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26.09.2012 11:52

Mit Antikörpern gegen das gestörte Immunsystem

Dr. Julia Biederlack GB Unternehmenskommunikation
Charité-Universitätsmedizin Berlin

    Patienten mit rheumatoider Arthritis profitieren von innovativer Biotechnologie

    Durch eine frühe, intensive Therapie mit einem biotechnologisch hergestellten Medikament können Patientinnen und Patienten mit rheumatischer Gelenkentzündung deutlich schneller schmerzfrei werden. Auch Schäden an den Gelenkknochen können vermindert werden, wenn das Medikament zu Beginn der Erkrankung einsetzt wird. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte bundesweite Studie, die unter der Leitung von Prof. Gerd-Rüdiger Burmester, Leiter der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Annals of the Rheumatic Diseases* veröffentlicht.

    In der Studie wurde der bei rheumatoider Arthritis übliche Standardwirkstoff Methotrexat gegen eine Kombinationstherapie aus Methotrexat und dem Biologikum Adalimumab getestet. Ein Biologikum ist eine bestimmte Medikamentengruppe, die mit molekularbiologischen Methoden aus lebenden Zellen hergestellt wird. Das fertige Medikament zielt ausschließlich auf bestimmte Botenstoffe des Immunsystems ab. Es heftet sich an einen Entzündungsstoff des Körpers und macht ihn so unschädlich. Dadurch werden Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Entzündung verhindert.

    Das von der Arbeitsgruppe um Prof. Burmester getestete Medikament heißt Adalimumab und ist seit zehn Jahren zugelassen. Es gilt als eines der meist verwendeten Biologika weltweit. Es wird eingesetzt, wenn die Standarttherapie nicht ausreicht oder Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die Studie der Charité hat untersucht, wie sich das Medikament auf den Krankheitsverlauf von Patienten mit rheumatischer Gelenkentzündung auswirkt, wenn die Therapie direkt nach der Diagnose begonnen wird und nicht erst, wenn andere Therapien nicht angeschlagen haben. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten rheumatoide Arthritis im Frühstadium, waren aber durch die Symptome erheblich in ihrem Alltag eingeschränkt. Die Hälfte der Patienteninnen und Patienten bekam ein halbes Jahr lang die Kombinationstherapie, während die Vergleichsgruppe das Standardmedikament und einen Placebowirkstoff erhielt. Alle Testpersonen nahmen danach ein weiteres halbes Jahr Methotrexat. Obwohl beide Patientengruppen am Ende der Studie vergleichbare Symptome hatten, war die Gruppe, die das Biologikum erhielt, deutlich schneller schmerzfrei. Außerdem zeigte sich auf dem Röntgenbild weniger Knochenzerstörung als bei den Patienten der Placebo-Gruppe. Prof. Burmester ist zuversichtlich: „Wir konnten zeigen, dass eine frühe, intensive Therapie mit diesem Biologikum den Patienten hilft, ihre Lebensqualität unmittelbar zu erhalten und Knochenzerstörungen vorzubeugen“.

    *Detert J, Bastian H, Listing J, Weiß A, Wassenberg S, Liebhaber A, Rockwitz K, Alten R, Krüger K, Rau R, Simon C, Gremmelsbacher E, Braun T, Marsmann B, Höhne-Zimmer V, Egerer K, Buttgereit F, Burmester GR. Induction therapy with adalimumab plus methotrexate for 24 weeks followed by methotrexate monotherapy up to week 48 versus methotrexate therapy alone for DMARD naive patients with early rheumatoid arthritis: HIT HARD, an investigator-initiated study. Ann Rheum Dis. 2012 Jul 10. doi:10.1136/annrheumdis-2012-201612

    Kontakt:
    Prof. Gerd-Rüdiger Burmester
    Leiter der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt
    Rheumatologie und Klinische Immunologie
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    t: +49 30 450 513 061


    Weitere Informationen:

    http://www.charite.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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