idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
23.07.2012 11:32

DIVI Pressemitteilung: Zu wenig Pflegepersonal auf Intensivstationen

Larissa Vogt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.

    Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sieht die Patientensicherheit und Versorgungsqualität auf Intensivstation in deutschen Kliniken gefährdet. Der Grund: zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal

    Hilfe fehlt da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung: „Mehr als zwei Drittel aller Kliniken in Deutschland erfüllt nicht die von der DIVI empfohlenen Strukturanforderungen“, sagt der Sprecher der DIVI-Sektion „Pflegeforschung und Pflegequalität“ Tillmann Müller-Wolff. „So fehlt auf vielen Intensivstationen das nötige Fachpersonal.“ Legt man die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste zugrunde, erfüllt gar nur jede fünfte Intensivstation in Deutschland die pflegefachlichen Strukturempfehlungen.

    Die Ursachen sind seit Jahren bekannt und werden auch in der Studie „Pflegethermometer 2012“ aufgeführt: Die Kliniken sparen undifferenziert am Pflegepersonalbudget. Es kommt zum Abbau von Weiterbildungs-kapazitäten an den Bildungseinrichtungen und in den 
Krankenhäusern. „Daraus resultiert eine fehlende Nachhaltigkeit in der strategischen Personalentwicklung“, sagt Tillmann Müller-Wolff. „Negativ anzumerken sind auch die hohen Fluktuationszahlen und die nicht unerhebliche Zahl so genannter Berufsaussteiger.“ Diese Entwicklung verschärft zusätzlich die generelle Verknappung von Pflegepersonal am deutschen Arbeitsmarkt. Die Bedeutung des pflegerelevanten Anteils am Ergebnis und damit am Patientenoutcome wird zu wenig sichtbar, in der Konsequenz geht dem Berufsbild berechtigstes Ansehen und Attraktivität verloren.

    Fazit der DIVI: Angesichts der zunehmenden Relevanz hochwertiger Intensivtherapie sowie der stetig steigenden Komplexität und Dynamik im intensivpflegerischen Tätigkeitsbereich, bleibt den Kliniken eigentlich nichts anderes übrig, als Umzudenken und Nachzusteuern. Denn nur dann ist die Aufrechterhaltung intensivpflegerischer Versorgungsqualität und Patientensicherheit gewährleistet. Insbesondere auf Intensivstationen ist eine ausreichende Anzahl von Pflegefachkräften unbedingt erforderlich. Hier muss und sollte der Krankenhausträger entsprechende Vorkehrungen treffen.

    „Die pflegefachliche Tätigkeit in der Intensivtherapie erfordert spezifisch qualifiziertes Fachpersonal und dessen kontinuierliche Fort- und Weiterbildung“, so der Experte der DIVI. Deshalb der Rat an die Krankenhäuser: In Zeiten des Pflegefachpersonalmangels ist es wichtig in die Gesundheitsförderung und Schaffung nachhaltig wertvoller Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter zu investieren. Krankenhäuser, Fachgesellschaften und politische Entscheider müssen zwingend die Relevanz und Notwendigkeit pflegefachlicher Leistungen bewerten lernen und entsprechende Ergebnisse in die jeweiligen Entscheidungen einbringen.

    DIVI weltweit einzigartig
    Die 1977 gegründete DIVI ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von mehr als 1500 Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Fachkrankenpflegern und entsprechenden Fachgesellschaften: Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin aus. Insgesamt bündelt die DIVI damit das Engagement von mehr als 30 Fachgesellschaften.

    Die Experten der DIVI:
    - Michael Quintel ist Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Er leitet die Anästhesiologie am Universitätsklinikum Göttingen.
    - Tillmann Müller-Wolff ist Sprecher der DIVI-Sektion Pflegeforschung und Pflegequalität. Er ist Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie sowie Gesundheitswissenschaftler und stellvertretender Akademieleiter der Bildungseinrichtungen der Kreiskliniken Reutlingen GmbH.

    Gerne vermitteln wir Ihnen unsere Experten für Ihre Anfragen und Interviews sowie Bildmaterial. Um Belegsendung wird im Veröffentlichungsfall gebeten.

    Ihre Ansprechpartnerin:
    Larissa Vogt
    Pressesprecherin
    Luisenstraße 45
    10117 Berlin
    Telefon: 0173/6194422
    E-Mail: pressestelle@divi-org.de


    Weitere Informationen:

    http://www.divi-org.de - Homepage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).