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11.10.2012 12:38

Onkologen ehren die aussichtsreichen Arbeiten ihres wissenschaftlichen Nachwuchses

Mirjam Renz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

    Am 19. Oktober beginnt in Stuttgart die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie. Im Rahmen des Kongresses zeichnen die DGHO und die OeGHO ihren wissenschaftlichen Nachwuchs aus.

    Preise der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

    Artur Pappenheim Preis 2012
    Mit dem Artur Pappenheim Preis 2012 (dotiert mit 7.500 Euro) wird in diesem Jahr Dr. Rainer Claus, geboren 1975, für seine Arbeit zur Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) ausgezeichnet. Die Messung einer erhöhten Tyrosinkinase (ZAP-70) ist ein ungünstiger prognostischer Marker bei Patienten mit CLL. Allerdings ist die Bestimmung dieses Parameters methodisch schwierig. Claus und Kollegen führten eine umfassende quantitative Analyse der DNA-Methylierung (epigenetische Veränderung) des ZAP-70 Gens an klinischen Proben von CLL-Patienten durch und identifizierten ein spezifisches Dinukleotid (Zusammenschluss zweier Grundbausteine von Nukleinsäuren) in der regulatorischen Sequenz als prognostisch relevant. Die Arbeit wurde im Juli 2012 im Journal of Clinical Oncology publiziert. Seit Mitte 2012 setzt Claus seine klinische Ausbildung in der Abteilung Innere Medizin I in Freiburg fort und baut eine eigenständige Forschungsgruppe mit dem Fokus auf genetischen und epigenetischen Aspekten der Entstehung und Entwicklung der CLL auf.

    Vincenz-Czerny-Preis 2012
    Der Vincenz-Czerny-Preis ehrt herausragende Forschungsarbeiten im Bereich Onkologie. In diesem Jahr wird ein mehrjähriges, aufwändiges Forschungsprojekt von Sebastian Dieter auf dem Gebiet der Tumorstammzellen ausgezeichnet. Dieter, geboren 1983, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzarzt bei Prof. Hanno Glimm am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, wo er seine Facharztausbildung im Bereich Medizinische Onkologie absolviert. Durch Experimente an immungeschwächten Mäusen gelang ihm und seinen Kollegen der Nachweis einer bisher unbekannten Heterogenität innerhalb der Population tumorinitiierender Stammzellen. Die Ergebnisse haben Einfluss auf das Verständnis der Tumor-Induktion und auf Therapiestrategien in der Induktions- und Rezidivtherapie. Die Forschungsarbeit von Dieter wurde von allen Gutachtern hoch gelobt und wird mit einem Preisgeld von 7.500 Euro ausgezeichnet.

    DGHO Forschungs- und Innovationspreis
    Der mit 5.000 Euro dotierte DGHO Forschungs- und Innovationspreis fördert Arbeiten auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Eines der herausragenden Ergebnisse translationaler Forschung der letzten Jahre war die Identifikation von RAS Mutationen als Ursache von Zellresistenzen gegen EGFR-Antikörper bei Patienten mit kolorektalem Karzinom. Dr. Stefan Kasper (Jahrgang 1978), Oberarzt am Westdeutschen Tumorzentrum Essen, und Kollegen konnten einen Weg aufzeigen, wie diese Resistenz verhindert werden kann. Die Ergebnisse sind ein Ansatz zur Therapie auch RAS mutierter Tumore mit EGFR-Antikörpern. Kasper beschäftigt sich klinisch und wissenschaftlich mit Tumoren des Gastrointestinaltraktes. Sein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Resistenzmechanismen gegenüber zielgerichteten Tumortherapien beim kolorektalen Karzinom und bei Kopf-Hals-Tumoren.

    DGHO Doktoranden-Förderpreis 2012
    Der mit 2.500 Euro dotierte Doktoranden-Förderpreis ist der Preis der DGHO mit den meisten Bewerbungen. Dr. Kai Kaufmann, geboren 1984, zeigte in der Arbeitsgruppe von Prof. Heike L. Pahl am Zentrum für Klinische Forschung der Universitätsklinik Heidelberg, dass ein im Mausmodell in hämatopoetische Stammzellen transfiziertes Transgen zur Ausbildung vieler Charakteristika myeloproliferativer Neoplasien führt. Eine Behandlung der Mäuse mit einem „Histon-Deacetylase Inhibitor“ führte zur Rückbildung der Veränderungen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit bieten auch neue Therapieansätze bei dieser Erkrankung, unabhängig von anderen molekularen Abweichungen. Aus Kaufmanns Dissertation entstand die nun ausgezeichnete Publikation, die er auch als Erstautor im Januar 2012 im Journal of Experimental Medicine veröffentlichte.

