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09.11.2012 11:14

Dummerstorfer Forscher wird Präsident einer europäischen Gesellschaft für Reproduktionsbiologie

Norbert K. Borowy Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

    Embryonentransfer beim Rind gewinnt europaweit an Bedeutung

    Dr. Frank Becker, Wissenschaftler im Forschungsbereich Fortpflanzungsbiologie am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf, ist seit kurzem Präsident der Europäischen Gesellschaft für Embryonentransfer (AETE). Sie setzt sich zum Ziel, den wissenschaftlichen Austausch über die Reproduktionsbiologie bei Säugetieren, insbesondere bei landwirtschaftlichen Nutztieren, in Europa voranzutreiben. Zudem versteht sich die Gesellschaft auf politischer und akademischer Ebene in Europa als Ansprechpartner in Fragen des Embryonentransfers. Die AETE mit Stammsitz in Frankreich wählte den Veterinärmediziner für die kommenden vier Jahre in das Amt.
    „Die Wahl zum Präsident der AETE ist auch eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit, die im gesamten Bereich Fortpflanzungsbiologie und am gesamten FBN Dummerstorf geleistet wird“, betonte Dr. Frank Becker.

    Die Europäische Gesellschaft für Embryonentransfer (AETE - European Embryo Transfer Association) wurde 1985 in Lyon, Frankreich gegründet. Sie befasst sich mit allen Fragen der Reproduktionsbiologie von Säugetieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Betrachtung von landwirtschaftlichen Nutztieren.
    Die AETE entwickelt sich seit Jahren zu einem Ansprechpartner von Behörden der europäischen Politik. Dabei stehen insbesondere allgemeine Fragen des internationalen Handels von Embryonen, der Tierhygiene bei der Gewinnung und der Kennzeichnung von Embryonen sowie ethischen Fragestellungen im Zentrum.

    Beim Embryonentransfer werden Embryonen von wertvollen Spendertieren instrumentell in die Gebärmutter entsprechender Empfängertiere übertragen. Die Technik gilt beim Rind, neben der künstlichen Besamung, als zukunftsweisende Biotechnologie, um den Zuchtfortschritt zu befördern. In Europa wurden allein im Jahre 2011 über 120.000 Transfers von Embryonen beim Rind durchgeführt. Neben der Bundesrepublik Deutschland zählen Frankreich und die Niederlande zu den führenden Ländern auf dem Gebiet. Embryonentransfers spielen zahlenmäßig im Verhältnis zu einer Gesamtpopulation von etwa 25 Mio. Milchkühen in der EU gegenwärtig keine entscheidende Rolle. Im Zusammenspiel mit der künstlichen Besamung und der genomischen Selektion, die zum Teil schon am Embryo durchgeführt wird, besitzen sie jedoch einen herausragenden und stetig zunehmenden Einfluss auf die Rinderpopulation.

    Dr. Frank Becker arbeitet als Wissenschaftler am Bereich Fortpflanzungsbiologie des Leibniz-Instituts in Dummerstorf. Er beschäftigt sich mit Fragen der Fortpflanzung von Milchkühen und untersucht insbesondere Zusammenhänge zwischen Stoffwechselfunktionen und deren Auswirkungen auf Fortpflanzungsfunktionen bei Milchkühen. Von besonderem Interesse sind dabei Wirkungen von Stoffwechselfunktionen auf die Qualität und Vitalität von Eizellen und Embryonen. In diesem Zusammenhang sind die in Dummerstorf gewonnenen Erkenntnisse für Diskussionen im Rahmen der AETE von Bedeutung. Dr. Frank Becker studierte zwischen 1982 und 1987 Veterinärmedizin an der Humboldt Universität zu Berlin. 1994 promovierte er an der Freien Universität zu Berlin. In den Jahren 1988 bis 1992 arbeitete er als Tierarzt am FBN, danach als Wissenschaftler. Zwischen 2005 und 2008 absolvierte er einen mehrjährigen Forschungsaufenthalt als Dozent am Royal Veterinary College an der Universität zu London.

    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Wissenschaftscampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

    Ansprechpartner
    Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
    Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
    Forschungsbereich Fortpflanzungsbiologie
    Dr. med.vet. Frank Becker
    T +49 38208-68 756
    F +49 38208-68 752
    E becker@fbn-dummerstorf.de

    Wissenschaftsorganisation
    Dr. Norbert K. Borowy
    Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
    T +49 38208-68 605
    E borowy@fbn-dummerstorf.de
    www.fbn-dummerstorf.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Meer / Klima, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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