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21.06.2012 12:34

Lebererkrankungen und Drogen - Weltdrogentag am 26. Juni 2012

Rita Wilp externe Pressestelle
Deutsche Leberstiftung

    Der Missbrauch von Drogen kann die Leber auf vielfältige Weise schädigen. Unterscheiden kann man zwischen einer direkten Verursachung von Erkrankungen durch zum Beispiel Alkohol- und Medikamentenmissbrauch oder synthetische Drogen wie etwa Ecstasy und einer indirekten Möglichkeit, die Leber zu schädigen.

    Werden Drogen über die Vene in den Körper appliziert – etwa beim Spritzen von Heroin – kann so genanntes „Nadel-Sharing“ indirekt für eine Lebererkrankung sorgen. Tauschen Drogenabhängige ihr Spritzbesteck untereinander aus, und einer von ihnen ist mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert, wird das Virus über das Blut an der nicht gereinigten Injektionsnadel an den nächsten weitergegeben und sorgt so für weitere Ansteckung, die die Leber grundlegend schädigt. „Häufigste Ursache für eine Hepatitis C-Virusinfektion ist heute der intravenöse Drogenmissbrauch. Früher waren es einmal die Blutkonserven für Transfusionen zum Beispiel bei großen Operationen. Doch die sind heute extrem sicher, da alle Blutkonserven vor der Übertragung mehrfach getestet werden“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni 2012. Ist jemand mit dem Hepatitis C-Virus infiziert, so entwickele sich daraus in 50 bis 80 Prozent der Fälle eine chronische Hepatitis, die wiederum zu einer Leberzirrhose führen kann. Wird die Leberzirrhose zu spät diagnostiziert, stehen am Ende Leberzellkrebs und Lebertransplantation. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sich auch Personen, die früher mit Drogen in Kontakt waren, auf eine Infektion testen lassen, um eine eventuell bestehende HCV-Infektion erkennen zu können. Erhöhte Blutwerte (vor allem der GPT-Wert) können einen Hinweis auf eine Lebererkrankung geben.

    Insgesamt sterben in Deutschland rund 50.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Leberzirrhose und rund 8.000 an primärem Leberkrebs. Die Droge Alkohol spielt bei den Lebererkrankungen ebenfalls eine Rolle. „Der Alkoholmissbrauch hat einen Anteil von etwa 30 Prozent bei Lebererkrankungen“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns. Es sei deshalb notwendig, schon früh mit der Aufklärung über die Gefahren des Alkohols und anderer Drogen für die Leber hinzuweisen, da schon viele Jugendliche in Deutschland regelmäßig Alkoholkonsumieren oder mit Drogen in Kontakt kommen.

    Aktuelle Daten aus dem Drogen- und Suchtbericht 2012 des Bundesregierung zeigen: Bei knapp 40 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist es üblich, regelmäßig Alkohol zu trinken. In Deutschland werden pro Jahr durchschnittlich pro Kopf zehn Liter reiner Alkohol konsumiert. Rund 1,3 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig und über 73.000 sterben jährlich an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Experten schätzen, dass jährlich 26,7 Milliarden Eurovolkswirtschaftliche Kosten durch Alkohol und den Missbrauch dadurch in Deutschland entstehen.

    Die Leber entgiftet den menschlichen Körper und ist gleichzeitig Depot für Vitamine, Zucker, Folsäure und Fette. Also ein Multitalent, das Einzigartiges vollbringt. Wird sie durch zum Beispiel eineVirusinfektion oder Alkohol- und Medikamentenmissbrauch krank, kann sie sich chronisch entzünden und schließlich Leberzellkrebs entwickeln. Im Gegensatz zu anderen Organen schmerzt eine kranke Leber nicht, sie leidet still und nur eine regelmäßige Überprüfung der Leberwerte z.B. durch den Hausarzt gewährleistet eine frühzeitige Diagnose von entstehenden Lebererkrankungen.
    In Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 5.000 neue Fälle von Leberzellkrebs. Das kann sich nur ändern, wenn eine Hepatitis-Virusinfektion bzw. eine andere Lebererkrankung rechtzeitig erkannt wird oder erst gar nicht entsteht. So kann bspw. eine Impfung gegen Hepatitis B vor einer entsprechenden Infektion schützen.

    Die Deutsche Leberstiftung
    befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen zu steigern, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige in medizinischen Fragen. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.
    BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien. „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-588-2, € 14,95.

    Kontakt
    Deutsche Leberstiftung
    Bianka Wiebner
    Carl-Neuberg-Straße 1
    30625 Hannover
    Tel 0511 – 532 6815
    Fax 0511 – 532 6820
    presse@deutsche-leberstiftung.de


    Weitere Informationen:

    http://www.deutsche-leberstiftung.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


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