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04.10.2012 10:03

Medizin und Zahnmedizin definieren gemeinsames Zukunftspotential bei Versorgung und Prävention

Markus Brakel Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

    Zusammenarbeit soll nach dem 11. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung und 4. Nationalen Präventionskongress in Dresden fortgeführt werden

    Düsseldorf/Dresden. Das deutsche Gesundheitswesen muss und kann effizienter werden. Dies ist die Quintessenz des 11. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung und 4. Nationalen Präventionskongresses, der am vergangenen Wochenende in Dresden zu Ende ging. Hier suchten erstmals Zahnmediziner und Mediziner gemeinsam nach Lösungen, die Kostenschraube nach unten zu drehen. „Im Zuge des demographischen Wandels nehmen Polypharmazie und Multimorbidität zu. Die kurative Medizin kommt hier an ihre Grenzen“, stellte auf einer abschließenden Podiumsdiskussion der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Netzwerkes Versorgungsforschung (DNVF), Prof. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen fest. Die Versorgungsforschung könne dazu beitragen, dass Allokationsentscheidungen im Sinne des Patienten gefällt werden. Rund 180 Milliarden Euro verschlingt nach Expertenschätzungen allein die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in diesem Jahr. Insgesamt wurden für Behandlungen, Reha und Pflege im Jahr 2010 mehr als 287 Milliarden Euro aufgewendet. Glaeske wiederholte seine Forderung, einen Etat von 0,1 Prozent der jährlichen GKV-Ausgaben für die Versorgungsforschung zur Verfügung zu stellen.

    Neben der Versorgungsforschung besteht Nachholbedarf auch im Bereich der Prävention, die mit etwa zwei Milliarden Euro jährlich nur einen Bruchteil der Gesamtausgaben im Verhältnis zur GKV ausmache. Das konstatierte Prof. Wilhelm Kirch, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und Sprecher des Forschungsverbundes Public Health Sachsen und Sachsen-Anhalt, und forderte eine Verschiebung der Ausgaben in Richtung Prävention.

    Wie Medizin und Zahnmedizin bei Versorgung und Prävention voneinander profitieren könnten, stellte der Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz heraus: „Wir Zahnmediziner haben im Grunde gute Ergebnisse und sind beispielgebend, was das Thema Prävention anbelangt, denn unsere Präventionskonzepte und die daraus abgeleiteten Prophylaxemaßnahmen sind ein sehr gutes Beispiel, was auch für andere medizinische Leistungsbereiche Vorbildcharakter hat.“ Fedderwitz verwies in diesem Zusammenhang auf die nicht adäquate Versorgung von Alten und Menschen mit Behinderungen. Hier sei nicht nur der zahnärztliche Berufsstand, sondern auch die Versorgungsforschung gefragt.

    „Die Schwerpunkte für die Zukunft liegen im demographischen Wandel, im wissenschaftlich-technischen Fortschritt aber auch in der sozialen Ungleichheit“, erklärte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dietmar Oesterreich, und verwies auf die von der BZÄK zum Kongress vorgelegten Mundgesundheitsziele. Es zeige sich hier, dass die Zahnmedizin mit ihren Themen genau an der Schnittstelle zwischen Medizin und Zahnmedizin ansetze: „Auf der kausalen Ebene existieren viele Zusammenhänge zwischen Medizin und Zahnmedizin, das wird hier auf diesem ‚Schnittstelltenkongress’ sichtbar“, so Oesterreich. Dies müsse künftig durch gemeinsame Projekte unterlegt werden. Ein Beispiel dafür sei der gemeinsame Risikofaktoren-Ansatz.

    Prof. Thomas Hoffmann, Geschäftsführender Direktor der UniversitätsZahnMedizin Dresden und für die als Mitveranstalter auftretende Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) als Tagungspräsident beim Kongress engagiert, sah in Sachen Prävention und Versorgung ein großes Zukunftspotential in der Zusammenarbeit von Medizin und Zahnmedizin: „Diese Tagung hat Medizin und Zahnmedizin deutlich näher gebracht und eine Debatte gemeinsamer Forschung initiiert. Diese gemeinsame Diskussion darf nach dem Kongress nicht abreißen, sondern muss im Sinne der Patienten und der Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens fortgeführt werden.“ Hoffmann erkannte für die Versorgungsforschung ein hohes Entwicklungspotential in der Zahnmedizin.


    Weitere Informationen:

    http://www.dkvf2012.de - weitere Informationen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Medizin, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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