idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
22.10.2012 16:16

World Health Summit: Bestehende Konzepte für Global Health kurz vor dem Kollaps

Tobias Gerber Media & Communication
World Health Summit

    Am zweiten Tag des Weltgesundheitsgipfels in Berlin erinnerten Global Health Koryphäen eindringlich daran, dass auf unterschiedlichen Gebieten die Zeit knapp werde. Eines der größten Probleme sei die katastrophale finanzielle Aufstellung, erklärte Laurie Garrett (Senior Fellow, Council on Foreign Relations). Sie verlasse sich größtenteils auf Unterstützung der US Regierung und der privaten „Bill and Melinda Gates Foundation”. Von der ersten seien in den nächsten Monaten unweigerlich massive Kürzungen zu erwarten, die letztere sei nicht im Geringsten transparent. „The house of cards is about to collapse”.

    Judith Mackay (Senior Advisor, World Lung Foundation) machte ebenso energisch deutlich, dass die Tabak-Epidemie keineswegs besser werde, sondern aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums sogar noch ansteige. Besonders gefährdet seien Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die momentan massiv von der Tabakindustrie umworben würden. Ein Ansatzpunkt sei Aufklärung, wenn zum Beispiel Staaten realisierten, dass Verluste der Tabaksteuer von Gewinnen aus anderen Bereichen wieder ausgeglichen würden, zum Beispiel aus der Gastronomie, die nach Rauchverboten deutlich mehr besucht würden. Am deutlichsten ins Gewicht fallen würden aber Ersparnisse im Gesundheitssektor.

    Ein dritter Sprecher betonte in der Pressekonferenz den Faktor Geld aus einer weiteren Richtung: Severin Schwan (CEO, Roche Group). Am Beispiel Krebs erläuterte er: „die meisten Patienten haben keinen Zugang zu den benötigten Medikamenten, weil sie sich die Kosten dafür nicht leisten können.“ Er forderte mehr Zusammenhalt zwischen reichen und armen Ländern, um endlich vereinheitlichte Preise abzuschaffen und Medizin mit einer Bepreisung anzubieten, die an den Möglichkeiten örtlicher Märkte orientiert sei.

    Drei Sprecher sprachen drei unterschiedliche Problemfelder an, die gelöst werden müssen. Der Handlungsspielraum allerdings wird dramatisch enger, falls in den nächsten Monaten die von Laurie Garrett prophezeiten spürbaren Finanzkürzungen eintreten. Neue Konzepte müssen entwickelt werden – und sie müssen bald entwickelt werden.

    Die nächste Pressekonferenz wird am Dienstag, 23.10.2012, von 12.20 – 13.10 in „Raum Bier“ (5. OG) stattfinden. Dann geht es vor allem um die beiden Themen:

    - Der "Health 2020" Plan der WHO (vorgestellt von Agis Tsouros and Arun Nanda – WHO)
    - "Outlook to Asia" (vorgestellt von John Wong und Chia Kee Seng – National University of Singapore)

    World Health Summit 2012
    21. – 24. Oktober 2012
    Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58, 10117 Berlin


    Weitere Informationen:

    http://www.worldhealthsummit.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).