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13.09.2012 12:08

Uniklinikum Aachen transplantiert 100. Patienten eine Leber

Universitätsklinikum Aachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Aachen

    Aachen, 13. September – Prof. Dr. med. Ulf Neumann, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, hat vor einigen Tagen dem 100. Patienten eine Leber am Universitätsklinikum Aachen transplantiert. In einer mehrstündigen Operation empfing ein Patient das lebensrettende neue Organ. Die OP verlief ohne Komplikationen. Bundesweit warten rund 2.000 Menschen auf eine Spenderleber.

    Dank der neuen Leber kann der Patient nun ein nahezu normales Leben führen. Lediglich Nachsorgetermine und die Einnahme von Medikamenten, die die eigene Immunabwehr drosseln, gehören für ihn fortan zum Alltag. „Diese Immunsuppression ist nötig, damit der Körper das fremde Organ nicht wieder abstößt“, erklärt Prof. Neumann.

    Die Leber ist das bedeutendste Organ für den menschlichen Stoffwechsel. Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Die Hauptgründe für ein Leberversagen sind alkoholische Leberzirrhose, Leberzellkarzinom sowie chronische Virushepatitis C. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation wurden 2011 insgesamt 1.199 Lebertransplantationen in Deutschland durchgeführt. Die Anzahl der Spenderorgane deckt den Bedarf allerdings bei Weitem nicht ab. Deshalb sterben jedes Jahr viele Patienten noch vor der lebensnotwendigen Transplantation.

    Prof. Neumann, der das Lebertransplantationszentrum am UKA im Jahr 2010 etablierte, hat in seiner Laufbahn bereits über 200 Organe transplantiert und ist somit ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Er kann auf seine langjährige praktische Erfahrung zurückblicken: Bevor er die Leitung der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Aachen übernahm, war er leitender Oberarzt an der Berliner Charité und leitete dort das renommierte Transplantations-programm. Die Transplantationszentren sind seit 2006 zur Teilnahme an der externen vergleichenden Qualitätssicherung für den Leistungsbereich Lebertransplantation verpflichtet. Die Daten des unabhängigen AQUA-Instituts zeigen: Die Uniklinik Aachen liegt bei den Komplikationsraten und der Verweildauer bundesweit auf einem Spitzenplatz.

    Transparentes Verfahren

    Deutschlandweit war die Transplantationsmedizin in den vergangen Wochen Gegenstand teils kontrovers geführter medialer Debatten. Die dadurch ausgelöste Verunsicherung bei potenziellen Organspendern und Patienten ist auch am Aachener Uniklinikum zu spüren. „Es hat vermehrt Nachfragen gegeben. Uns ist sehr wichtig, ausreichend zu informieren und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Darum legen wir großen Wert auf transparente Vorgänge“, sagt Neumann. „Wir handeln hier nach dem Mehr-Augen-Prinzip, das heißt: Dringlichkeitseinstufungen von Patienten und auch Organ-Allokationen werden nie von einem Arzt oder einer Abteilung alleine getroffen.“ Im Uniklinikum sind immer mehrere Abteilungen und Spezialisten in diese Prozesse involviert, jeder Einzelfall wird detailliert besprochen. Dr. med Melanie Schäfer, Transplantationsbeauftragte am UKA, betont: „Uns ist sehr wichtig, dass der gesamte Prozess vom Spender bis zum Empfänger für alle Beteiligten lückenlos nachvollziehbar ist.“

    Spenderorgane weiterhin dringend gebraucht

    Am UKA werden pro Jahr insgesamt mehr als 80 Organe transplantiert, darunter Nieren, Lebern und Herzen. Allerdings warten weiterhin mehr als doppelt so viele Patienten in der Region auf ein Spenderorgan. Prof. Neumann: „Die Lebertransplantation ist heute das einzige Verfahren zum vollwertigen Ersatz einer Leber, die aufgrund einer krankheitsbedingten Veränderung oder eines angeborenen Defekts keine ausreichende Leistung bringt. Während die Nierenfunktionen weitgehend durch die Dialyse ersetzt werden können, ist bei der Leber ein künstlicher Ersatz nur über kurze Zeit möglich. Daher ist jede Lebertransplantation eine lebensrettende Maßnahme.“


    Über das Universitätsklinikum Aachen (AöR):
    Das Universitätsklinikum Aachen verbindet als Supramaximalversorger patientenorientierte Medizin und Pflege, Lehre sowie Forschung auf internationalem Niveau. Mit 34 Fachkliniken, 25 Instituten und fünf fachübergreifenden Einheiten deckt das UKA das gesamte medizinische Spektrum ab. Hervorragend qualifizierte Teams aus Ärzten, Pflegern und Wissenschaftlern setzen sich kompetent für die Gesundheit der Patienten ein. Die Bündelung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre in einem Zentralgebäude bietet beste Voraussetzungen für einen intensiven interdisziplinären Austausch und eine enge klinische und wissenschaftliche Vernetzung. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für patientenorientierte Medizin und eine Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Das UKA versorgt mit 1.240 Betten rund 47.000 stationäre und 153.000 ambulante Fälle im Jahr.


    Weitere Informationen:

    http://www.chirurgie.ukaachen.de - Homepage der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am UK Aachen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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