idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
19.10.2012 08:48

Die nicht verschwindende Schwindsucht

Dr. Birgit Manno Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

    Am 27.10.2012: Vortragsveranstaltung „Tuberkulose“ am HZI
    Sie galt als ausgerottet, aber das war ein Trugschluss: Die Tuberkulose stellt heute wieder eine Bedrohung für viele Menschen dar. Eine Vortragsreihe am HZI widmet sich dieser Infektionskrankheit am 27. Oktober mit der Veranstaltung „Tuberkulose – Der wiederkehrende Schrecken der Schwindsucht“. Experten beleuchten historische und klinische Aspekte und berichten über die aktuelle Tuberkulose-Forschung. Die Veranstaltung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) richtet sich an alle interessierten Bürger. Beginn ist um 10:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

    „Schwindsucht“, so nannte man die Tuberkulose früher, weil die Erkrankten abgemagert und ausgezehrt aussahen. Zum Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen noch ein romantisches Bild von der die Lunge befallenden Krankheit. Sie prägte die Kunst, die bevorzugt schwindsüchtige, blasse, junge Menschen darstellte. Der französische Schriftsteller Alexandre Dumas soll sogar gesagt haben: „Es war Mode, an der Lunge zu leiden“. In Deutschland beschrieb Thomas Mann mit seinem „Zauberberg“ das Leben im Sanatorium als „Maß aller Dinge“.

    Doch zwischen 1700 und 1900 starben erschreckend viele Menschen an der Tuberkulose. Weil diese Epidemie einen ähnlichen Schrecken verbreitete wie einige Jahrhunderte zuvor die Pest und die Erkrankten blass erschienen, bezeichnete man die Krankheit auch als „weiße Pest“. Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland Menschen noch massenweise in mobilen Röntgenstationen untersucht – auf den Röntgenbildern erkennen Ärzte die Tuberkulose-Herde der Lunge. Mit Entdeckung der Antibiotika hoffte man, die Tuberkulose besiegt zu haben. Welche Rolle sie in der Vergangenheit spielte, wird Prof. Christoph Gradmann von der University of Oslo berichten, einer von drei Referenten der HZI-Veranstaltung.

    Unzureichende Antibiotikabehandlungen hatten zur Folge, dass wir heutzutage mit resistenten Stämmen von Mycobacterium tuberculosis, dem bakteriellen Erreger der Tuberkulose, konfrontiert sind. In Entwicklungsländern hat die Krankheit so stark zugenommen, dass man von einer neuen Epidemie sprechen kann. Die Weltgesundheitsorganisation meldete für das Jahr 2010 fast neun Millionen Neuerkrankungen, die meisten davon in einkommensschwachen Ländern. Erschwerend kommt die erhöhte Anfälligkeit HIV-infizierter Menschen hinzu, an Tuberkulose zu erkranken. Die traurige Folge ist, dass Tuberkulose die Haupttodesursache von HIV-Patienten darstellt. Aber auch in Europa ist die Tuberkulose wieder auf dem Vormarsch. Mehr zur Situation der Tuberkulose in Europa erfahren Sie am 27. Oktober von Prof. Christoph Lange. Lange ist Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Forschungszentrums Borstel.

    Direktor dieses Forschungszentrums, das 1947 als Tuberkulose-Institut gegründet wurde, ist Prof. Stefan Ehlers. Er wird auf der HZI-Veranstaltung Einblicke in die Grundlagenforschung geben, in die viel Hoffnung gesetzt wird: Die Tuberkulose zu besiegen erfordert neben dem Kampf gegen AIDS und Armut vor allem bessere Diagnosemöglichkeiten, Impfstoffe und Medikamente.

    Im Anschluss an die Vorträge lädt eine moderierte Diskussionsrunde zu Zuschauer-Fragen ein. Beginn ist um 10:30 Uhr im Forum des HZI in Braunschweig. Die Vortragsreihe „KrankheitsErregend – Die großen Seuchen“ wird mit den Themen Grippe (10.11.) und AIDS (24.11.) fortgesetzt. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/veranstaltungen/vortragsreihe_die_grossen_seuchen.

    Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
    Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
    http://www.helmholtz-hzi.de


    Weitere Informationen:

    http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/ansicht/article/complete/die_nicht... - Diese Meldung auf www.helmholtz-hzi.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Geschichte / Archäologie, Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).