idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
26.10.2012 11:16

Wichtiger Fortschritt im Kampf gegen Hodenkrebs

Eberhard Scholz Pressestelle
Universität Bremen

    Wissenschaftler der Universität Bremen und Hamburger Mediziner entdecken neuen Tumormarker. Über die Pilotstudie berichtet das British Journal of Cancer.

    Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes ist die Bestimmung der Konzentration sogenannter Biomarker im Blut der Patienten. Für einen großen Teil der Patienten fehlten allerdings bisher geeignete Biomarker. Diese Lücke hilft ein neuer Marker zu schließen, über den Wissenschaftler des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen und Mediziner des Hamburger Albertinen Krankenhauses jetzt im renommierten British Journal of Cancer berichten.

    Zu den ersten Schritten bei der Behandlung von Patienten mit Hodenkrebs gehört die chirurgische Entfernung des Tumors. Danach bedürfen die Betroffenen auch dann einer intensiven und langjährigen Nachsorge, wenn man vermuten kann, dass keine Tumorreste mehr im Körper vorhanden sind. Bei einem kleinen Prozentsatz der Männer kommt es nämlich zu einem sogenannten Rezidiv, also einem Wiederauftreten des Tumors, in der Regel ausgehend von Tochtergeschwülsten in anderen Organen. Die möglichst frühe Erkennung eines solchen Rezidivs hilft Leben retten, weil rechtzeitig eine ergänzende Behandlung eingeleitet werden kann. Wichtiges Werkzeug zur Überwachung der Patienten sind sogenannte Tumormarker. Diese Tumormarker sind Moleküle im Blut der Patienten, die Auskunft über möglicherweise erneut vorhandene Tumoren geben können. Die üblicherweise bei Hodenkrebs bestimmten Biomarker sind bei einem großen Teil der Patienten aber nicht aussagekräftig, so dass dringend nach weiteren Tumormarkern gesucht wird.

    Einen äußerst vielversprechenden Biomarker hat eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Federführung des Bremer Humangenetikers Dr. Gazanfer Belge jetzt gefunden. „Unsere Daten lassen hoffen, dass dieser Marker die Nachsorge für Patienten mit Hodenkrebs zukünftig deutlich verbessern wird“, fasst Professor Jörn Bullerdiek, Leiter des Bremer Zentrums für Humangenetik, die bisherigen Ergebnisse mit dem neuen Marker zusammen. Außer dem Bremer Team sind Urologen und Pathologen des Hamburger Albertinen Krankenhauses an der Entdeckung und Erforschung des Markers mit dem Namen miR-371-3p beteiligt. Unter ihnen ist Professor Klaus-Peter Dieckmann: „Aus der Sicht des Praktikers kann ich sagen: Mit dem neuen Tumormarker wird eine Lücke bei der Nachsorge von Hodenkrebspatienten geschlossen.“

    Die Pilotstudie, über deren Ergebnisse jetzt im British Journal of Cancer berichtet wird, wurde zusätzlich von der Bremer Krebsgesellschaft gefördert.

    Weitere Informationen:

    Universität Bremen
    Zentrum für Humangenetik
    Dr. Gazanfer Belge
    Tel. 0421 218 61570
    E-Mail: belge@uni-bremen.de
    Prof. Dr. Jörn Bullerdiek
    Tel. 0421 218 61501
    E-Mail: bullerd@uni-bremen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).