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09.07.2012 12:06

Sommer – Sonne – Hepatitis Vorsorge! - Reisezeit mit Ansteckungsrisiko

Rita Wilp externe Pressestelle
Deutsche Leberstiftung

    Reisezeit mit Ansteckungsrisiko - Impfungen schützen vor Hepatitis A, B und D

    Jeder denkt vor dem Urlaub an das sonnige Reiseziel und daran, die Zehen endlich ins Wasser tauchen oder vielleicht beim Trecking in luftiger Höhe, unglaubliche Bergaussichten genießen zu können. Dass im Urlaub auch Gefahren durch Vireninfektionen bestehen können, daran möchte niemand gerne denken.

    „Es ist sinnvoll, sich vor jeder Reise in ein südliches Land Gedanken zum Impfschutz gegen Hepatitis A und B zu machen“, sagt Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstand Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V. Nach einer Untersuchung des Robert- Koch-Institutes (2004) stammen über 50 Prozent der nach Deutschland eingeschleppten Hepatitis A-Fälle aus den Mittelmeeranrainerstaaten, so dass auch für Urlauber eine Impfung ratsam sein kann. Geimpft werden können Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr sowie Jugendliche und Erwachsene. In Deutschland gibt es eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Sie erfolgt in drei Schritten durch Injektionen. Die zweite Spritze erhält man einen Monat nach der ersten Impfung. Nach sechs Monaten wird dann nochmals geimpft. Danach ist die Impfung vollständig und bietet langjährigen Schutz vor Hepatitis A und B. Es ist auch möglich, Einzelimpfungen gegen Hepatitis A und B zu erhalten. Die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e. V. organisieren am 20. November 2012 den Deutschen Lebertag, um auf die Impfmöglichkeiten und die Wichtigkeit der Früherkennung von Lebererkrankungen hinzuweisen: www.lebertag.org

    Speziell bei eisgekühlten Getränken oder unsauberem Trinkwasser kann niemand direkt merken, ob er sich mit dem Hepatitis A-Virus ansteckt. Auch Lebensmittel sollten in den Urlaubsländern immer durchgegart sein, bevor man sie verspeist. Auf die Hygienebedingungen vor Ort sollten Urlauber ebenso ein besonderes Auge werfen. Unsaubere Toiletten können für eine sogenannte Schmierinfektion sorgen, wenn nach dem Toilettengang auch die Händehygiene zu wünschen übrig lässt. So wird das Virus von einer Hand zu nächsten gegeben. Eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus heilt zwar meist folgenlos aus, bedeutet aber häufig vor allem für Erwachsene einen schwierigen Krankheitsverlauf mit längerer Arbeitsunfähigkeit.

    Hepatitis B – sexuelle Kontakte, Tattoos und Piercings häufig Ursache für Infektion

    Der Urlaubsflirt oder ein im Urlaubsübermut gestochenes Tattoo oder Piercing bergen ebenso die Gefahr einer Infektion. Die Übertragung des Hepatitis B Virus geschieht durch den Austausch von Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Scheidensekret. Mehr als die Hälfte der Betroffenen stecken sich über sexuelle Kontakte an. Die Gefahr einer Ansteckung ist 100-mal so hoch wie beim HI-Virus. Auch gegen Hepatitis B kann man sich impfen lassen. Seit 1995 gehört die Impfung zu den Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkomission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfohlen wird. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur in der Kombination vorkommen kann.

    Hepatitis C – häufig unbemerkt

    Bei der Infektion mit dem Hepatitis C-Virus ist keine vorbeugende Impfung möglich. Diese Form der Hepatitis wird häufiger über Blut und Blutprodukte übertragen. Auch Spritzen, zum Beispiel beim Drogenkonsum, die nicht steril sind, bedeuten eine hohe Ansteckungsgefahr. Bei einer Hepatitis C-Virusinfektion hilft nur eine frühzeitige Diagnose, damit es nicht zu weiterführenden Schädigungen der Leber kommt. Bei einer frühzeitig erkannten Infektion kann eine medikamentöse Behandlung die Leberschädigung verlangsamen, stoppen oder sogar gänzlich heilen. Hepatitis C ist in 50 bis 80 Prozent der Fälle sogar heilbar.

    Hepatitis B und C – beide können Krebs verursachen

    Sowohl Hepatitis B als auch Hepatitis C können chronisch verlaufen und zu Krebs führen. Eine Impfung gegen Hepatitis B kann somit eine Impfung gegen Krebs sein. Etwa eine Million Menschen in Deutschland sind chronisch erkrankt. Viele von ihnen, ohne etwas davon zu wissen. Der chronische Verlauf kann zu Fibrose, Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen, wenn nicht frühzeitig behandelt wird. Trotz großer Verbesserung in der Hepatitis- Therapie der letzten Jahre nimmt der Leberzellkrebs weiter zu. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an Leberkrebs, weil Lebererkrankungen nicht rechtzeitig erkannt wurden.

    Infokasten
    Mögliche Zeichen einer Hepatitis-Erkrankung
    Die Frühsymptome ähneln einer Grippe: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gliederschmerzen und leicht erhöhte Temperatur bis etwa 38 Grad. Dazu kommen Appetitlosigkeit, Übelkeit und Druckschmerzen im rechten Oberbauch. Erst später im Verlauf der Erkrankung können sich dann die typischen Symptome wie Dunkelfärbung des Urins, Gelbfärbung der Haut und der Augen, Hellfärbung des Stuhls, Juckreiz zeigen. Fatalerweise kann eine Hepatitis ohne Symptome verlaufen und nur durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

    Ansprechpartner:

    Deutsche Leberstiftung
    Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender Bianka Wiebner, Kaufmännische Geschäftsführerin Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
    presse@deutsche-leberstiftung.de
    www.deutsche-leberstiftung.de

    Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
    Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstandsmitglied
    Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen

    geschaeftsstelle@gastro-liga.de
    www.gastro-liga.de

    Deutsche Leberhilfe e.V.
    Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender Achim Kautz, Geschäftsführer
    Krieler Straße 100, 50935 Köln
    info@leberhilfe.org
    www.leberhilfe.org


    Weitere Informationen:

    http://www.lebertag.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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