idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
10.10.2012 09:20

Bauchspeicheldrüsenkrebs: neue Substanz im Test

Sylvia Kloberdanz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Sander-Stiftung

    Wissenschaftler der Chirurgischen Uniklinik Heidelberg untersuchen eine neue biochemische Substanz zur möglichen Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs stellt mit einer Neuerkrankung mit etwa zehn von 100.000 Einwohnern bei Männern die dritt-, bei Frauen die zweithäufigste Krebs-Todesursache unter den Tumoren des Verdauungstraktes dar. Der Grund hierfür liegt im Fehlen von wirksamen Therapien, die greifen könnten, wenn eine alleinige chirurgische Operation nicht mehr möglich ist.

    Als neue Strategien für die Therapie einiger Tumorarten haben sich kleine chemische Substanzen, so genannte „small molecules“, überraschend gut bewährt. Bei der Bekämpfung des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind solche Substanzen jedoch noch nicht erforscht, obwohl ihr Nutzen bei dieser schlecht therapierbaren Krebsform ausgesprochen hoch wäre.

    Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Alexandr V. Bazhin will diese Lücke schließen: „Generell eignen sich ‚small molecules’, die Proteine hemmen, deren Aktivität für Versorgung und Wachstum des Tumors von großer Bedeutung sind.“ Der Biochemiker konnte mit seinem Team bereits zeigen, dass die Proteinkinase G, ein Enzym, welches einige Proteine in der Zelle phosphoriliert und somit die Aktivität dieser Proteine erhöht, für das Überleben von Bauchspeicheldrüsenkrebszellen essentiell ist. Die Heidelberger Wissenschaftler gehen nun den nächsten Schritt, indem sie nach Substanzen suchen, die die Funktion der Proteinkinase G in den Tumorzellen hemmt. „Die sorgfältige Auswahl dieser hemmenden Substanzen ist deshalb wichtig, weil die Gefahr besteht, dass ein wirksamer Stoff auch andere Enzyme, die mit der Proteinkinase G verwandt sind, blockieren. In diesem Falle könnten solche Substanzen auch gesunde Zellen angreifen und dadurch beschädigen“, erläutert Bazhin das anspruchsvolle Unterfangen. Eine vielversprechendes Molekül hat das Team bereits im Blick: DT-3. Bei diesem spezifischen Hemmstoff der Proteinkinase G haben die Heidelberger bereits eine tödliche Wirkung auf die Bauchspeicheldrüsenkrebszelle festgestellt.

    In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt untersuchen die Wissenschaftler nun die für Krebszellen tödliche Wirkung von DT-3 im Detail. Insbesondere steht die Frage im Vordergrund, inwieweit der Wirkstoff tatsächlich für eine Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs geeignet ist. Dabei kommt den Wissenschaftlern ihre enge Anbindung an das Chirurgischen Universitätsklinikum Heidelberg zugute. Sollte sich DT-3 als grundsätzlich geeignet erweisen, könnten die Wissenschaftler im Falle positiver Ergebnisse eine neue klinische Studie initiieren – mit dem Ziel, DT-3 als eine mögliche therapeutische Substanz für die Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses anwenden zu können.
    Das tiefergehende Verständnis der molekularen Signalübertragung von Proteinkinase G zu dessen Zielproteinen ist darüber hinaus für die Heidelberger von großem Interesse – insbesondere um die krebshemmenden Effekte von DT-3 weiter zu optimieren beziehungsweise zu verbessern.

    Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 80.000 Euro.
    Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

    Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

    Kontakt (Projektleitung):
    PD Dr. Alexandr V. Bazhin
    Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
    Leiter der AG Immuntherapie des Pankreaskarzinom
    Tel: +49 6221 56 36932
    E-Mail: alexandr.bazhin@med.uni-heidelberg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).