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13.07.2012 10:47

Science2Start-Wettbewerb prämiert NMI-Entwicklung einer Mikroreferenzelektrode für die Biosensorik

Dr. Nadja Gugeler Pressestelle
NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

    Massimo Kubon, Tobias Ensslen und Gorden Steve Link, Nachwuchsforscher aus dem Bereich BioMEMS und Sensorik am NMI, erhielten am 5. Juli 2012 anlässlich des Sommerfests von BioRegio STERN den 1. Preis des mit 2.000 Euro dotierten Ideen-wettbewerbs Science2Start 2012. Dem Team aus Ingenieuren und Chemikern ist es gelungen, mit Hilfe eines ionenleitfähigen Kunststoffs ein wichtiges Funktionselement für die Biosensorik zu miniaturisieren und damit die Überwachung von Stoffwechselprodukten in Produktionsprozessen entscheidend zu vereinfachen.

    Die aus Wissenschaftlern, Wagniskapitalgebern und Unternehmern zusammengesetzte Jury überzeugte die wissenschaftliche Exzellenz und das wirtschaftliche Potenzial dieser patentierten Entwicklung. "Seit vier Jahren zeichnen wir die besten Ideen des Wettbewerbs Science2Start aus. Es geht uns dabei um Gründungsideen, die wissenschaftliche Exzellenz mit Vermarktungspotenzial verbinden. Das NMI gehörte bisher in jedem Jahr zu den Preisträgern. Ein Beleg dafür, dass das Institut eine Schlüsselposition in diesem Bereich einnimmt.", würdigte Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH, in seiner Ansprache das NMI und seine Preisträger.

    Für viele biochemische Prozesse bedarf es z.B. bei der Herstellung von Bioprodukten oder Arzneimitteln oder zur Patientenüberwachung im Intensivbereich der kontinuierlichen Analyse, sei es zur Überprüfung der korrekten Funktionalität, zur Fehlersuche oder zum frühzeitigen Erkennen von Störungen. Sensoren sollten dabei sehr klein und wartungsarm sein. Für Referenzelektroden, die in allen Sensoren eingesetzt werden, war eine Miniaturisierung bisher nicht möglich.

    Diesen Engpass für die Realisierung elektrochemischer, kalibrierfreier Mikromesssysteme überwindet nun die im Ideenwettbewerb ausgezeichnete Mikroreferenzelektrode. Dabei setzen die Forscher des NMI auf eine neue Bauform der Elektrode: statt der herkömmlich flüssigkeitsbasierten Glaselektrodenbauform entwickelten sie ein Modell auf Basis eines ionenleitfähigen Kunststoffs. Resultat ist eine Elektrode, die sich mit gängigen mikrosystem-technischen Verfahren kostengünstig miniaturisieren lässt, und hervorragende elektro-chemische Eigenschaften zeigt. Langzeitstabil, lagerfähig, sterilisierbar und biokompatibel – mit diesem Profil empfiehlt sich die neue Elektrode für ein weites Anwendungsfeld, beispielsweise in der Medizintechnik für die Überwachung von Intensivpatienten oder zur Diabetestherapie, in der chemischen Industrie und Biotechnologie oder in der Umwelt- und Lebensmittelanalytik.

    „Gute Ideen und Visionen aus der Forschung sind die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Wir freuen uns deshalb sehr, dass in diesem Jahr wieder ein Team aus unserem Haus zu den Preisträgern im Ideenwettbewerb Science2Start gehört. Die Entwicklung der Mikroreferenzelektrode ist eine tolle Teamleistung und begeistert durch ihre pfiffige Idee und ihren konkreten Nutzen bei vielen Anwendungen. Dies zeigt einmal mehr, die besondere Anwendungs-orientierung des NMI“ freute sich Dr. Alfred Stett, stellvertretender Institutsleiter, anlässlich der Preisverleihung.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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