    Preise der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

    Wolfgang-Denk-Preis 2012
    Dr. Barbara Drobits, 1980 in Österreich geboren, erhält den mit 5.000 Euro dotierten Wolfgang-Denk-Preis für ihre Arbeit zur Entschlüsselung des Wirkmechanismus der 5% Imiquimod-Creme Aldara anhand eines Tumormodells. Aldara wird für die therapeutische Behandlung verschiedener Hautkrebsarten erfolgreich eingesetzt. Dennoch war der Wirkmechanismus bisher nicht bekannt. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten einen konzeptionellen Fortschritt auf dem Gebiet der Tumorimmunbiologie und Krebstherapie und tragen dazu bei, effizientere Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Drobits Erstautorpublikation zu Imiquimod im renommierten Journal of Clinical Investigation erregte 2012 großes Interesse und wurde in verschiedensten wissenschaftlichen und öffentlichen Medien diskutiert.

    Wilhelm-Türk-Preis 2012
    Dr. Armin Zebisch, Jahrgang 1979, erhält den ebenfalls mit 5.000 Euro dotierten Wilhelm-Türk-Preis. Zebisch wies nach, dass es bei über 20 Prozent der bei Akuter Myeloischer Leukämie (AML) entarteten Zellen zu einem Verlust von RKIP kommt, einem Protein, das normalerweise den RASMAPK/ERK Pfad hemmt. In Zellkulturstudien zeigte sich, dass RKIP tatsächlich ein Tumorsuppressor ist: Eine künstliche Erhöhung der RKIP Expression in den leukämischen Zellen führte dazu, dass die Aktivität des RASMAPK/ERK Pfads sank und sich das Tumorwachstum verlangsamte. Der RKIP Verlust trat fast ausschließlich in einer Subgruppe der Erkrankung, der sogenannten monozytären AML, auf. Außerdem scheint der Verlust des RKIP Proteins auch ein prognostisch günstiger Faktor zu sein: Patienten mit RKIP Verlust überlebten länger und sprachen besser auf die Therapie an als Leukämiepatienten mit erhaltener RKIP Funktion. Zebisch ist als Principal Investigator in der „Myeloid Cells & Leukemia“ Forschungseinheit an der Klinischen Abteilung für Hämatologie der Universität Graz tätig.

    Alle Preise werden im Rahmen einer Plenarsitzung am 20. Oktober von 
10:00 bis 11:30 Uhr verliehen.

    Jahrestagung 2012 von DGHO, OeGHO, SGMO und SGH+SSH
    Im 75. Jubiläumsjahr der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. finden sich 4.500 Hämatologen und Onkologen in Stuttgart zur Jahrestagung 2012 ein. Neben den preisgekrönten Projekten werden auch die besten eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten als Best Abstracts im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Über die wissenschaftlichen Themen hinaus werden in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen neue Therapieansätze vorgestellt. Begleitend findet am 20. und 21. Oktober in der Messe Stuttgart eine von Ärzten und Pflegekräften konzipierte Pflegetagung statt. Auf dem am 20. Oktober stattfindenden Patiententag im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg in der Stuttgarter Innenstadt haben Patienten, Angehörige und Interessierte Gelegenheit, Krebsspezialisten Fragen zu stellen und sich umfassend über die neuesten Erkenntnisse in der Krebsbehandlung zu informieren.

    In zwei Sitzungen blickt die Fachgesellschaft zurück auf ihre bewegte Geschichte. Als Kontrapunkt zum Rückblick wird ein Blick in die Zukunft diskutiert: Die Präsentation von ersten Ergebnissen zum zukünftigen Bedarf an Krebsmedizinern in Deutschland im Jahr 2025 rückt die Nachwuchsarbeit und die zu verbessernden Forschungsbedingungen in den Fokus.

    Anmeldung und Programmdetails zur Jahrestagung 2012 sowie zur Pflegetagung und zum Patiententag unter: http://www.haematologie-onkologie-2012.de

    Die Pressemitteilung sowie weitere Informationen zur Jahrestagung 2012 können Sie unter http://www.haematologie-onkologie-2012.de oder auf der Internetseite der Fachgesellschaft http://www.dgho.de abrufen. Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.
    DGHO Hauptstadtbüro
    V.i.S.d.P. Mirjam Renz
    Fon: 030 / 27 87 60 89 – 0
    Fax: 030 / 27 87 60 89 – 18
    Internet: http://www.dgho.de


    Weitere Informationen:

    http://www.haematologie-onkologie-2012.de
    http://www.dgho.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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