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02.11.2012 18:13

Schering-Preis 2011 an Promovenden der Freien Universität

Carsten Wette Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

    Der Chemiker Dr. Moritz F. Kuehnel ist für seine an der Freien Universität vorgelegte Dissertation mit dem Schering-Preis 2011 ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis am Freitag im Rahmen einer Festveranstaltung an der Technischen Universität Berlin für seine Arbeit über katalytische Hydrodefluorierungen bei Prof. Dr. Dieter Lentz. Der Preis wird von der Schering-Stiftung Berlin an Absolventen der Universitäten in der Hauptstadt vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

    Moritz F. Kuehnel, geboren 1980 in Berlin, studierte Chemie an der Freien Universität Berlin, an der er auch als Tutor tätig war. In seiner Diplomarbeit unter der Leitung von Professor Dieter Lentz untersuchte er die metallorganische Chemie fluorierter Allene. Auch seine Promotion erarbeitete er in der Forschungsgruppe Lentz, außerdem war er Kollegiat des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten interdisziplinären Graduiertenkollegs „Fluor als Schlüsselelement“. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der übergangsmetallkatalysierten Aktivierung von Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Seine Veröffentlichung in der Zeitschrift Angewandte Chemie im Jahr 2010 wurde von der Arbeitsgruppe Fluorchemie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker als „Beste Publikation im Bereich Fluorchemie 2010/2011“ ausgezeichnet.

    Während seines Promotionsstudiums arbeitete Kuehnel auch als freiberuflicher Autor für Wiley-VCH und Meyers Online Encyclopaedia. Nach seiner Promotion forschte er als Postdoc-Student bei Prof. Dr. Thomas Braun an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er die Funktionalisierung von fluorierten Molekülen in der Koordinationssphäre von Übergangsmetallkomplexen untersuchte. Vor Kurzem wechselte Kuehnel nach Cambridge (UK), wo er in der Forschungsgruppe von Dr. Erwin Reisner neue Katalysatoren zur CO2-Aktivierung entwickelt.

    Die hohe Stabilität von Kohlenstoff-Fluor-Bindungen, zu denen Kuehnel forscht, hat sich als ein zweischneidiges Schwert herausgestellt. Einerseits bildet sie die Grundlage für die hohe chemische Resistenz fluorhaltiger Polymere wie Teflon® und kann zur Modulation metabolischer Eigenschaften von Wirkstoffen ausgenutzt werden, andererseits verleiht sie Umweltgiften wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe ihre unheilbringende Persistenz. Die gezielte Spaltung solch starker Bindungen stellt eine der großen Herausforderungen für die moderne Metallorganische Chemie dar, weil man sich davon nicht nur erhofft, fluorierte Schadstoffe unschädlich zu machen, sondern gleichzeitig auch aus leicht zugänglichen hochfluorierten Verbindungen kostengünstig teilfluorierte Moleküle zu gewinnen, die als wertvolle Synthesebausteine eingesetzt werden können.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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