte Frauen, die in der JSMC inzwischen forschen. Jeder Dritte von ihnen kommt aus dem Ausland. Sie erhalten an der JSMC eine strukturierte Qualifikation, aus der sie nach drei Jahren als international konkurrenzfähige Wissenschaftler hervorgehen. Über 600 Publikationen aus der JSMC zu Aspekten der mikrobiellen Kommunikation zeugen davon. Zu den international viel beachteten Forschungsleistungen zählen z. B. die Entdeckung des ersten Antibiotikums aus anaeroben Mikroorganismen und die Erkenntnis, dass die Kommunikation zwischen Bakterien und Pilzen zum Erwecken von „schlafenden“ Genen führt, deren Produkte neue interessante Wirkstoffe darstellen. „Die detaillierte Kenntnis solcher Prozesse wird die effektivere Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten ebenso ermöglichen wie Fortschritte in der Biotechnologie, der Landwirtschaft oder in der Sanierung von Umweltschäden“, ist Prof. Brakhage überzeugt.

    Die Doktoranden profitieren von der wissenschaftlichen Vernetzung und dem breiten Angebot der JSMC: Über 200 Kurse zu Soft Skills wurden ihnen bisher schon angeboten, um sie für eine Karriere in Wissenschaft oder Wirtschaft zu qualifizieren. Dass dieses hervorragende Angebot auch von den Interessenten geschätzt wird, zeigt eine andere Zahl: Seit 2008 gab es über 7.500 Bewerbungen aus über 100 Nationen auf die Doktorandenstellen der JSMC, die damit auch in Zukunft die Internationalität des Forschungsstandortes Jena stärkt.

    Weitere Informationen unter: www.jsmc.uni-jena.de/.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Axel A. Brakhage
    Institut für Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    und
    Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut
    Beutenbergstr. 11a, 07745 Jena
    Tel.: 03641 / 5321001
    E-Mail: axel.brakhage[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.jsmc.uni-jena.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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